Natürlich wollen Sie sich in Ihrer Bewerbung möglichst gut und umfassend Ihrem zukünftigen Arbeitgeber präsentieren. Da ist es verständlich, wenn Sie wirklich alle Informationen in das Anschreiben "quetschen" wollen, schließlich ist das der einzige Teil der Bewerbung, von dem Sie sicher sein können, dass der Empfänger ihn liest.
Zu viele Informationen im Anschreiben führen aber nur dazu, dass das Schreiben viel zu überladen und lang wird. Ihr Bemühen, sich möglichst umfassend vorzustellen, führt im schlimmsten Fall dazu, dass Sie einen schlechteren Eindruck machen. Halten Sie also das Anschreiben kurz und verständlich.
Wenn Sie dem Arbeitgeber mehr über sich mitteilen wollen, können Sie dafür gut die so genannte dritte Seite verwenden. Dieser Teil von Bewerbungseinlagen hat sich in den letzten zehn Jahren bei uns eingebürgert und eignet sich für verschiedene Zwecke.
Ideal ist die dritte Seite beispielsweise, wenn Sie mit der Bewerbung einen drastischen Richtungswechsel vollziehen, also sich beispielsweise nach Jahren im Finanzwesen nun für eine Stelle im Gartenbau bewerben o.ä. Erklären Sie verständlich und nachvollziehbar, wie Sie diese Entscheidung getroffen haben und warum Sie trotz des Mangels an Erfahrung für die Stelle geeignet sind.
Wenn aus Ihrem Lebenslauf für andere nicht hervorgeht, in welche Richtung Sie sich entwickeln, können Sie an dieser Stelle auf der dritten Seite beschreiben, warum Ihre Entscheidungen für Sie selbst immer schlüssig und richtig waren. Eventuell vermeiden Sie so damit, vom Arbeitgeber für ziellos und unschlüssig gehalten zu werden. Diese Möglichkeit haben Sie ohne die dritte Seite weder im Anschreiben noch im Lebenslauf.
Eine spezielle Variante der dritten Seite ist auch das Kompetenzprofil. Hier lässt sich zum Beispiel sehr übersichtlich aufführen - meist in einfacher Tabellenform - welche Tätigkeiten man bereits ausgeführt und welche Kompetenzen man hatte. Gerade bei Berufen, die viel von Projektarbeit bestimmt wird, gibt es in Anschreiben und Lebenslauf keine Möglichkeit, dies gut dazustellen.
Im Kompetenzprofil können Sie aber deutlich machen, wie viele Projekte mit welchen Problemstellungen Sie geleitet haben, mit wie vielen Mitarbeitern, und welche Methoden dabei zum Einsatz kamen.
In gewisser Hinsicht übernimmt die dritte Seite in der Version Kompetenzprofil die Funktion der Arbeitsproben. Entscheiden Sie je nach Beruf und Unternehmen, was für Sie persönlich geeignet ist; eventuell kann es auch sinnvoll sein, sozusagen zwei dritte Seiten in die Bewerbung einzufügen: ein Motivationsschreiben und ein Kompetenzprofil.
Alternativ können Sie auch Ihre Aufgaben und Ihre Verantwortung bei Ihren früheren Arbeitsstellen aufführen, mit den dabei erforderlichen und auch dabei erworbenen Fähigkeiten und Kenntnissen. In diesem Fall können Sie den Lebenslauf sehr kurz und übersichtlich halten, weil die entsprechenden Informationen ja in Ihrem Kompetenzprofil ausgeführt werden.
Kurz: Auf der dritten Seite können Sie all das vermitteln, was nicht in Lebenslauf und Anschreiben passt, das Sie aber trotzdem unbedingt Ihrer Bewerbung hinzufügen möchten.