Gehaltsdatenbank mit 1,5 Mio Einträgen

Gehalt Rechtsanwalt

Datenbasis: 460  Datensätze aus 2013/2014

Rechtsanwälte:

Gehalt

Als Rechtsanwalt liegt das deutschlandweite Gehalt bei 3.848 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 460 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 2.415 € beginnen, Rechtsanwälte in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 7.475 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 3.829 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 3.821 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Rechtsanwalt in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 3.050 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.183 Euro brutto
  • 35 Jahre = 3.812 Euro brutto
  • 40 Jahre = 4.429 Euro brutto
  • 45 Jahre = 4.894 Euro brutto
  • 50 Jahre = 4.617 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 3.481 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 4.396 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 5.350 Euro brutto
Ausbildung / Weiterbildung

Voraussetzung für die Ausübung des Berufs als Rechtsanwalt ist ein Studium der Rechtswissenschaften. Eine klassische Ausbildung in Form einer dreijährigen Lehre ist nicht möglich, ein Quereinstieg über eine andere Berufsausbildung nicht vorgesehen.

Der praktizierende Rechtsanwalt ist verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. Dadurch informiert er sich laufend über die aktuellen Tendenzen der Rechtsprechung und arbeitet sich in neue Rechtsgebiete ein. Eine Reihe von Fortbildungs-Instituten und Akademien bieten entsprechende Kurse und Seminare an.

Als zugelassener Rechtsanwalt steht ihm die Möglichkeit offen, eine Ausbildung zum Fachanwalt für bestimmte Rechtsgebiete zu ergreifen. Nach mindestens drei Jahren Praxiserfahrung bildet er sich theoretisch und praktisch im gewünschten Fachgebiet weiter. Er wählt zwischen:

  • Familienrecht,
  • Medizinrecht
  • Strafrecht,
  • Medienrecht,
  • Agrarrecht und
  • Bau und Architekturrecht.

Eine spezielle Fachanwalts-Verordnung regelt die Titelvergabe und die Pflicht zur Weiterbildung im Fachgebiet.

Anwälte mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung und besonderen persönlichen Voraussetzungen bewerben sich bei Interesse zur Zulassung als Notar. Der Zugang ist zahlenmäßig beschränkt. Notar-Aspiranten legen eine zusätzliche notarielle Fachprüfung vor der Bundesnotarkammer ab. Je nach Bundesland praktiziert der Notar-Anwärter weitere drei Jahre als Notar-Assessor, bis er seine endgültige Zulassung erhält.

Studium

Voraussetzung für ein Studium der Rechtswissenschaften (Jura) ist das Vorhandensein der allgemeinen Hochschulreife. Ein fachgebundenes Abitur reicht nicht aus. Mehr als siebzig Universitäten und ähnliche Einrichtungen bieten in Deutschland die Möglichkeit eines Jura-Studiums an. In einigen Bundesländern beschränkt ein Numerus clausus die freie Wahl des Studienortes.

In den ersten drei bis vier Semestern (Grundstudium) der acht bis neun Semester dauernden Regelstudienzeit beschäftigt sich der Studierende mit den Kernbereichen

  • öffentliches Recht,
  • Strafrecht und
  • Zivilrecht.

Die anschließend anstehende Zwischenprüfung fragt in erster Linie die Bereiche

  • Strafverfahrensrecht,
  • Baurecht,
  • Umweltrecht und
  • Familienrechtab.

Im folgenden Hauptstudium fokussiert der Student neben den allgemeinen Fächern ein Schwerpunktfach, je nachdem, was seine Universität anbietet. Möglicherweise ist dies:

  • Kriminalität,
  • Sozialrecht,
  • Völkerrecht,
  • Europarecht
  • oder anderes.

Darüber hinaus belegt der angehende Jurist kommunikative Fächer wie

  • Verhandlungs-Management,
  • Gesprächsführung,
  • Rhetorik.

Während des Hauptstudiums absolviert er mehrere Praktika im In- und Ausland.

Vor Ablegen des ersten juristischen Staatsexamens bereitet sich der Absolvent über einen Zeitraum von einem Jahr auf die Prüfung vor. Nach erfolgreichem Bestehen endet die universitäre Ausbildung formell.

In der anschließenden zweijährigen Referendarzeit genießt der Diplom-Jurist, wie er sich jetzt nennen darf, eine duale Ausbildung. Sie findet statt im Justizzentrum des jeweiligen Bundeslandes und beschäftigt sich mit formellen Fragen des juristischen Alltags

  • Umgang mit Mandanten,
  • Revisionsanträge,
  • Einreichen von Anträgen auf Berufung,
  • Anwendung von Formularen
  • und anderem.

Nebenbei absolviert der Referendar praktischen Dienst

  • in einer Rechtsanwaltskanzlei,
  • bei der Staatsanwaltschaft und
  • bei einem Gericht.

Das Referendariat endet mit dem zweiten juristischen Staatsexamen. Erkennt die Anwaltskammer dieses an, erhält der nunmehrige "Volljurist" auf Antrag eine Zulassung als Rechtsanwalt. Möchte er Richter werden, steht eine weitere Qualifizierung an.

Tätigkeit

Als Rechtsanwalt / Rechtsanwältin spezialisiert man sich meistens auf ein bestimmtes Gebiet. Die gängigsten Fachrichtungen sind Strafrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht und auch das Finanzrecht. Einige Anwälte haben aber auch mehrere Fachrichtungen. Die Aufgaben liegen in der Beratung der Mandanten und in der Vertretung vor Gericht. Um das zu können, muss der/ Anwalt/Anwältin sich in die Materie des jeweiligen Falles einarbeiten und teilweise Nachforschungen anstellen. Der Mandant stellt hierzu eine Vollmacht aus, die den Anwalt berechtigt im Namen des Mandanten zu handeln und Informationen zu bekommen.

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