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Burn-out in der IT-Branche - das ist der stressigste IT-Beruf

Burn-out in der IT-Branche - das ist der stressigste IT-Beruf

Die IT-Branche war einst beliebt, wie kaum eine andere.
Arbeitgeber, die täglich Mittagessen für die Belegschaft orderten und mobile Massagedienste kommen ließen, um den hart Arbeitenden etwas Entspannung zu verschaffen.
Da bleibt man auch gerne schon mal 10 Stunden und länger.

Was geblieben ist: einen IT-Beruf zu ergreifen gilt immer noch als erstrebenswert. In IT-Berufen werden attraktive Gehälter gezahlt und der Arbeitsplatz gilt als sicher. Da sich die Technologie-Branche in einem permanenten Umbruch befindet, hat sich etwas anderes allerdings auch nicht geändert: es wird immer noch ein immenses Arbeitspensum erwartet. Der Kosten- und Leistungsdruck sind so hoch, dass permanent günstige Lösungen geschaffen werden müssen – und das am besten in Rekordtempo. Gerade wenn Projekte abgeschlossen werden müssen, sind Überstunden und Arbeit am Wochenende daher an der Tagesordnung.
Das Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen untersuchte die Burn-Out Gefährdung von IT-Beschäftigten zuletzt 2014 in einer Studie. Demnach sind 57 Prozent der Berufsanfänger in der IT-Branche Burnout-gefährdet.

Und eines hat sich eben doch geändert: trotz mutmaßlicher Wertschätzung der IT-Abteilungen, entwickeln sich die hohen Anforderungen an Programmierer zu Standardanforderungen, weshalb die attraktiven Vergünstigungen und Extraleistungen langsam aber stetig weggefallen.

Arbeitsausfälle und Leistungseinbrüche in der IT-Branche offenkundig

Unter intensivem Zeit- und Leistungsdruck leidet die Psyche – und mit ihr früher oder später auch der Körper. Wie lange Arbeitnehmer einem dauerhaft hohen Stresslevel Stand halten, ist individuell verschieden. Einige schaffen es, sich in der Freizeit genug Ausgleich zu verschaffen. Andere erkranken ernsthaft durch Stress. Die Kosten für das Gesundheitssystem, die durch Burn-out oder auch nur schlichte Überarbeitung entstehen, sind immens und steigen seit Jahren an.

Dass Arbeitsausfälle und Leistungseinbrüche in der IT-Branche sehr offenkundig sind, hat das Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) ebenfalls in dem dreieinhalbjährigen, BMBF-geförderten Projekt „Demografischer Wandel und Prävention in der IT-Wirtschaft“ gezeigt.
Trotzdem, so das Ergebnis, werden die Fälle noch immer als Einzelschicksale gewertet und nicht als Problem der Branche an sich. Dabei können schon einfache Workshops zur Stressminderung gute Erfolge erzielen können. Nicht nur zum Wohle Einzelner, sondern auch zum Wohl der Arbeitgeber.

Maßnahmen zum Stressabbau sind für die IT-Branche auch deshalb wichtig, weil sie nicht mehr nur noch ganz junge Mitarbeiter beschäftigt. Ebenso gibt es heute viele Programmierer, die Familie haben und nicht mehr Anfang 20 sind. Daher muss sich die Branche zwingend auf die veränderte Demografie ihrer Mitarbeiter einstellen, damit Abwanderung in andere Branchen und somit Verlust von Know-how nicht riskiert wird.

Die Top 8 der stressintensiven IT-Berufe und ihr Gehalt

Das US-Jobportal CareerCast.com hat für das Jahr 2016 die stressigsten Jobs nach Branchen ermittelt. Die IT-Branche ist mit acht Berufen vertreten. So ist das Ranking und das durchschnittliche Gehalt:

Platz Beruf Ø Bruttogehalt / Monat
1 Web-Entwickler 2.937 €
2 Technischer Redakteur 3.499 €
3 IT-System-Analyst 4.301 €
4 Netzwerk-Administrator 3.168 €
5 Data Scientist 4.059 €
6 IT-Service-Techniker 4.551 €
7 Software-Entwickler 3.783 €
8 Programmierer 3.336 €

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Quellen:
www.jobandcareer.de/hier-lauert-der-burnout-die-acht-stressigsten-it-jobs/ (31.03.2016)