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17. November 2008
Wer hätte das gedacht, dass es in Deutschland Berufe gibt, in denen man
im Laufe der Jahre immer weniger verdient? Dazu zählen nach einer Studie,
die BILD veröffentlichte, unter anderem die Allgemein-Mediziner, die demnach
in den letzten zehn Jahren satte 31% einbüßten. Aber auch Agraringenieure
(-22%), Rechtsanwalt-Fachangestellte (-21%), Ärzte im Krankenhaus (-20%),
Neurologen (-16%) und Augenärzte (-14%) zählen demnach zu den Verlierern.
Plus minus Null binnen zehn Jahre gab es unter anderem bei den Werkzeug-
mechanikern, den Gartenbauingenieuren, den Forstwirten und bei den Masseuren.
Die Statistik zählt die Apotheker, Tierwirte, Steuerberater, Hotelkaufleute,
Elektroniker, Betriebswirte und Gas-und Wasserinstallateure zu den Gewinnern,
auch wenn das Plus bei denen lediglich 1% betrug.
Hoffentlich haben Sie dieses Jahr mehr in der Tasche als letztes!
Dietmar J. Harms
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12. November 2008
So schnell kann es gehen. Erst forderte die IG Metall für ihre Mitglieder
satte 8 Prozent mehr Lohn. Nun haben sich die Kontrahenten Tarifpartner
geeinigt: die Beschäftigten bekommen nächstes Jahr in zwei Stufen insgesamt
4,2 Prozent mehr Geld. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten noch eine
Einmalzahlung in Höhe von 510 Euro.
Der Tarifvertrag wurde mit einer laufzeit von 18 Monaten abgeschlossen.
Er gilt zunächst nur für die 810.000 Metall- und Elektro-Beschäftigten
in Baden-Württemberg gilt, erfahrungsgemäß wird der Rest der Republik
die Daten übernehmen.
Übrigens hatten die Arbeitgeber ursprünglich mal 2,1 Prozent mehr Lohn
angeboten.
Dietmar J. Harms
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10. November 2008
Die Jungs von der Dresdner Bank haben es gut. Da fahren sie Verluste bis zum
Abwinken ein, und was passiert? Genau, nichts! Die Investmentbanker werden
nämlich weiterhin Ihre Bonuszahlungen erhalten. Die Peanuts, um die es sich hier
dreht, bewegen sich in einer Größenordnung von 400 Millionen Euro.
Interessanterweise sind darin sogar Prämien enthalten, damit die Investmentbanker
nach dem geplanten Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank auch ja dableiben.
Übrigens fuhre diese Leute einen Großteil der Verluste ( 3,7 Milliarden Euro) ein.
Dank geänderter Bilanzierungsregeln kann man das Bild entsprechend schönigen.
Paul Kuhn
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6. November 2008
Auch wenn viele es nicht für möglich hielten, die Sonderzahlungsvereinbarung
namens Weihnachtsgeld fällt in diesem Jahr in vielen Betrieben höher aus als
in den Jahren zuvor. Ein Zeichen, dass es endlich aufwärts geht?
So erhalten etwa die Angestellten im Versicherungsgewerbe aber auch die Menschen
aus dem Bauhauptgewerbe in diesem Jahr rund 3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mehr gibt es dieses Jahr auch im öffentlichen Dienst, satte 5,4 Prozent.
Getoppt wird dies nur noch von der Deutschen Bahn AG. Deren Mitarbeiter dürfen
sich in diesem Jahr auf ein Plus von 11,1 Prozent erfreuen. Wofür überhaupt?
Etwa für die massenhaften Verspätungen, die derzeit die deutsche Bevölkerung
erfreut plagt?
Paul Kuhn
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3. November 2008
In Deutschland ist es Tradition, das Übersetzen ausländischer Texte in
ausländischen Filmen. Anders als beispielsweise in Dänemark gibt es bei
uns kaum Filme mit Untertiteln in Originalsprache. Damit der Film auch
eingedeutscht werden kann, bedarf es unter anderem der Synchronsprecher.
Nchdem der Originaltext übersetzt wurde, wird danach ein sogenannter
lippensynchroner Text gebastelt, den dann die Synchronsprecher auf den
Punkt genau zu sprechen haben. Dabei wird der gesamte Film in kleine Stücke
geschnitten, den “Takes”. Ein Kinofilm hat durchschnittlich 900 solcher Takes,
die synchronisiert werden müssen. So ein mundgerechtes Stück wird dem
Synchronsprecher mit je 3,50 Euro vergütet, zusätzlich erhält er eine Grundgage
von 53 Euro. Damit kann man nicht wirklich reich werden. Aber wer will das schon?
Dann doch eher eine markante Stimme haben, die nach Bruce Willis oder James Bond
klingt. Kommt wahrscheinlich gleichermaßen gut bei Frauen und Männern an…
Dietmar J. Harms
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1. November 2008
Die Vorstände der Deutschen Bahn sind im Rausch. Endlich werden ihre
Vergütungen auf das Niveau anderer Dax-Vorstände angehoben. Nun muss
sich ab sofort keiner der feinen Herren mehr schämen, dass er so wenig Geld
verdient. Fein.
Herr Mehdorn wird zukünftig 900.000 Euro statt ehemals 750.000 Euro nach
Hause schleppen, ausserdem erhält er obendrein noch eine Leistungszulage, die
zukünftig nicht mehr 2,99 Millionen Euro beträgt, sondern nun 3,51 Millionen.
Wie hat er das nur vorher mit so wenig Geld ausgehalten?
Dietmar J. Harms
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30. Oktober 2008
Rumänien hat, wie viele andere ehemalige sozialistische Staaten auch, derzeit
ein Problem mit der Wirtschaft. Kein Wunder, sind sie doch mittlerweile im
einst geschmähten Kapitalismus angekommen. Das Land ist aufgrund seiner
geringen Lohnkosten für ausländische Produzenten interessant, Nokia zog von
Bochum ab, um sich in Rumänien anzusiedeln.
Allerdings hat eine Berufsgruppe, nämlich die Lehrer, den Anschluss an die
Neuzeit irgendwie verpasst. Um dies nachzuholen, hatte die rumänische
Regierung unter ihrem Staatspräsidenten Basescu verfügt, dass die Lehrer
zukünftig 50 Prozent mehr Gehalt erhalten. Da machte ihm allerdings der
Regierungschef Popescu einen Strich durch die Rechnung, weil seiner Meinung
nach diese Erhöhung die Inflation anheizen würde. Vielleicht sieht er aber auch
einen Zusammenhang mit der anstehenden Parlamentswahl Ende November.
Nachdem aber auch der International Währungsfonds vor allzu großen Gehalts-
steigerungen gewarnt hat, wird die Gehaltserhöhung erst im April nächsten
Jahres wirksam. Fragt sich nur, was sich bis dahin geändert haben soll, dass die
heutigen Argumente ihre Wirkung verloren haben.
Ein rumänischer Lehrer verdient übrigens durchschnittlich 250 Euro.
Dietmar J. Harms
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29. Oktober 2008
Wer kennt es nicht, das geliebte Weihnachtsgeld, welches meist im letzten
Quartal des Jahres auf das eigene Konto wandert? Und jedes Mal ärgern
sich alle aufs Neue, dass der Vater Staat sich einen immer größeren Anteil
davon nimmt.
Als stärkendes Bindungsmittel an die Firma hat das Weihnachtsgeld im
Laufe der Jahre leider seine Klebekraft verloren. Dafür sind stattdessen
Boni vermehrt in den Vordergrund getreten. Seien es nun großzügige
Regelungen zum Thema Firmenwagen, betriebliche Altersversorgung
oder Bonuszahlungen beim Erreichen bestimmter Zielvorgaben, die
Arbeitgeber sind rehct ofiffig geworden, wenn es darum geht, ihre guten
Mitarbeiter zu halten. Da wird dann neuerdings auch mal ein betriebs-
eigeneer Kindergarten gegründet oder Auszeiten wie das berühmte
Sabbatjahr gewährt, denn von ausgebrannten Arbeitnehmern kann man
nunmal keine guten Leistungen erwarten.
Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt uns, dass das starre System der
festen Gehaltszahlung immer mehr zugunsten von fixen und variablen
Anteilen aufgegeben wird.
Ob nun Aktienoptionspläne, Gratifikationen oder Tantiemen, solange
es der Firma gut geht, hat sie ein Interesse gut Mitarbeiter zu binden
und dazu sind die genannten Mittel gerade recht. Oder?
Paul Kuhn
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27. Oktober 2008
Nun gehts los, die ersten Banker haben begonnen, Teile ihrer Bezüge
zurückzubezahlen. Die 558.ooo Euro, die einer dieser Tage zurück-
bezahlt hat, erscheinen mir aber weit weniger als der berühmte Tropfen
auf den heissen Stein. Die haben ja immerhin Milliarden zu verantworten,
da kommt einem die halbe Million eher wie ein Ablasshandel aus längst
vergangenen Zeiten vor. Was wohl die Kirche dazu sagt?
Dietmar J. Harms
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24. Oktober 2008
Warum? Weil die in diesem Jahr im Durchschnitt vier Prozent mehr
beziehen werden und das ohne, dass sie je gestreikt hätten. Applaus.
Wer hätte gedacht, dass das Durchschnittsgehalt eines Geschäftsführers
in Deutschland momentan satte 280.000 Euro beträgt? Aber solche Zahlen
täuschen, beginnt die Spannbreite doch bei 60.000 Euro und endet bei 2,7
Millionen. Und sicher haben nicht alle Geschäftsführer ihren Verdienst offen-
gelegt. Auch für Kienbaum nicht. Denn die haben nämlich die Umfrage gestartet
und sind zu den oben genannten Ergebnissen gekommen. Ich finde die Zahl 35
Prozent erstaunlich, soviel beträgt nämlich der variable Anteil am Gesamtein-
kommen. Meines Erachtes nach ist diese Zahl nicht repräsentativ, ich vermute
den Anteil eher im einstelligen Prozentbereich. Das hängt aber auch mit der
geringen Masse an Teilnehmern dieser Umfrage zusammen. Es wurden nämlich
lediglich die Daten von 850 Geschäftsführern ausgewertet, mehr haben nicht
mitgemacht.
Dietmar J. Harms
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