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Authentizität im Berufsleben: Aber echt!

Sind Sie echt? Ist Ihr Unternehmen, Ihr Arbeitgeber echt?

Authentizität ist ganz groß im Kommen – mehr denn je und mit unverminderter Macht. Gleichförmigkeit ist out. Produkte müssen echt wirken, ebenso wie Menschen.

Doch genau das ist für viele Arbeitnehmer schwer. Bekommt man doch schon in der Schule eingeimpft, dass man sich anpassen müsse, wenn man denn eine Ausbildungsstelle bekommen möchte. Lange Haare, Piercings und Tattoos? Bloß nicht!

Wer sich dann um einen Arbeitsplatz bewirbt, bekommt oft ähnliche Tipps: Nur nicht zu „krass“ sein. Aber bitte aus der Masse hervorheben. Und hier fängt es dann an, ein bisschen schwierig zu werden. Denn man soll ja Persönlichkeit zeigen, aber bitte nicht zu viel? Es gibt unzählige Ratgeber, wie man es nicht machen sollte. Bitte keine extravaganten Klingeltöne fürs Handy und keine Highheels. Comicsocken sind ebenso verpönt wie knallige Nagellacke.

Mittlerweile sind Fälle, in denen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Kleidungsvorschriften machen, sogar vor Gericht gelandet und die Arbeitgeber haben – wenn auch nur in Teilen – Recht bekommen. Wenn ich aber doch gerne Highheels trage und mein Handy nun mal „King of the Kill“ von Annihilator spielt? Wenn genau das ICH bin? Dann ist doch alles anderes nicht mehr authentisch, oder?
Im Berufsleben ist aber die Frage, was wichtiger ist – die eigene Authentizität oder die des Arbeitgebers? Bei IKEA beispielsweise ist es völlig egal, ob der Kassierer von oben bis unten tätowiert ist und eine kleine Metallwarensammlung im Gesicht trägt (zumindest in einem IKEA gibt es so jemanden – ich weiß es genau) – denn man spricht ja schließlich alle an. Familien ebenso wie Freaks und alle treffen sich dann beim 1-Euro-Hotdog und lassen sich gerne Duzen. Das ist „echt“.

Ist es das bei der Sparkasse um die Ecke oder den noblen Herrenausstatter auch? Nein, dort ist es eher absonderlich. So absonderlich, dass man sich fragt, was betreffende Person dazu veranlasst hat, dort zu arbeiten und was den Arbeitgeber veranlasst hat, ihn einzustellen. Denn Authentizität bedeutet eben auch, dass man sich einen passenden Job sucht – oder eben passende Leute einstellt.

Wer anfangen muss, sich für seinen Job zu verändern, ohne es wirklich zu wollen, der sollte sich überlegen, ob er vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen hat. Und wenn ein Arbeitgeber anfangen muss, seinen Mitarbeitern Vorschriften zu machen, wie sie sich zu kleiden haben? Dann sollte man vielleicht seine Personalpolitik und Einstellungskriterien überprüfen und sich fragen, warum hat man eine Person eingestellt, wenn man mit ihrer Persönlichkeit nicht zufrieden ist?

Authentizität ist in der Tat wichtig. Sowohl für Arbeitnehmer, wie auch für Unternehmer und Unternehmen. Wenn aber das eine „Echt“ mit dem anderen „Echt“ kollidiert, dann sollte man echt nicht zusammenarbeiten.

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