Eine Weiterbildungsform mit langer Tradition ist die Abendschule, ein Bildungsinstitut, an dem Sie Ihren Schulabschluss nachholen können, während Sie bereits beruflich tätig sind. Das gilt sowohl für den Haupt- und Realschulabschluss (Mittlere Reife) als auch für die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Die Abendschule bietet neben den Schulabschlüssen im zweiten Bildungsweg meistens auch berufliche Weiterbildung mit Abschluss als Techniker, Fachwirt oder Meister an.
Wie der Name schon sagt, findet der Unterricht in der Abendschule abends nach der Arbeitzeit statt. Je nach Bedarf werden die Abendveranstaltungen durch Samstagsunterricht ergänzt. Da der Lehrplan in der Regel ziemlich straff ist und die Teilnehmer nur wenige Stunden verpassen dürfen, ohne den Abschluss zu gefährden, ist die Abendschule durchaus anstrengend. Man sollte auch nicht unterschätzen, dass der hohe Zeitaufwand sich auf das Privatleben auswirken kann (Familie, Freunde, Hobbies, etc.). Es ist keine Frage, dass sich der Aufwand in beruflicher Hinsicht lohnt, doch sollten Sie sich angesichts der damit verbundenen Kosten vorher sicher sein, dass Sie mit den Anforderungen zurecht kommen. Andererseits ist natürlich die Unterstützung durch Familie und Freunde ein nicht unerheblicher Erfolgsfaktor bei der Abendschule.
Volkshochschulen, IHKs und mittlerweile auch viele private Bildungsinstitute bieten Abitur, Meister, Fachwirt etc. in Form von Abendschulen an. Falls Sie eine Förderung durch die Agentur für Arbeit beanspruchen möchten, sollten Sie vor Vertragsabschluss klären, ob die Abendschule vom Arbeitsamt zertifiziert und damit überhaupt erst förderfähig ist. Wurde die Förderung oder der Bildungsgutschein genehmigt, sind Sie verpflichtet, die Abendschule auch regelmäßig zu besuchen und bis zum Abschluss durchzuhalten. Ein Abbruch, der nicht gesundheitlich oder durch die Aufnahme einer neuen Arbeitsstelle bedingt ist, führt in der Regel dazu, dass Sie die erhaltene Förderung an die Agentur für Arbeit zurückzahlen müssen.