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Der befristete Arbeitsvertrag – Ist das schon Standard?

Befristete Arbeitsverträge scheinen Normalität zu werden. Für Berufseinsteiger sind diese Verträge bereits die Regel.
Wie Martina Perreng aussagt, geht der Trend dahin, immer mehr Flexibilität zu haben und dafür immer weniger Verbindlichkeiten – zumindest seitens der Arbeitgeber. Die Arbeitsrechtsexpertin des DGB erklärt, dass die befristeten Arbeitsverträge den Chefs entgegen kommen: Ein Kündigungsgrund muss nicht mehr gefunden werden, denn der Vertrag ist zeitlich befristet und läuft nach dieser Frist automatisch aus. Arbeitnehmer müssen jedoch mit mehr Unsicherheit leben, denn mit einem befristeten Arbeitsvertrag kann kaum geplant werden.

Zeitvertrag für Neueinstellungen und Berufseinsteiger

In den neunziger Jahren befanden sich zirka 1,3 Millionen Arbeitnehmer in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Die Zahl hat sich seitdem verdoppelt und 2012 erhielten rund 2,7 Millionen Arbeitnehmer einen befristeten Arbeitsvertrag. Das bedeutet, dass fast jede zweite Neueinstellung einen Zeitvertrag erhält. Für Berufseinsteiger ist ein befristeter Arbeitsvertrag bereits normal geworden und besonders Akademiker im staatlichen Bereich sind von Zeitverträgen betroffen: 2011 hatten 80 Prozent der 25- bis 29-jährigen Akademiker einen Zeitvertrag, die einer Beschäftigung in einer Verwaltungshochschule, Fachhochschule, Akademie oder Universität nachgingen.

Den Akademikern in der Wirtschaft geht es etwas besser:

  • 0,7 Prozent der jungen Akademiker im Finanz- und Versicherungswesen bekamen einen Zeitvertrag
  • 11,4 Prozent erhielten einen befristeten Arbeitsvertrag im verarbeitenden Gewerbe
  • In der öffentlichen Verwaltung mussten 29,2 Prozent einen Zeitvertrag hinnehmen

Bei Neueinstellungen bekommt fast jeder Zweite einen befristeten Arbeitsvertrag – und das nicht nur unter Akademikern. Laut einer Studie des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsbildung) stieg der Anteil von befristeten Neueinstellungen von 32 Prozent auf 45 Prozent in den Jahren 2001 bis 2011 an. Befristete Arbeitsverträge – Grund für Unsicherheit oder für ein größeres Freiheitsgefühl?
Die meisten Arbeitnehmer fühlen sich mit einem befristeten Arbeitsvertrag unsicher. Mit der Hoffnung auf eine anschließende Übernahme, geben sie alles und dennoch wird lediglich jeder Zweite übernommen. Beim nächsten Job kann somit wieder die Unsicherheit und der Druck von vorne beginnen, denn wie oben bereits erwähnt erhält jeder zweite Neueingestellte einen Zeitvertrag. Auf Dauer kann diese Situation psychisch krank machen, denn ohne unbefristeten Vertrag lässt sich kaum das Leben planen, geschweige denn eine Familie gründen.

Eine Ausnahme stellen diejenigen dar, die im befristeten Arbeitsvertrag eine Möglichkeit sehen, mehr Freiheit zu genießen. Besonders junge Menschen wollen noch etwas erleben und können sich – wenn sie Sparfüchse sind – nach Ablauf des Zeitvertrags eine Reise oder sonstige Träume erfüllen, ohne dass ein Arbeitgeber um Erlaubnis gefragt werden muss.

Allerdings möchten die meisten Arbeitnehmer spätestens mit Mitte 30 festen Boden unter den Füßen haben, sprich eine Familie gründen und dafür eine gesicherte Basis nutzen können.

Weiterführende Infos zum Thema:

“Heute hier, morgen dort” – befristete Verträge für Berufsanfänger

Nach dem Studium - Tipps für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben

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