Steigen die deutschen Bruttolöhne langsamer als in anderen Ländern Europas?

    • Steigen die deutschen Bruttolöhne langsamer als in anderen Ländern Europas? GV Experte

      Deutschland ist bekannt für seine zurückhaltende Lohnentwicklung. Selbst nachdem die schwere Krise von 2009 anscheinend überwunden ist, sperren sich viele Arbeitgeber gegen Gehaltserhöhungen und halten ihre Belegschaft weiterhin kurz. Welche Gründe gibt es dafür? Ist eine Trendwende in Sicht?

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    • GV Experte

      Im September 2010 teilte das Statistische Bundesamt mit, dass der Zuwachs der Bruttolöhne in Deutschland in den letzten zehn Jahren der geringste in ganz Europa war. Im ersten Quartal 2010 lagen die Bruttolöhne in Deutschland um 21,8 Prozent höher als zehn Jahre zuvor. Im europaweiten Durchschnitt stiegen die Löhne dagegen um 35,5 Prozent – wobei fast alle Länder Angaben zu ihrer Lohnentwicklung machten (außer Dänemark, Griechenland und Italien).
      Können Arbeitnehmer jetzt endlich mit einem „Ende der Bescheidenheit“ rechnen, für das sich unter anderem zahlreiche Ökonomen, die Gewerkschaften und selbst die Bundesregierung aussprechen? Insbesondere die Bundesregierung könnte durch die Einführung von flächendeckenden Mindestlöhnen ihren Teil zu dieser Entwicklung beitragen. Bisher gibt es diese jedoch nur für einzelne Branchen.

      Doch nicht nur die Arbeitnehmer wünschen sich eine Lohnsteigerung; aus Frankreich wurde unmissverständlich die Forderung laut Arbeitnehmer in Deutschland besser zu entlohnen, damit auch Exportprodukte aus anderen EU-Ländern wieder einen besseren Absatzmarkt in Deutschland vorfänden. Die Wirtschaft in Europa würd, nach Ansicht von Experten stagnieren, wenn alle Staaten nach dem deutschen Prinzip der Lohnzurückhaltung wirtschaften würden.

      Der Verband der Arbeitgeber war dagegen der Ansicht die mäßige Lohnsteigerung habe die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erhöht. Was die Kosten pro Arbeitsstunde betrifft, so liegen diese nach Angaben des Arbeitgeberverbandes 36 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Es ist also nach wie vor ungewiss, ob und wann es für Arbeitnehmer spürbare Verbesserungen geben wird.



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