Wie die Mutter so die Tochter
Fast 120 Jahre waren sie eigener Herr im Hause, dann kam der Verkauf nach
England, weil die Konkurrenz im Osten immer stärker wurde. Letzten Endes
hat es dann doch nichts genutzt: Der fränkische Porzellanhersteller Rosenthal
ist wieder mal zahlungsunfähig.
Und dies nicht aus eigenem Antrieb, sondern im Sog der Pleite der irischen
Mutterfirma Waterford Wedgwood. Nachdem die Anfang der Woche
zusammenbrachen, dauerte es keine fünf Tage, bis es in Deutschland auch so
weit war. Dabei hoffte man noch bis zum Schluss, nicht davon betroffen zu
sein.
1.600 Mitarbeiter bibbern nun um ihren Job. Aber da die Bundesregierung
gerade in Spenderlaune ist (siehe Commerzbank) können die strukturschwachen
Bayern ja auch hoffen, etwas vom Kuchen der Steuerzahler abzubekommen.
Von jedem Euro Umsatz fahren sie derzeit allerdings 15 Cent Verlust ein.
Auf Dauer kann das ja nicht gutgehen, oder?
Dietmar J. Harms
