Die "richtige" Kleidung für das Vorstellungsgespräch trägt zu einem großen Teil dazu bei, wie Sie von Ihrem Gesprächspartner bzw. Ihren Gesprächspartnern wahrgenommen werden. Was in Sachen Bewerbungsoutfit als richtig oder angemessen gilt, hängt zuallererst von der Branche ab. Von einer Modejournalistin wird selbstverständlich eine anderes Outfit erwartet als von einer Bankkauffrau oder einer Kfz-Mechanikerin. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre Persönlichkeit komplett hinter Ihrer Kleidung verstecken müssen.
Sie wissen selbst am besten, was in Ihrer Branche, bzw. auf der Position, für die Sie sich bewerben, angemessen ist und was im Vorstellungsgespräch von Ihnen erwartet wird. Einige "Regeln" für die Kleidung beim Vorstellungsgespräch gelten aber immer, ganz unabhängig davon, was Sie tragen.
Die Kleidung für das Bewerbungsgespräch soll selbstverständlich sauber und gepflegt sein und gut sitzen. Komplett brandneue und "ungetestete" Kleidung ist dagegen keine gute Idee. Sie können sich ein komplett neues Outfit kaufen, vor allem wenn Sie zum ersten mal ein Vorstellungsgespräch haben und noch kein "Bewerbungs-Outfit" haben, oder wenn Ihre bisherigen Bewerbungsgespräch im Sommer waren, Sie sich jetzt aber im Winter vorstellen müssen.
In diesem Fall sollten Sie aber unbedingt ausprobieren, wie die Kleidung unter "Vorstellungsgespräch-Bedingungen" wirkt. Oft kann ein Anzug oder ein Kostüm im Geschäft vor dem Spiegel sehr gut aussehen, beim Sitzen an einem Tisch jedoch stellt sich heraus, dass die Ärmel doch ein bisschen zu eng sind, die Hose im Schritt seltsame Falten wirft oder die Kostümjacke über dem Busen aufklafft.
Kommt dann noch hinzu, dass Sie es nicht gewöhnt sind, ein Kostüm oder einen Anzug zu tragen, kann es gut sein dass Sie ständig an Ihrer Kleidung herumzupfen und -ziehen und dadurch einen unnötig nervösen Eindruck machen. Kurz und gut: Sie müssen sich in Ihrem Bewerbungs-Outfit körperlich wohlfühlen und sich darin bewegen können. Für Frauen gilt zusätzlich: Nicht zuviel Haut zeigen, auch nicht bei hochsommerlichen Temperaturen.
Natürlich sollten auch die Schuhe sauber und ordentlich sein; abgetretene Absätze wirken ungepflegt und abstoßend.
Frauen müssen sich auch noch Gedanken um Schmuck und Make-up machen. Beides sollte eher dezent eingesetzt werden, auch wieder abhängig von branchenüblichen Standards. Schmuck ist kein absolutes Tabu: Sparsam eingesetzter Schmuck kann Ihre Individualität betonen, ein Zuviel an Schmuck kann Sie schnell unprofessionell wirken lassen, denn hörbares Klimpern von Ohrringen, Ketten und Armschmuck ist immer ein Anzeichen dafür, dass Sie es übertrieben haben.
Wenn Sie sich sonst nie schminken, sollten Sie nicht unbedingt für das Vorstellungsgespräch damit anfangen. Ein bisschen Make-up kann allerdings im Notfall kleine Pickelchen und ähnliche "Makel" verdecken und Ihnen so ein bisschen Sicherheit und Gelassenheit geben.
Die Handtasche sollte zum Bewerbungs-Outfit passen, modische Highlights können unangebracht wirken. Ideal ist es, wenn Sie zum Vorstellungsgespräch Ihre Unterlagen in einer eleganten oder praktischen Aktenmappe mitbringen, in die auch noch ein paar notwendige Utensilien passen, etwa Taschentücher, Puder oder Atemspray.
Vergessen Sie nicht, dass Ihre Kleidung fürs Bewerbungsgespräch zwar in den ersten Sekunden und Minuten den Eindruck bestimmt, den Ihr Gegenüber von Ihnen hat. Danach beeindrucken Sie aber mehr durch Ihr Wissen und Ihr Können. Normalerweise hat der Personalchef Ihr Outfit in dem Moment vergessen, in dem Sie sein Büro verlassen. So sollte es auch sein - oder möchten Sie etwa, dass Ihre Kleidung mehr Eindruck macht als Ihre Persönlichkeit?