Sollte man seine Gehaltsvorstellungen bei der Bewerbung nennen?

    • Sollte man seine Gehaltsvorstellungen bei der Bewerbung nennen? GV Experte

      Per Definition ist die Gehaltsverhandlung ein Verhandlungsgespräch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber über die Höhe des Arbeitslohnes. Interessieren sich Arbeitgeber allerdings schon bei der Bewerbung bzw. vor dem ersten Gespräch für die Gehaltsvorstellungen ihres potenziellen neuen Mitarbeiters, so kann dies ein Anzeichen für eine Vorselektion sein. Sollte man als Bewerber daher, wenn möglich auf diese Auskunft verzichten?

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    • GV Experte

      Mittlerweile führen viele Arbeitgeber das Gespräch über das Gehalt nicht mehr am Ende der Bewerbungsphase, sondern integrieren es in die Bewerbung selbst. Diese Praxis ist zwar nicht illegal, nimmt dem Bewerber jedoch im Vorfeld die Möglichkeit einer Verhandlung im eigentlichen Sinne, zu der unter anderem auch Aspekte wie die Gewährung geldwerter Vorteile z.B. eines Firmenwagens oder leistungsbezogener Prämien gehören.

      Einige Firmen die Online-Bewerbungen annehmen, fragen die Gehaltsvorstellung gleich im auszufüllenden Bewerbungsformular mit ab. Direkt zwischen der Berufsbezeichnung und dem frühestmöglichen Arbeitsbeginn soll der Bewerber hier angeben, wie hoch er den eigenen Vorstellungen nach das Jahresgehalt sein sollte. Für den Arbeitnehmer ergeben sich daraus in erster Linie Nachteile, da keine Möglichkeit besteht im Gespräch mehr über den Arbeitsplatz, die Teamstruktur und die eigenen Aufgaben zu erfahren und so keine flexible Verhandlung im Sinne von erbrachter Arbeit und zu zahlender Entlohnung möglich ist. Auf diese Weise wird eine Kultur des sich gegenseitig Unterbietens gefördert und ein echtes Gespräch kommt gar nicht erst zu Stande, wenn die Gehaltsvorstellung des Bewerbers nicht zu den Vorstellungen der Firma passt.

      Da Personalchefs wissen, dass Bewerber, insbesondere Berufsanfänger, oft einen niedrigeren Betrag fordern als der Arbeitgeber zu zahlen bereit gewesen wäre, ist die Praxis die Gehaltsvorstellungen eines neuen Mitarbeiters möglichst früh zu erfahren, in erster Linie zum Vorteil des Unternehmens. Aus diesen Gründen erweist es sich in der Regel als vorteilhaft für den Bewerber sich erst im persönlichen Gespräch zu seinen Gehaltsvorstellungen zu äußern.



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