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Ein Fünftel der Deutschen arbeitet für einen Niedriglohn

Immer mehr Deutsche arbeiten für einen Niedriglohn. Während der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bereits Gehälter und Löhne unter 2000 Euro brutto als „prekär" bezeichnet und somit dem Niedriglohnsektor zuordnet, stellt sich die Frage, wie „arm sein“definiert wird.

Betrachtet man die Armutsgrenze anhand ihrer Definition, so geht es darum, weniger als 60 Prozent des Medians des Netto-Äquivalenzeinkommens zur Verfügung zu haben. Mit Median ist hierbei die Grenze zwischen zwei Werten, also der Mittelwert, gemeint. Ist hiervon 50 Prozent an Einkommen vorhanden, gilt jemand als arm, bei 60 Prozent als relativ arm. Diese relative Armutsgrenze liegt in den alten Bundesländern bei 730 Euro und in den neuen bei 605 Euro. Sie orientiert sich auch an einem Warenkorb, der aus 750 Gütern gebildet wird. Wer sich diesen Warenkorb finanziell nicht leisten kann, gilt als arm.

Vergleicht man die reinen Zahlen, wäre ein Einkommen von 2000 Euro brutto noch ein gutes Stück vom Niedriglohn entfernt. Studien zufolge arbeiten gut ein Fünftel aller deutschen Arbeitnehmer für einen Niedriglohn. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl dieser Beschäftigen um 2,3 Millionen auf etwa 6,5 Millionen Arbeitnehmer erhöht. Schuld daran ist unter anderem die ständig steigende Zahl an Minijobbern, Teilzeitbeschäftigten und dergleichen. Demzufolge sind diese Gruppen auch besonders stark betroffen, wie auch Frauen, Ausländer und Berufseinsteiger, gering qualifizierte sowie befristet Beschäftigte.

Als Niedriglohn wird ein Stundenlohn von unter 9,50 Euro in den alten und 6,87 Euro in den neuen Bundesländern bezeichnet. Während knapp 21 Prozent der Beschäftigten unter dieser Grenze liegt, erhalten etwa 4 Prozent sogar extreme Niedriglöhne von unter 5 Euro die Stunde.

Während manche Branchen tariflich so genannte Mindestlöhne festgelegt haben, ist dies in vielen anderen kaum umsetzbar. Erst kürzlich hat die Zeitarbeitsbranche einen Mindestlohn eingeführt. Zwar bemühen sich auch andere Branchen um eine faire Bezahlung, doch oft tun sie sich – besonders finanziell - schwer, dies auch durchzusetzen.

Quellen: Süddeutsche, Tagesschau, Zeit

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