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    50% Gehaltserhöhung für rumänische Lehrer verschoben

    Rumänien hat, wie viele andere ehemalige sozialistische Staaten auch, derzeit
    ein Problem mit der Wirtschaft. Kein Wunder, sind sie doch mittlerweile im
    einst geschmähten Kapitalismus angekommen. Das Land ist aufgrund seiner
    geringen Lohnkosten für ausländische Produzenten interessant, Nokia zog von
    Bochum ab, um sich in Rumänien anzusiedeln.

    Allerdings hat eine Berufsgruppe, nämlich die Lehrer, den Anschluss an die
    Neuzeit irgendwie verpasst. Um dies nachzuholen, hatte die rumänische
    Regierung unter ihrem Staatspräsidenten Basescu verfügt, dass die Lehrer
    zukünftig 50 Prozent mehr Gehalt erhalten. Da machte ihm allerdings der
    Regierungschef Popescu einen Strich durch die Rechnung, weil seiner Meinung
    nach diese Erhöhung die Inflation anheizen würde. Vielleicht sieht er aber auch
    einen Zusammenhang mit der anstehenden Parlamentswahl Ende November.
    Nachdem aber auch der International Währungsfonds vor allzu großen Gehalts-
    steigerungen gewarnt hat, wird die Gehaltserhöhung erst im April nächsten
    Jahres wirksam. Fragt sich nur, was sich bis dahin geändert haben soll, dass die
    heutigen Argumente ihre Wirkung verloren haben.

    Ein rumänischer Lehrer verdient übrigens durchschnittlich 250 Euro.

    Dietmar J. Harms

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