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20% mehr Gehalt, dennoch kein Jobwechsel?

Die Freunde von Frank M. können es kaum glauben, dass er eine neue Arbeitsstelle nicht angenommen hat, obwohl dies 20 Prozent mehr Gehalt bedeutet hätte. Manchmal sind andere Dinge wichtiger als mehr Geld und auch Frank M. hat seine Gründe, warum er lieber auf ein höheres Gehalt verzichtet und seinem Job treu bleibt.

Neuer Job, neue Aufgaben

Für manche mag ein Jobwechsel verlockend klingen, besonders wenn damit ein höheres Einkommen verbunden ist. Neue Aufgaben, neue Herausforderungen und ein neues Umfeld sind Faktoren, die für einige Berufstätige motivierend sind. Raus aus der Routine und rein in ein spannendes Arbeitsfeld. Für diejenigen, die sich Veränderung wünschten und die eher lustlos zur Arbeit fuhren, kann ein Jobwechsel sehr inspirierend wirken. Wenn dann auch noch mehr Geld winkt, scheint es förmlich perfekt zu sein. Dafür verlässt man gerne ausgetretene Pfade und freut sich, gefordert zu werden und sich mehr leisten zu können. Vielleicht ist ein Ortswechsel mit dem neuen Arbeitsplatz verbunden, sodass nicht nur berufsmäßige Veränderungen anstehen, sondern ebenso das Privatleben einen frischen Anstrich erhält. Von 20 Prozent mehr Gehalt lässt sich eventuell eine schönere, größere Wohnung finden und das neue Wohnumfeld hält vielleicht bessere Freizeitangebote bereit. Ein Neuanfang mit der ganzen Familie – für den einen willkommene Abwechslung, für den anderen Stress pur.

Weniger Gehalt, dafür auch weniger Stress

Als Frank M. das Angebot einer anderen Firma samt Gehaltserhöhung erhielt, machte er sich Gedanken über die Vorteile und Nachteile eines Jobwechsels. Er schrieb sich die Punkte auf, die mit dem neuen Arbeitsplatz verbunden sind:

➤ Höheres Einkommen

➤ Höhere Position

➤ Neues Aufgabenfeld

➤ Neue Herausforderungen

➤ Größerer Verantwortungsbereich

➤ Andere Arbeitszeiten

➤ Firmenphilosophie unterscheidet sich von jetztiger

➤ Neue Kollegen

➤ Mehr Teamwork

➤ Umzug in eine andere Stadt

➤ Weiterbildungsangebote seitens des Unternehmens

➤ Arbeitsvertrag zunächst auf ein Jahr befristet

Schon beim Notieren spürte Frank M. ein unbehagliches Gefühl in der Magengegend. Mit 20 Prozent mehr Lohn könnten sich zwar einige Wünsche der Familie erfüllen, doch alle anderen Punkte sind für ihn mit Stress verbunden. Es war nicht der positive Stress, den er fühlte und der beinahe euphorisch wirkt. Er kennt die Abläufe in der Firma bestens und ist mit seinen Aufgaben vertraut. Mehr Verantwortung zu übernehmen würde in ihm einen inneren Druck auslösen und da er ein Mensch ist, dem es schwer fällt, neue Kontakte zu knüpfen, ist eine neue Kollegschaft ebenso wenig ein erwünschtes Ziel, wie mehr im Team zu arbeiten oder umzuziehen. Er und seine Frau mögen gewisse Gewohnheiten, da diese sogenannte Komfortzone ein hohes Maß an Sicherheit und Bequemlichkeit mit sich bringt. Zudem ist sein jetziger Arbeitsplatz relativ sicher. Der neue Arbeitsvertrag wäre erst einmal auf ein Jahr befristet.

Andere Knackpunkte sind die Arbeitszeiten und die Firmenphilosophie. Der Jobwechsel würde bedeuten, früher anzufangen und ebenso Wochenenddienste zu übernehmen. Dadurch müsste er sein Hobby vernachlässigen, das ihm jedoch wichtig ist. Außerdem stimmt die Unternehmensphilosophie seines bisherigen Arbeitsgebers mit seinen eigenen Werten überein.
All diese Gründe und Überlegungen haben Frank M. dazu bewogen, sich gegen einen Jobwechsel zu entscheiden. Er ist der Ansicht, lieber weniger Gehalt zu verdienen, dafür stressfreier leben und arbeiten zu können.

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