Bewerbungen per E-Mail sind für beide Seiten enorm praktisch. Für den Bewerber bedeutet eine E-Mail-Bewerbung, keine Portokosten und schnelle Reaktionszeit. Für den Arbeitgeber: Keine Papierstapel, keine Kosten für das Zurücksenden.
Noch vor einigen Jahren wurde die Bewerbung per E-Mail auch als Beweis dafür angesehen, dass der Bewerber auch mit den neuen Kommunikationsmethoden zurechtkommt - heute wird das allerdings genauso vorausgesetzt wie der Umgang mit dem Telefon.
Egal ob Sie sich auf eine Stellenanzeige des Unternehmens oder initiativ bewerben, das Anschreiben kommt immer in den Text der E-Mail. Hängen Sie Ihr Anschreiben nicht als Dokument an! In die Betreffzeile schreiben Sie bitte nicht nur "Bewerbung", sondern genau das, was Sie bei einer schriftlichen Bewerbung in die Betreffzeile schreiben würden, also die genaue Stellenbezeichnung und eventuelle Zusatzinformationen: "Bewerbung als Bürokauffrau; Kennziffer 08/15". Bei einer Initiativbewerbung per E-Mail schreiben Sie entsprechend: "Initativbewerbung als Bürokauffrau".
Verwenden Sie für die E-Mail nur Text, nicht alle Mail-Programme stellen HTML-Mails korrekt dar oder zeigen spezielle Auszeichnungen wie fett und kursiv richtig an.
Die Formulierung der E-Mail-Bewerbung ist so einfach oder schwer wie bei jeder anderen Bewerbung. Den Text verfassen Sie ganz genau so wie in einem "normalen" Anschreiben. Lassen Sie sich nicht dazu verführen, in einer E-Mail formloser zu schreiben! Schreiben Sie den Ansprechpartner möglichst direkt an, mit "Sehr geehrte Frau Soundso/Sehr geehrter Herr Soundso". Halten Sie das Anschreiben wenn möglich noch kürzer und klarer als Anschreiben für auf dem Postweg verschickte Bewerbungen.
Vergessen Sie nicht, am Ende des Textes Ihre Kontaktdaten anzugeben - bei einem schriftlichen Anschreiben hätten Sie das ja schon im Briefkopf erledigt.
Nun hängen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an die Mail an. Verwenden Sie dafür Dateiformate, die allgemein zugänglich sind. Kaum ein Arbeitgeber hat Lust, sich speziell für Ihre Bewerbung besondere Software zu beschaffen, um Ihre Dateien zu öffnen. Sehr praktisch ist das PDF-Format, da es für Texte (z.B. Lebenslauf) und Bilder (gescannte Zeugnisse) gleichermaßen gut geeignet ist. Für Texte ist es sogar besser geeignet als ein Text-Dokument, weil die Datei vom Empfänger nicht mehr verändert werden kann. Außerdem kann fast jeder Empfänger PDF-Dateien problemlos öffnen und ansehen.
Sie können jedes Dokument einzeln anhängen, dann geben Sie bitte jedem Dokument einen eindeutigen Namen (Lebenslauf.pdf, Abiturzeugnis.pdf, Praktikumsnachweis.pdf usw.). Sie können aber auch sozusagen Ihre komplette Bewerbungsmappe als eine einzige PDF-Datei verschicken, in der der Arbeitgeber dann blättern kann. Auch in diesem Fall bitte einen deutlichen Dateinamen vergeben, etwa "Bewerbung Bürokauffrau Andrea Müller". Weisen Sie gegebenfalls auch in Ihrem Anschreiben darauf hin, welche Dokumente in Ihrer Komplett-Bewerbung zu finden sind.
Achten Sie bei Bewerbungen per E-Mail in jedem Fall auf die Dateigröße. Experimentieren Sie, wie weit Sie die Dateien komprimieren können, ohne dass die Dokumente, vor allem Ihre Zeugnisse, unleserlich werden.
Bei Initiativbewerbungen sollten Sie nicht sofort Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen mit der E-Mail schicken. Wie bei der schriftlichen Initiativbewerbung reichen hier Anschreiben, angepasster Lebenslauf, und eventuell die Dritte Seite. Bieten Sie im Anschreiben an, dass Sie bei Interesse Ihre restlichen Bewerbungsunterlagen gerne zuschicken.
Abgesehen davon gelten aber für die Initiativbewerbung per E-Mail die gleichen Grundsätze wie für die E-Mail-Bewerbung auf eine Stellenanzeige.