Ihre Stimme und Sprechweise trägt entscheidend dazu bei, wie Sie von Ihrem Gesprächspartner wahrgenommen werden. Das ist im persönlichen Gespräch Angesicht von Angesicht so und noch mehr natürlich bei Telefongesprächen. Dabei ist Ihre Stimme natürlich das einzige, was Ihr Gesprächspartner von Ihnen hat. Es ist also nicht nur wichtig, was Sie sagen, sondern auch, wie Sie es sagen.
Wir machen uns meist nur wenig bewusst, wie unsere Stimme auf andere wirkt. Nur in "Extremsituationen" fällt uns auf, wie sehr die Stimme von der Stimmung beeinflusst wird. In Stresssituation kann es sein, dass die Stimme heiser, rau oder hoch und quietschig wird. Viele Fehler lassen sich aber schon durch einfache Tricks vermeiden.
Es ist ganz natürlich, dass man bei Bewerbungsgesprächen ein bisschen nervös ist und einen trockenen Mund bekommt. Das lässt sich einfach dadurch lindern, dass man ein wenig von dem Getränk, das man sowieso üblicherweise angeboten bekommt, trinkt.
Sollte Ihnen nichts angeboten werden, können Sie auch ganz offen um ein Getränk bitten: "Entschuldigen Sie, ich bin ein bisschen aufgeregt und habe einen trockenen Mund, könnte ich vielleicht ein Glas Wasser bekommen?" Dafür hat jeder Personalchef Verständnis. Sie müssen dann auch nicht mehr einen Teil Ihrer Energie darauf verschwenden, Ihre Nervosität zu überspielen, Sie können sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Wenn Sie den sprichwörtlichen "Frosch im Hals" haben, sollten Sie vermeiden, sich allzu oft zu räuspern. Es unterbricht Ihren Redefluss und macht es schwerer, Sie zu verstehen. Versuchen Sie, Ihre Halsmuskeln zu entspannen, das kommt Ihrer Stimme zugute. Eine aufrechte, entspannte Körperhaltung trägt ebenso zu einem volleren Klang Ihrer Stimme bei. So können Sie auch vermeiden, dass Ihre Stimme höher als sonst ist, was bei Anspannung oft vorkommt.
Wenn Sie wissen, dass Ihre Stimme sich bei Stress sehr verändert, machen Sie am besten schon vor dem Vorstellungsgespräch ein paar Atem- und Entspannungsübungen. Seufzen beispielsweise hat sich sehr bewährt, um den Sprechapparat zu entspannen und die Stimme beim Bewerbungsgespräch voller klingen zu lassen. Auch gegen eine dauerhaft "belegte" Stimme kann das helfen.
Sie unterstreichen Ihre Kompetenz, wenn Sie langsam und deutlich sprechen. Nervosität verführt oft zum schnellen Sprechen, so dass der Partner nicht immer problemlos folgen kann, außerdem verhaspelt man sich oft. Wenn Sie sich selbst für das Sprechen mehr Zeit lassen, können Sie Ihre Gedanken auch deutlicher formulieren und zum Ausdruck bringen.
Viele Bewerber versuchen, im Vorstellungsgespräch durch besonders anspruchsvolle Formulierungen zu beeindrucken. Das kann allerdings nach hinten losgehen, wenn Sie nämlich mitten im Satz vor Aufregung den Faden verlieren und den Satz nicht mehr richtig zu Ende bringen können. Wenn Sie unbedingt Fremdwörter verwenden wollen oder müssen, sprechen Sie sie etwas langsamer und deutlicher aus, als unter normalen Umständen.
Wenn Sie Dialektsprecher sind, können Sie selbst am besten entscheiden, ob Sie im Bewerbungsgespräch hochdeutsch sprechen wollen oder nicht. Kriterien dafür sind vor allem, wo und für welche Stelle Sie sich bewerben. Wenn Ihr Dialekt nur sehr schwach ausgeprägt ist, so dass Sie überall verstanden werden, auch ohne ins Hochdeutsche zu wechseln, machen Sie damit fast immer einen besseren Eindruck als sich Ihre natürliche Ausdrucksweise mit allen Mitteln zu vergreifen.