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Berufsausbildungsbeihilfe – So gibt's extra Geld für Azubis

Berufsausbildungsbeihilfe – So gibt's extra Geld für Azubis

Der Staat bietet Auszubildenden und Teilnehmern einer berufsvorbereitenden Maßnahme finanzielle Unterstützung in Form der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) an. Diese Unterstützung wird deshalb gewährt, da die Berufsfreiheit im Grundgesetz verankert ist. Demnach haben alle Deutschen „das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen“. Trotzdem gibt es gewisse Voraussetzungen, um die Berufsausbildungsbeihilfe zu erhalten.

Wer hat Anspruch auf die Berufsausbildungsbeihilfe?

Der Bezug von BAB ist dann möglich, wenn eine der etwa 340 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe absolviert wird. Die Liste dieser Ausbildungsberufe ist unter anderem auf der Webseite des Bundesinstituts für Berufsbildung aufgeführt.
Weiterhin muss es sich in der Regel um eine Erstausbildung handeln. Die zweite Ausbildung wird nur dann gefördert, wenn mit der Erstausbildung keine Stelle zu finden ist und die Chancen auf eine Einstellung sehr gering sind.
Wurde die erste Ausbildung abgebrochen und möchte man nun für die zweite Ausbildung Berufsausbildungsbeihilfe beantragen, muss für den Abbruch ein triftiger Grund genannt werden. Das könnte unter anderem ein gesundheitlicher Grund sein, beispielsweise der Auszubildende im Friseurhandwerk, der auf die Chemikalien allergisch reagiert, mit denen er als Friseur täglich zu tun hatte.

Grundsätzlich ist die Berufsausbildungsbeihilfe eine Unterstützung für Deutsche. Aber Ausländer können diese Unterstützung ebenfalls beanspruchen, wenn:

  • die Herkunft des Auszubildenden ein Land der EU ist
  • ein bestimmter Aufenthaltsstatus vorhanden ist
  • die Eltern des ausländischen Auszubildenden bereits seit drei Jahren oder länger in Deutschland berufstätig sind

Weitere Voraussetzungen für den Anspruch auf BAB:

  • Du wohnst während der Ausbildung nicht Zuhause bei Deinen Eltern, weil die Entfernung zwischen Wohnort der Eltern und Ausbildungsbetrieb zu weit ist oder weil die elterliche Wohnung unzumutbar ist oder weil Du verheiratet bist oder ein Kind hast.
  • Auch als über 18-Jährige(r) steht Dir die Beihilfe zu, wenn Du nicht bei Deinen Eltern lebst.
  • Du erhältst keine Leistungen oder Hilfen vom Staat.

Für die Förderung einer Berufsausbildung wird eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung durchgeführt. Dabei wird überprüft, ob die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt, die Fahrtkosten und andere Aufwendungen zu bestreiten. Dein Einkommen sowie das Einkommen Deines Lebenspartners /Deiner Lebenspartnerin und Deiner Eltern werden bei der Berechnung mit einbezogen.

Die Voraussetzungen für die Förderung einer berufsvorbereitenden Maßnahme sind folgende:

  • Du hast die Vollzeitschulpflicht erfüllt
  • Die Maßnahme ist erforderlich, da Du damit auf die Berufsausbildung vorbereitet wirst
  • Die Maßnahme ist erforderlich, damit Du beruflich eingegliedert werden kannst
  • Es kann davon ausgegangen werden, dass Deine Fähigkeiten ausreichen, um die Maßnahme erfolgreich abschließen zu können

Ob die Voraussetzungen für die Förderung der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme gegeben sind, wird eine Beratungsfachkraft entscheiden, nachdem Du mit ihr ein Beratungsgespräch geführt hast.

Antrag und Höhe der staatlichen Unterstützung

Der Antrag auf BAB kann gestellt werden, wenn der Ausbildungsvertrag vom Auszubildenden und vom Betrieb unterschrieben wurde. Zudem muss der Ausbildungsvertrag bei der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer oder einer anderen zuständigen Stelle eingetragen werden. Das Antragsformular bekommst Du bei der Arbeitsagentur und dort wird der Antrag auch gestellt.

Wenn Du nun eine Berufsausbildungsbeihilfe beziehst, stehst Du in der Pflicht, Änderungen mitzuteilen, die Einfluss auf die Förderung nehmen könnten. Das ist unter anderem der Fall, wenn:

  • Du die Kündigung bekommst oder das Arbeitsverhältnis auf andere Weise beendet wird,
  • Du den Ausbildungsplatz wechselst,
  • Du über längere Zeit erkrankst,
  • sich Deine Adresse ändert
  • Du schwanger wirst
  • sich Deine Einkommensverhältnisse geändert haben
  • sich die Einkommensverhältnisse Deiner Eltern oder Deines Lebenspartners /Deiner Lebenspartnerin verändert haben

Der Antrag für BAB muss nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes erneut gestellt werden. Der Bewilligungszeitraum beträgt bei einer Berufsausbildung 18 Monate und für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen ein Jahr.
Die Höhe der Dir zustehenden Berufsausbildungsbeihilfe hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, beispielsweise ob Du Ersparnisse hast oder familienversichert bist und anderes. Die Berechnung erfolgt also immer individuell. Auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit steht Dir ein Online-Rechner für BAB zur Verfügung. Damit kannst Du ganz unverbindlich und online ausrechnen, wie viel Beihilfe Dir zusteht.

Hier geht´s zum BAB-Rechner der Arbeitsagentur.

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