Gehaltsvorstellung

         

    Gehaltsvorstellung

    "Bitte schicken Sie Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen zusammen mit Ihren Gehaltsvorstellungen an ..." Dieser Satz lässt Bewerber erbeben - vor Unsicherheit. Einen Gehaltswunsch zu formulieren ist immer schwierig: Weder will man sich durch überzogene Forderungen selbst aus dem Rennen werfen, noch möchte man sich unter Wert verkaufen.

    Besonders schwierig haben es Berufseinsteiger, die noch nicht wissen, was für ihre Arbeit in einer bestimmten Branche gezahlt wird und deswegen noch gar keine Gehaltsvorstellungen haben sowie Arbeitslose, die buchstäblich für jeden Preis arbeiten würden, aber andererseits auch gerne ihren Lebensunterhalt von ihrem Gehalt bestreiten können möchten.

    Wer sich aus einer anderen Arbeitsstelle heraus bewirbt, hat es da noch mit am einfachsten. Weniger Geld akzeptieren die wenigsten, außer man bewirbt sich auf eine Stelle mit kürzerer Arbeitszeit oder weniger Verantwortung. Im Normalfall wird man aber bei einem Stellenwechsel auch ein besseres Gehalt anstreben.

    Auf der einen Seite muss man auch einberechnen, ob durch die neue Stelle auch mehr Ausgaben ins Haus stehen - Umzug, längere Anfahrt, andere Garderobe etc. Je nach Wagemut - und Kenntnis über die Finanzlage des Unternehmens - kann man dann zehn bis maximal zwanzig Prozent auf das aktuelle Gehalt aufschlagen, den Betrag als Gehaltsvorstellung angeben und auf das Beste hoffen. Eine Steigerung in dieser Höhe ist durchaus üblich und wird auch akzeptiert.

    Generell empfiehlt es sich, eine Bandbreite bei den Gehaltsvorstellungen zu nennen. Gehen Sie dafür von dem untersten für Sie akzeptablen Gehalt (etwa Ihrem aktuellen Brutto-Gehalt) aus und erhöhen Sie diesen Betrag um 15 bis 20 Prozent. Dies ist der untere Betrag. Für die "Obergrenze" müssen Sie etwas nach Gefühl gehen. Bleiben Sie dabei aber realistisch und bedenken Sie, dass es auf den Arbeitgeber nicht gerade gut wirkt, wenn Ihre Gehaltsvorstellung ganz offensichtlich an den Haaren herbeigezogen ist.

    Die Gehaltsvorstellung wird üblicherweise als Jahresgehalt angegeben, nicht als Monatsgehalt. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur Ihr aktuelles Gehalt, sondern auch Leistungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen, Firmenwagen oder ähnliches. Die Brutto-Gehaltsspanne macht es auch leichter, Stellenangebote in dieser Hinsicht miteinander zu vergleichen, indem Sie nämlich das Gehalt und die Zusatzleistungen addieren.

    Wägen Sie auch ab, was für Sie persönlich wichtiger ist - mehr Geld oder mehr Freizeit? Kann der Firmenwagen und großzügige Förderung Ihrer Weiterbildung vielleicht einen geringeren Verdienst wettmachen? Sparen Sie durch einen kostenlosen Firmenkindergarten vielleicht das Geld für eine Tagesmutter, so dass Sie trotz geringeren Gehalts am Ende des Monats trotzdem besser dastehen als im vorherigen Job?

    Am einfachsten sind natürlich Bewerbungen für Stellen im öffentlichen Dienst oder in Unternehmen, bei denen die Bezahlung tariflich geregelt ist. Hier stellt sich die Frage nach Gehaltsvorstellungen erst gar nicht.

    Wird in der Stellenanzeige die Angabe der Gehaltsvorstellungen verlangt, sollten Sie diesem Wunsch auch nachkommen. Gar keine Gehaltsangabe macht in den meisten Fällen einen noch schlechteren Eindruck als ein überhöhter Wunsch. Auch ein ausweichendes "Über meine Gehaltsvorstellungen können wir gerne bei einem persönlichen Treffen besprechen" kommt nicht immer gut an.

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