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Azubis dringend gesucht – Berufsalltag als Gerber

Azubis dringend gesucht – Berufsalltag als Gerber

Der Beruf Gerber ist vielen Schulabgängern gar nicht mehr bekannt. Somit wählen auch nur wenige Jugendliche diesen Beruf der Lederherstellung. Im Jahr 2013 gab es lediglich zwölf neue Azubis. Die Branche sucht demnach händeringend nach Auszubildenden, wobei dieser Beruf gute Zukunftsaussichten mit sich bringt, denn die Chancen sind sehr gut, nach der Ausbildung übernommen zu werden.
Der Bekanntheitsgrad des Berufes ist wahrscheinlich auch deshalb so mager, weil sich die Lederindustrie nicht durch ganz Deutschland zieht. Die meisten Lederfabriken sind in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg vorzufinden.

Was macht ein Gerber?

Als Gerber verarbeitet man Felle und Tierhäute zu Leder. Der Weg von der Tierhaut bis zum Leder besteht aus rund 25 Prozessen, wobei meistens Chemikalien bei den verschiedenen Gerbverfahren verwendet werden. Zunächst werden die Häute in Wasser eingeweicht und gereinigt. Haare und Fleischreste werden mittels Maschinen, Werkzeugen und Chemikalien entfernt. Zudem werden dicke Häute mit einer Spaltmaschine in mehrere Schichten geteilt. Anschließend werden die Häute in Gerbmaschinen oder in rotierende Fässer gegeben, damit sie zu Leder gegerbt werden können. Für die Gerbung werden unterschiedliche Verfahren angewendet: Mineralgerbung, synthetische Gerbung, pflanzliche Gerbung oder eine Kombination dieser Verfahren.
Nach der Gerbung wird das Leder in speziellen Maschinen gefärbt. Abschließend wird das Leder veredelt. Dazu wird entweder eine Farbschicht aufgetragen oder das Leder wird geprägt, geschliffen oder gebügelt.

Zu den Aufgaben eines Gerbers gehört ebenso die Überprüfung der Häute, die sich im Rohwarenlager befinden. Der Gerber kontrolliert also die rohen Tierhäute nach Qualität, Gewicht, Fehlerhaftigkeit, Art und Beschaffenheit. Lederhersteller in Deutschland gerben beispielsweise Leder für Polstermöbel, Handtaschen oder für die Inneneinrichtung von Fahrzeugen. Andere Hersteller gerben für Kleidung, Sättel oder Schuhe.

Ausbildung zum Gerber

Wer sich für den Beruf des Gerbers interessiert, sollte gute Noten in Mathematik und Chemie mitbringen. Da meistens zu zweit gearbeitet wird, ist Teamfähigkeit eine weitere Voraussetzung. Da Gerber die Qualitätskontrolle der Rohhäute vornehmen, müssen sie eine gute Beobachtungsgabe mitbringen. Ebenfalls sind für den Beruf technisches Verständnis und handwerkliches Geschick wichtig. Ob der Beruf des Gerbers in Frage kommt, lässt sich durch ein Praktikum herausfinden. Dadurch können Jugendliche in den Beruf reinschnuppern und sich einen Eindruck von den Aufgaben und vom Arbeitsumfeld machen.

Die Ausbildung zum Gerber /zur Gerberin dauert drei Jahre und in der Regel wird ein Hauptschulabschluss verlangt.

Für die Ausbildungsordnung steht ab August eine Modernisierung an:

  • Die Prüfung wird gestreckt
  • Die Abschlussnote wird sich aus der Note einer Zwischenprüfung und der Note der Abschlussprüfung zusammensetzen
  • Moderne Herstellungsverfahren und das Umweltschutz-Thema rücken mehr in den Vordergrund des Lehrplans
  • Die Berufsbezeichnung ändert sich und nach der Ausbildung ist man eine Fachkraft für Lederherstellung

So viel verdient ein Gerber

Im ersten Ausbildungsjahr liegt das Gehalt zwischen 620 Euro und 665 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr verdient man zwischen 680 Euro und 710 Euro. Das Ausbildungsgehalt im dritten Jahr beläuft sich zwischen 720 Euro und 750 Euro.
Das Einstiegsgehalt eines ausgebildeten Gerbers beträgt etwa 1.400 Euro bis 2.300 Euro brutto. Mit zunehmenden Berufserfahrungen kann sich das Gehalt erhöhen, wobei in großen Unternehmen mehr zu verdienen ist, als in kleinen Lederfabriken.

Eine weitere Möglichkeit der Gehaltsverbesserung bieten Weiterbildungen, beispielsweise zum Fach- und Betriebswirt oder zum geprüften Fachmann für kaufmännische Betriebsführung nach Handwerksordnung. Da Gerber ein Handwerksberuf ist, kann man sich auch zum Handwerksmeister weiterbilden.

Weiterführende Infos zum Thema:

Berufsausbildungsbeihilfe – So gibt’s extra Geld für Azubis

Die Top 20 Einstiegsgehälter nach einer Ausbildung

Stellenangebote: So findest du den passenden Ausbildungsbetrieb

Weiterbildung als Chance: Die Fortbildung

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