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Brain Drain - Auf Wiedersehen Hochqualifizierte!

In der Politik wird momentan darüber diskutiert, dass wir (hoch)qualifizierte Einwanderer brauchen – vermutlich mehr denn je... denn Deutschland hat ein Problem: Die Hochqualifizierten wandern aus – nicht ein. Auf 40.000 hochqualifizierte Auswanderer kommen nämlich nur rund 38.500 ebenso qualifizierte Einwanderer.

Das zeigt eine gestern aktuell veröffentlichte Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Seit einiger Zeit spricht man gar vom „Brain Drain“.
Betrachtet man die Auswandererzahlen insgesamt, sieht man, dass sich seit den 1970ern die Anzahl der Auswanderer pro Jahr verdreifacht hat. 2008 waren es rund 175.000 Menschen, die Wirtschaftskrise hat diesen Trend ein wenig gebremst, aber nur ein wenig.

Doch wohin gehen die Menschen?

Es sind Nachbarländer wie Österreich (12.000 Auswanderer) und die Schweiz (25.000 Auswanderer), in die es die Deutschen zieht. Aber auch Polen (12.000 Auswanderer) ist beliebt. Gefolgt von Großbritannien, Spanien und Frankreich. Außerhalb von Europa sind es die USA , Kanada und Australien, die die Deutschen anziehen.

Etwa die Hälfte aller Auswanderer verfügt über einen Hochschulabschluss (in Deutschland insgesamt sind es nur etwa 25%.).

Noch ist es so, dass gemessen an allen Ein- und Auswanderern Deutschland mit positiver Bilanz dasteht. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Deutschland ist nicht nur ein Ein-, sondern auch ein Auswanderungsland ist. Und zwar mit einer Auswanderung, die das Qualifikationsniveau drückt.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studien sind somit:

Deutschland profitiert nicht von der internationalen Migration Hochqualifizierter Kräfte, die Bilanz hier ist - im Gegensatz zur Gesamtbilanz – negativ. Somit trifft das Phänomen „Brain Drain“ tatsächlich zu: Hochqualifizierte wandern ab, geringer Qualifizierte wandern ein.
Somit ist ein Umdenken erforderlich – die Frage muss also nicht nur sein, wie man qualifizierte Arbeiter ins Land holt, sondern auch, wie man die Hochqualifizierten hält und attraktiver für sie wird.

Die ausführliche Studie finden sie auf den Seiten der Bertelsmann-Stifung