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Karrierelexikon

Lebenslauf - was muss alles im Lebenslauf stehen ?

Inhaltsverzeichnis

Der Lebenslauf ist der Bestandteil Ihrer Bewerbung, in dem Sie Ihre Ausbildung und bisherige Laufbahn in zeitlicher Reihenfolge präsentieren. Ihr potenzieller Arbeitgeber erfährt so nicht nur, wie qualifiziert Sie sind, sondern auch welche Stationen Sie in Ihrer Karriere durchlaufen haben.

Früher war ein sehr geradliniger, schlüssiger Lebenslauf noch die Norm. Soll heißen: Schulabschluss, Ausbildung, Übernahme durch den gleichen Betrieb oder Anstellung bei einem anderen Unternehmen, eventuelle Stellenwechsel. Heute sind Arbeitnehmer viel mobiler und flexibler, sodass die Lebensläufe nicht mehr ganz so geradlinig ablaufen. Oft befinden sich in den Lebensläufen Brüche. Das bedeutet, dass es zwischendurch Veränderungen im Berufsleben oder auch Pausen gibt, etwa durch Mutterschutz, Erziehungszeit oder auch Arbeitslosigkeit. Diese Zeiten muss man nicht verschweigen.

Sie brauchen eine eventuelle Zeit der Arbeitslosigkeit nicht ausdrücklich im Lebenslauf aufführen, aber spätestens beim Vorstellungsgespräch werden Sie auf etwaige Lücken angesprochen. Ehrlichkeit ist dann die beste Antwort. Sicherlich wird es Ihnen kein Arbeitgeber zur Last legen, wenn die Firma, für die Sie gearbeitet haben, Sie aus wirtschaftlichen Gründen gehen lassen musste.

Längere Perioden der Arbeitssuche können Sie entschärfen, wenn Sie angeben, welche Gegenmaßnahmen Sie während dieser Zeit ergriffen haben. Sei es in Form von Fortbildungen oder durch den Besuch verschiedener Maßnahmen, die die Arbeitsagentur anbietet. Auch Aushilfstätigkeiten oder Praktika, um andere Firmen und Branchen kennenzulernen, zeigen, dass Sie nicht nur tatenlos rumgesessen haben.

Der Lebenslauf wird üblicherweise in tabellarischer Form verfasst, nur selten wird noch ein ausführlicher, ausformulierter Lebenslauf verlangt. Auch die handschriftliche Version ist spätestens seit der Verbreitung der Bewerbung per E-Mail unüblich geworden.

Enthalten sind im Lebenslauf immer die persönlichen Daten, Ihre Ausbildung und der berufliche Werdegang. Ihre zusätzlichen Kenntnisse und Fähigkeiten führen Sie im Anschluss auf. Idealerweise wird aus Ihrem Lebenslauf die Weiterentwicklung Ihrer hard skills, also ihrer fachlichen Qualifikation, deutlich, ebenso wie Ihr persönliches Bemühen um Weiterbildung. Belegen Sie alle Stationen und Qualifikationen durch die jeweiligen Zeugnisse und Zertifikate.

Wenn es für Ihre Bewerbung vorteilhaft ist, können Sie auch privates Engagement und Freizeittätigkeiten erwähnen. Das könnte etwa die jahrelange Arbeit mit christlichen Jugendgruppen sein, wenn Sie sich um eine Stelle bei einem kirchlichen Arbeitgeber bewerben. Oder Ihre Fortbildungen als Teamleiter bei einer Bewerbung als Verkäufer in einem Sportgeschäft, usw. Bei einer Bewerbung als Bankmanager beispielsweise ist beides eher unwichtig.

Der Lebenslauf sollte nicht länger sein als zwei DIN A4 - Seiten. Wird es doch länger, streichen Sie alles heraus, was für die Stelle unwichtig ist, auf die Sie sich bewerben. Es ist nicht notwendig, jedes Schülerpraktikum, welches zehn oder mehr Jahre zurückliegt, aufzuführen.

Ein Lebenslauf wird immer unterschrieben und trägt das aktuelle Datum. Ändern Sie deswegen auch bei vorbereiteten Dateien immer das Datum.

Regeln für den Lebenslauf:

  • Vollständig
  • Nachvollziehbar (Belege & Nachweise)
  • Übersichtlich
  • Relevant

Ausformulierter Lebenslauf

Anders als der tabellarische Lebenslauf wird für den ausführlichen Lebenslauf jede Station der Ausbildung und des beruflichen Werdegangs in kompletten Sätzen wiedergegeben. Damit die Übersichtlichkeit erhalten bleibt, wird jeder Punkt zweckmäßigerweise in einem eigenen Absatz dargestellt

Da die Informationen in Textform und nicht in Stichpunkten wiedergegeben werden, haben Sie hier die Möglichkeit, einzelne Stationen ausführlicher zu behandeln. Das ist von Vorteil, wenn Sie etwa für eine lange Zeit im gleichen Unternehmen mit derselben Stellenbezeichnung tätig waren, sich Ihre Aufgaben aber geändert haben.

Sie können hier direkt darauf eingehen, dass Sie im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben und Verantwortung, vielleicht auch Personalverantwortung hatten. Für die gleiche Station würde im tabellarischen Lebenslauf streng genommen nur die Dauer und die Position stehen, ohne dass Sie erklären können, was genau Sie dabei zu tun hatten.

Sie haben im ausformulierten Lebenslauf auch den Platz und die Möglichkeit, Ihre Entscheidungen besser darzustellen, wenn sich etwa während einer bestimmten Tätigkeit ein neues Interesse gebildet hat, dass Ihre weitere Ausbildung und Laufbahn beeinflusst hat.

Wichtiger als die absolut strikte zeitliche Reihenfolge ist hier deswegen der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Tätigkeiten bzw. Arbeitsstellen und Entscheidungen.

Der ausführliche Lebenslauf ist zwangläufig länger als die tabellarische Version, trotzdem sollten Sie nicht zu weit ausschweifen. Länger bedeutet nicht unbedingt besser. Je nach Ihrem Alter und der Anzahl Ihrer beruflichen Stationen kann der Lebenslauf durchaus bis drei Seiten lang sein.

Wie der tabellarische Lebenslauf trägt auch der ausformulierte Lebenslauf das aktuelle Datum und wird unterschrieben. Er sollte ebenso übersichtlich und klar strukturiert sein wie sein tabellarisches Gegenstück.

Ausformulierte Lebensläufe werden heute nur noch in den allerseltensten Fällen verlangt. Sehr gebräuchlich sind sie allerdings noch im akademischen Bereich, etwa bei einer Bewerbung um ein Stipendium oder einen Auslandsaufenthalt. Aber auch in diesem Bereich wird kaum mehr ein handschriftlich verfasster Lebenslauf verlangt.

Europäischer Lebenslauf

Mit dem europäischen Lebenslauf soll es Bewerbern möglich gemacht werden, sich europaweit zu bewerben. Das ist natürlich mit einem herkömmlichen Lebenslauf ebenso möglich, die unterschiedlichen Gepflogenheiten und Abschlüsse in den unterschiedlichen Staaten machen es den Personalabteilungen jedoch schwer, die Qualifikationen aus dem Ausland mit denen aus dem Inland zu vergleichen.

Eingeführt wurde der europäische Lebenslauf im Jahr 2004, um die Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen zu fördern. So können sich Bewerber nun europaweit „gültige“ Bewerbungsunterlagen zusammenstellen.

Den Lebenslauf kann man online im Internet erstellen. Die fertige Version kann dann als Dokument heruntergeladen werden oder man kann ihn sich per E-Mail zuschicken lassen. Einmal erstellt lässt sich der Lebenslauf aktualisieren, indem man Angaben ändert bzw. neue Informationen hinzufügt.

Die Vorlage für den Lebenslauf ist in verschiedenen Sprachen erhältlich. Abgefragt werden alle Informationen, die man auch in herkömmlichen Lebensläufen findet, also die persönlichen Daten, Schulbildung, Berufsausbildung, Sprachkenntnisse, usw. Ein Foto kann hochgeladen und in den Lebenslauf integriert werden.

Bei den Sprachen gibt es im so genannten Europass-Lebenslauf die Möglichkeit zur Selbstbeurteilung. Hier kann man eingeben, wie gut man eine Fremdsprache beherrscht. Gefragt wird nach Verstehen (Hören und Lesen), Sprechen (an Gesprächen teilnehmen und zusammenhängendes Sprechen) und Schreiben.

Am Ende des Vorgangs kann der europäische Lebenslauf in verschiedenen Dateiformaten heruntergeladen und abgespeichert werden. Die Daten werden nicht dauerhaft auf den Europass-Servern gespeichert.

Zusätzlich zum europäischen Lebenslauf gibt es noch weitere Dokumente, die die Bewerbungsunterlagen ergänzen können. Dazu zählt vor allem auch der Euro-Sprachenpass, der die Kenntnisse in Fremdsprachen sehr detailliert darstellt.

Darüber hinaus gibt es noch den Mobilitätsnachweis, die Zeugniserläuterung und den Diplomzusatz. Mit diesen Vorlagen kann man Auslandsaufenthalte zu Studien- oder Fortbildungszwecken belegen und dem potenziellen Arbeitgeber das Vergleichen des (für ihn) ausländischen Schulabschlusses bzw. Hochschulabschlusses mit den Abschlüssen seines Landes vereinfachen.

Handschriftlicher Lebenslauf

Vor dem Zeitalter von Schreibmaschine und Computer war der Lebenslauf immer handschriftlich abzufassen, einfach weil es keine andere Möglichkeit gab. Heute ist dies unüblich geworden, schon weil die Bewerbung per E-Mail und über Online-Formulare immer beliebter wird.

Manchmal wird aber auch heute tatsächlich noch ein handschriftlich abgefasster Lebenslauf verlangt, weil der Arbeitgeber sich graphologisch zu erreichende Kenntnisse über den Bewerber verspricht. Daran mag man glauben oder auch nicht. Wenn man sich auf eine der raren Stellenanzeigen bewirbt, die speziell einen handschriftlichen Lebenslauf verlangt, dann sollte man sich daran halten.

Als erstes bereitet man den ausformulierten Lebenslauf vor, so dass man ihn nur noch abschreiben braucht. Lesen Sie ihn aufmerksam durch und korrigieren Sie Rechtschreibfehler. Beachten Sie bei der Vorlage für den Lebenslauf die Hinweise für den ausführlichen Lebenslauf.

Wie für alle anderen Dokumente der Bewerbung ist es auch hier gut, wenn man eine zweite Person Korrektur lesen lässt. Ein zweiter Leser kann auch manch unebenen Satz verbessern, was sich beim Abschreiben wiederum positiv auf das Schriftbild auswirken kann. Wenn Sie nämlich einen komplizierten und verschachtelten Satz abschreiben, sind Fehler häufiger, als wenn der Text flüssig zu lesen ist.

Im Anschluss überträgt man ihn auf unliniertes Papier von guter Qualität. Dahinter legt man liniertes Papier, um gerade Zeilen einhalten zu können, ganz wie in der Schule. Als Stift wird oft ein Füller bevorzugt, weil er ein schönes Schriftbild macht und die Tinte gleichmäßig fließt. Alternativ kann aber auch ein Tintenroller verwendet werden. Sie sollten Ihren Lebenslauf keinesfalls mit Kugelschreiber oder anderen Stiften schreiben. Auch bunte Tinte sollte eher nicht benutzt werden. Blaue oder auch schwarze Tinte ist immer akzeptabel.

Setzen Sie sich entspannt hin und lassen Sie sich Zeit beim Schreiben, sonst sind Patzer und Flüchtigkeitsfehler vorprogrammiert. Sollten Sie sich doch einmal verschreiben, müssen Sie leider noch einmal neu anfangen. Durchstreichen oder den Tintenkiller zum Einsatz bringen geht beim handschriftlichen Lebenslauf nicht.

Beim handschriftlichen Lebenslauf gilt anders als beim tabellarischen Lebenslauf nicht die "Zwei-Seiten-Regel". Erstens ist der Lebenslauf ausformuliert, zweitens hängt die Länge des Textes auch sehr von Ihrer Handschrift ab. Der Lebenslauf kann also bedeutend länger als die üblichen zwei Seiten sein.

Tabellarischer Lebenslauf

Ihrem Lebenslauf lässt sich alles über Ihre Ausbildung und Ihren beruflichen Werdegang entnehmen. Lassen Sie deshalb nichts aus und geben Sie auch "Lücken", wie etwa Zeiten der Arbeitslosigkeit, zu.

Im tabellarischen Lebenslauf führen Sie alle Stationen ihrer Ausbildung und alle Stellen auf, die Sie bis zum Zeitpunkt des Verfassens hatten. Die Reihenfolge ist dabei chronologisch; bei älteren Bewerbern ist eine umgekehrt chronologische Reihenfolge (oft "amerikanische Reihenfolge" genannt) sinnvoll. Schließlich sind die letzten Arbeitsstellen und neuesten Qualifikationen interessanter für den Personalchef als die Schulbildung.

Die chronologische Reihenfolge im tabellarischen Lebenslauf gilt innerhalb der einzelnen Abschnitte: Schulbildung, Berufsausbildung und bisherige Tätigkeiten. Dazu kommen noch die Blöcke Kenntnisse/Fähigkeiten und Sonstiges. Unter diesem Punkt kann man beispielsweise Hobbies und ehrenamtliche Tätigkeiten aufführen, die für die zu besetzende Stelle wichtig sein könnten. Zudem kann man dem Arbeitgeber so auch schon einen kleinen Einblick in die eigene Persönlichkeit vermitteln.

Immer im Lebenslauf enthalten, egal ob tabellarischer oder ausführlicher Lebenslauf, sind die persönlichen Daten des Bewerbers, also Name, Adresse, Geburtsdatum und -ort (bei Ausländern Geburtsland). Der Familienstand und die Anzahl der Kinder sind Angaben, die Sie nicht zwingend aufführen müssen.

Die Staatsangehörigkeit wird heutzutage nur bei Ausländern angegeben, ebenso ist die Konfession nur dann wichtig, wenn Sie sich bei einer kirchlichen Einrichtung bewerben.

Danach kommen dann Bildung, Ausbildung, bisherige Tätigkeiten und Sonstiges.

Natürlich müssen und können Sie bei Ihren persönlichen Daten und Ihrer Bildung bzw. ihren vorhergehenden Stellen nichts ändern. Es spricht aber nichts dagegen und allerhand dafür, dass Sie beispielsweise durch die Anordnung Ihrer zusätzlichen Kenntnisse und Fähigkeiten vor allem denen Beachtung verschaffen, die für die jeweilige Arbeitsstelle wichtig sind oder interessant sein könnten.

Beispielsweise sollten Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse prominenter als Ihre Qualifikation in der Kinderpflege darstellen, wenn Sie sich um eine Stelle bewerben, bei der Fremdsprachen wichtiger sind, als mit Kindern umgehen zu können. Prüfen Sie also, ob es eine Möglichkeit gibt, den Lebenslauf für eine Bewerbung anzupassen.

Achten Sie darauf, dass in Ihrem Lebenslauf in Tabellenform keine Lücken auftauchen, für die Sie keine Erklärung haben. Es ist heutzutage keine Schande, wenn Sie, auch für eine längere Zeit, keine Arbeitsstelle hatten. Idealerweise können Sie aber auch belegen, dass Sie sich in dieser Zeit fortgebildet haben, sich aktiv um eine neue Arbeitsstelle beworben haben oder dass ein Lottogewinn es Ihnen ermöglicht hat, sechs Monate um die Welt zu reisen.

Lassen Sie diese Lücke unkommentiert in Ihrem Lebenslauf stehen, kann der Arbeitgeber schließlich nicht ahnen, ob Sie in dieser Zeit eine zusätzliche berufliche Weiterbildung gemacht haben, ein Familienmitglied gepflegt haben oder etwa im Gefängnis waren.

Bei der Gestaltung des Lebenslaufs haben Sie freiere Hand, als Sie vielleicht vermuten. Natürlich sollten Sie auch immer daran denken, für welche Position Sie sich bewerben und wie das Unternehmen sich nach außen darstellt. In manchen Fällen ist eine konservative Art und Weise besser, manchmal können Sie aber auch etwas kreativer werden und so vielleicht positiv auffallen, um in der Bewerberflut herauszuragen.

Beachten Sie auch, dass der Lebenslauf in Stil, Form, Schriftart und farblicher Gestaltung zu den restlichen Bewerbungsunterlagen passen sollte, um ein stimmiges Gesamtbild zu ergeben. Der tabellarische Lebenslauf muss immer mit dem aktuellen Datum versehen sein und von Hand unterschrieben werden.

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