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Gehalt Pfarrer

Datenbasis: 21  Datensätze aus 2013/2014

Pfarrer:

Gehalt

Als Pfarrer liegt das deutschlandweite Gehalt bei 3.760 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 21 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 2.390 € beginnen, Pfarrer in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 5.240 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 3.509 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 3.918 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Pfarrer in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 4.430 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.167 Euro brutto
  • 35 Jahre = 3.022 Euro brutto
  • 40 Jahre = 3.668 Euro brutto
  • 45 Jahre = 4.816 Euro brutto
  • 50 Jahre = 4.507 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.808 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 3.760 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 4.390 Euro brutto
Ausbildung / Weiterbildung

Eine klassische Ausbildung zum evangelischen Pfarrer oder zur Pfarrerin gibt es nicht. Stattdessen existiert eine Pfarrer-Ausbildung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Diese orientiert sich an der Zwei-Stufen-Weiterbildung der Theologen. Interessierte haben die Möglichkeit, eine berufsbegleitende Lehre im Pfarrdienst zu absolvieren. Der entsprechende Lehrgang nennt sich "Berufsbegleitende Ausbildung zum Pfarrdienst (BAP)".

In der Regel zeigt ein passender Kurs einen zweigeteilten Aufbau. Die gesamte Lehre umfasst einen Zeitrahmen von zwei Jahren. Hier bereiten sich die Interessenten auf die kirchliche Anstellungs-Prüfung vor. Davor absolvieren die Lernenden einen Vorbereitungskurs. Auch dieser besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen. Zuerst beschäftigen sich die Auszubildenden mit dem Prolegomena. Dabei handelt es sich um die Vorbereitung auf den Pfarrdienst. Es gibt dabei den Vorbereitungskurs eins und zwei. Im ersten Bereich beschäftigen sich die Interessenten mit dem Pfarramt und seinen Aufgaben. Der zweite Kernpunkt konzentriert sich auf den Religions-Unterricht. Nach dem ersten Lehrjahr befassen sich die Lernenden mit:

  • den Kausalien,
  • dem Gottesdienst,
  • der Hymnologie,
  • und der Seelsorge.

In diese Rubrik gehören auch die Ethik, die Kirchengeschichte und die Dogmatik. Sämtliche Fächer und Kurse bereiten auf die Arbeit als Pfarrer vor. Somit besteht hierbei eine zwingende Anwesenheits-Pflicht für die Teilnehmer. Ihr erstes Examen legen die Auszubildenden vor der Kirchen- und Gemeindeleitung ab. Das Ziel dieser Ausbildung besteht in der Schulung der theologischen Kompetenz der Interessierten.

Studium

Die eigentliche Qualifikation zu einem evangelischen Pfarrer erhalten die Interessenten über ein Studium und das Vikariat. Nach dem Studium absolvieren die Teilnehmer ihr erstes theologisches Examen. Das zweite theologische Examen erfolgt nach dem Vikariat. Danach erhalten die angehenden evangelischen Pfarrer ihre Ordination und die Stelleneinführung in den Pfarrdienst.

Die Studieninhalte konzentrieren sich auf das Verstehen und Analysieren der Bibel sowie auf das Erlernen wichtiger Sprachen. Hebräisch, Griechisch und Latein zeigen sich wichtig, um kirchen-geschichtliche Texte bis zur Neuzeit zu verstehen. Weiterhin beschäftigen sich die Studenten mit dem wissenschaftlichen Arbeiten. Die Exgese erhält besondere Priorität. Hierbei lesen die Teilnehmer wichtige Quellentexte, die über den Kirchendienst und seine Pflichten aufklären. Wichtigkeit erlangt das Fach Neues Testament. Dieses bezieht sich auf die biblischen Texte und ihre unterschiedlichen Auslegungen. Der Kurs Altes Testament konzentriert sich auf Texte in hebräischer Sprache. Weitere Lerninhalte bestehen in:

  • Kirchen- und Theologiegeschichte
  • systematische Theologie
  • Dogmatik und Ethik
  • Geisteswissenschaften
  • praktische Theologie
  • Liturgik und Seelsorge
  • Religionspädagogik
  • Homilektik (Predigtlehre)
  • Diakonik

Nach dem Studium folgt das Vikariat. Der Ablauf des Vikariats variiert in den unterschiedlichen Gliedkirchen der Evangelischen Kirchengemeinde. Im Regelfall sammeln die Teilnehmer während eines Praktikums in der Gemeinde die nötigen Erfahrungen. Der ansässige Gemeindepfarrer dient in diesem Fall als Mentor. Der theoretische Unterricht zeigt sich in Form eines Predigerseminars. Die eigentlichen Kernthemen stellen in dieser Zeit der Gottesdienst und der Konfirmanden-Unterricht dar.

Tätigkeit

Der Aufgabenbereich des Evangelischen Pfarrers oder der Evangelischen Pfarrerin umfasst neben der Gestaltung von Gottesdiensten und Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen seelsorgerische Tätigkeiten sowie die Erteilung des Konfirmandenunterrichtes. In einigen Gemeinden sind Pfarrerinnen und Pfarrer zudem mit der Erteilung des schulischen Religionsunterrichtes betraut. Die Leitung weiterer Gemeindekreise, beispielsweise einer Bibelstudiengruppe, ist möglich, wenn in der Gemeinde eine Nachfrage besteht. Das Gehalt der Pfarrerinnen und Pfarrer bemisst sich nach dem staatlichen Besoldunssystem, wobei sie als Einstiegsgehalt nach dem Vikariat in die Besoldungsstufe A 13 eingruppiert werden. Etwa mit Erreichen des 40. Lebensjahres steigt der Verdienst auf die Vergütungsstufe A 14 an.

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