News

Das Telefoninterview – Worauf es ankommt!

Das Telefoninterview – Worauf es ankommt!

Im Bewerbungsprozess werden zunehmend mehr telefonische Vorstellungsgespräche geführt. Personalberatungen, Headhunter und Unternehmen möchten sich mit Telefoninterviews ein umfassenderes Bild vom Bewerber machen. Für die Kandidaten stellt sich sich die Frage, wie man sich auf diese Form von Vorstellungsgesprächen vorbereiten kann. Gibt es bestimmte Fragen, die gestellt werden und wie lässt sich der Wunsch nach einem Jobwechsel begründen?

Warum wird zum Telefoninterview gegriffen?

Personalverantwortliche sehen im Telefoninterview eine weitere Methode für den Auswahlprozess von Bewerbern. Das telefonische Vorstellungsgespräch öffnet oder schließt die Türe zum persönlichen Vorstellungsgespräch. Es wird überprüft, ob der Kandidat seine Bewerbung ernst meint und tatsächlich am Job interessiert ist und ob der Bewerber den Anforderungen der zu besetzenden Arbeitsstelle entspricht. Zudem wird anhand eines Fragenkataloges kontrolliert, ob sich der Bewerber über die Firma, die Firmenziele und über das Anforderungsprofil informiert hat.

Auftritt des Bewerbers bei Facebook und Co.

Es ist mittlerweile üblich, dass sich Personalverantwortliche auch bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken über die Bewerber informieren. Was postet der Kandidat? Welche Themen beschäftigen ihn?

Um nicht unangenehm aufzufallen, sollte man sich bestenfalls schon vor der Bewerbung seine Profile in den sozialen Netzwerken noch einmal genauer anschauen. Urlaubsfotos, anzügliche Witzbilder und ähnliches sollten gelöscht werden. Auch mit politischen oder religiösen Ansichten in eine extreme Richtung könnte man sich die Chance auf eine neue Stelle verspielen.

Eröffnungsfrage: Warum kommen Sie für diesen Job in Frage?

Zu Beginn möchten die Personaler wissen, warum gerade dieser Bewerber für die Stelle ausgewählt werden sollte. Die Frage wird manchmal nicht direkt gestellt, sondern umschrieben. Zum Beispiel wird gebeten, sich vorzustellen oder den Werdegang in Stichworten zu beschreiben. Um diese Frage zu beantworten, sollte eine Selbstpräsentation vorbereitet werden, für die man jedoch maximal 45 Sekunden reden muss. Hier wird zuerst auf die aktuelle Position samt Aufgaben hingewiesen und danach geht man kurz auf die Arbeitsstelle vor der aktuellen Stelle ein. Zum Schluss kann noch kurz der Bildungsweg angerissen werden, also Ausbildung, Studium, Weiterbildungen und ähnliches.

Weiterhin sollte die Antwort auf diese Schlüsselfrage kurze Informationen zu den Kenntnissen, Erfahrungen und Stärken beinhalten. In welchen Bereichen konnten Erfahrungen gesammelt werden und Kenntnisse erlangt werden? Was macht man besonders gerne und besonders gut? Die eigene Motivation sollte hervorgehoben werden. Zum Beispiel: „Mich hat schon immer .... sehr interessiert und mich fasziniert vor allem ... Das motiviert mich bei der Arbeit.“

Es sollten die Aufgaben des aktuellen Arbeitsplatzes herausgearbeitet werden, die auch für den neuen Job relevant sind. Beispiel: „In meinen Zuständigkeitsbereich fallen Aufgaben wie ... und .... Weiterhin bin ich für ... verantwortlich.“

Die Frage nach dem Grund für einen Jobwechsel

Die Frage, warum der Bewerber den Job wechseln möchte, ist für Unternehmen wichtig. Sie möchten wissen, ob der Grund in einer Kündigung liegt, in Unstimmigkeiten mit Chef oder Kollegen oder ob der Kandidat unterfordert ist und neue Herausforderungen sucht. Auf diese Frage kann mit folgenden Argumenten geantwortet werden:

  • Man möchte neue Erfahrungen sammeln und dies in einem anderen Unternehmen tun
  • Das Anforderungsprofil und die Aufgaben der zu besetzenden Stelle entsprechen der eigenen Persönlichkeit und den Fähigkeiten sowie den Stärken
  • Man spielte bereits länger mit dem Gedanken, in eine andere Branche zu wechseln (falls dies für die offene Stelle zutrifft!)
  • Ebenso kann der gute Ruf des Unternehmens betont werden
  • In der Vorbereitung auf das Telefoninterview sollte herausgearbeitet werden, weshalb ein Wechsel für die berufliche Weiterentwicklung oder die Karriere wichtig ist. Zudem sollte darauf hingewiesen werden, warum die Firma von den Fähigkeiten und Erfolgen des Bewerbes profitiert.

    Die Frage nach den Lücken im Lebenslauf

    Die meisten Berufstätigen haben keinen gradlinigen Lebenslauf. Falls es also Lücken gibt, wird der Personalverantwortliche danach fragen. Bei der Vorbereitung auf das Telefongespräch sollte sich überlegt werden, zu welchem Punkt nachgehakt werden könnte. Bei größeren Lücken, die durch eine längere Reise entstanden, kann man die Begründung des Sabbaticals liefern – allerdings nur, wenn nachgewiesen werden kann, dass man zuvor viel geleistet und gearbeitet hat.

    Die Lücke mit einer Sprachreise zu schließen bietet sich an, wenn man die Sprache dann auch tatsächlich beherrscht. Sollte die Lücke aufgrund Scheidung oder anderen persönlichen Gründen entstanden sein, kann dies als private Neuorientierung deklariert werden. Die Antwort sollte in jedem Fall schlüssig klingen und vor allem glaubwürdig. Wird eine Sprachreise in Spanien als Begründung für eine mehrmonatige Lücke geboten, kann es für den Bewerber sehr peinlich werden, wenn der Gesprächspartner die nächste Frage auf Spanisch stellt und man dann nicht antworten kann.

    „Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?“

    Es fällt den meisten Menschen schwer, über ihre eigenen Schwächen und Stärken zu reden. Diese Frage wird nicht von allen Personalverantwortlichen gestellt und dennoch kommt sie sehr häufig vor. Oft wird diese Frage eher indirekt gestellt, aber immer will man damit die negativen und positiven Eigenschaften des Bewerbers herausfinden.
    Deshalb sollte in der Vorbereitung notiert werden, wo die Stärken und Schwächen liegen:

    • Die Schwächen dürfen ruhig mit Wörtern wie „ab und zu“ oder „manchmal“ eingeschränkt werden. Man schildert ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag, wobei man zum Schluss wieder auf eine Stärke hinlenkt. Beispiel: „Manchmal reagiere ich sehr gereizt, wenn mich Kollegen immer wieder mit dem gleichen Problem konfrontieren. Allerdings suche ich später das Gespräch mit dem Kollegen und versuche mit ihm gemeinsam eine Lösung für das Problem zu finden“.
    • Bei den Stärken sollte nun keine übertriebene Selbstdarstellung erfolgen, sondern eher sachlich auf Kenntnisse und Erfahrungen hingewiesen werden. Bestenfalls stehen diese Stärken in Verbindung mit den Aufgaben des neuen Jobs. Auch hier dürfen kurze Schilderungen aus der Praxis erfolgen.

    Die Frage nach dem Wissen über das Unternehmen

    Wie gut hat sich der Bewerber auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet und wie ernst meint er es mit der Bewerbung? Um das herauszufinden wird die Frage gestellt, was der Bewerber über das Unternehmen weiß.
    Die Antwort auf diese Frage lässt sich mit Recherche im Internet vorbereiten, indem im Gespräch auf folgende Punkte eingeht:

    • Produkte und Innovationen
    • Dienstleistungen mit hoher Nachfrage
    • Wachstumsbereiche des Unternehmens
    • Marktstellung der Firma
    • Zudem geht man kurz auf Standorte, Mitarbeiterzahl, Umsatz und ähnliche Kennzahlen ein

    Solche Informationen erhält man auf der Homepage der Firma, von Auftritten in den sozialen Netzwerken und durch Presseartikel.

    Weiterführende Infos zum Thema:

    Das wollen Personaler wirklich lesen und hören

    Assessment-Center als Charaktertest: So klappt´s!

    Der Auswahltest: So behältst du die Nerven

    Bewerben via Online-Formular: Diese 5 Dinge sollten Sie beachten