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Elterngeld Plus 2015: Das ist neu

Elterngeld Plus 2015: Das ist neu

Der Bundestag hat ein neues Gesetz verabschiedet, das am 1. Juli 2015 in Kraft tritt. Die Dauer des Bezugs von Elterngeld kann verlängert werden und die Rückkehr an den Arbeitsplatz lässt sich flexibler gestalten.

Regelungen zum Elterngeld

Alle Eltern, die ihr Kind selbst betreuen und maximal 30 Wochenstunden arbeiten, haben einen Anspruch auf Elterngeld. Die Höhe des Elterngeldes hängt vom Nettogehalt des Elternteils ab, das die Kinder betreut. Für die Berechnung des Elterngeldes geht man vom letzten Nettolohn aus. Davon bekommt man 65 bis 67 Prozent an Elterngeld bezahlt. Die Mindesthöhe des Elterngeldes beträgt 300 Euro und die maximale Höhe liegt bei 1.800 Euro.

Das Elterngeld wird zwölf Monate bezahlt und kann auf zwei weitere Monate verlängert werden, wenn auch der Vater Elternzeit nimmt. Beispiel: Die Mutter geht in Elternzeit, während der Vater zunächst weiterarbeitet. Er möchte sich später Elternzeit nehmen. Da beide Elternteile die Elternzeit nutzen, wird das Elterngeld statt zwölf Monate nun vierzehn Monate lang gezahlt. Eine andere Möglichkeit ist es, die Dauer des Elterngeldes auf 24 Monate zu verlängern. Dann wird monatlich lediglich die Hälfte des Elterngeldes auzgezahlt.

Einen Nachteil hatten bisher die Eltern, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiteten. Ihnen wurde Geld vom Elterngeld abgezogen, sodass besonders Eltern mit niedrigem Einkommen von der Möglichkeit absehen mussten, weiterhin bis zu 30 Wochenstunden zu arbeiten. Für viele Eltern war es nicht machbar, da sich dann Gehalt und Elterngeld reduzierten. Dies soll sich nun ab dem 1. Juli 2015 ändern.

Neu: Elterngeld Plus

Das neue Elterngeld Plus gilt für alle Kinder, die nach dem 31. Juni 2015 auf die Welt kommen. Ab dem 1. Juli können Eltern zwischen Elterngeld und Elterngeld Plus wählen. Entscheiden sich Eltern für Elterngeld Plus, wird sich die Dauer der Auszahlung auf 24 Monate verlängern. Die Eltern können während der Elternzeit bis zu dreißig Stunden pro Woche arbeiten gehen und das ohne Abzüge vom Elterngeld. Bei Elterngeld Plus liegt der Höchstbetrag allerdings nur noch bei 900 Euro.

Mit diesem neuen Gesetz soll es Müttern einfacher gemacht werden, eher an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Bisher mussten sich das viele Mütter gut überlegen, da sie mit Abzügen vom Elterngeld rechnen mussten.

Jetzt können sich Mutter und Vater auch gleichzeitig um die Kinderbetreuung kümmern, sodass beide in Teilzeit arbeiten. In dem Fall gibt es einen Partnerschaftsbonus.

Elterngeld und Partnerschaftsbonus

Der Partnerschaftsbonus gilt für vier Monate, wenn beide Elternteile gleichzeitig die Kinderbetreuung übernehmen und beide zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten. Dann wird die Dauer des Bezugs von Elterngeld auf 28 Monate erweitert. Diese vier Monate müssen aber zeitlich lückenlos in Anspruch genommen werden.

Voraussetzung ist, dass zumindest ein Elternteil Elterngeld Plus erhält und das durchgängig vom 15. Lebensmonat an.

Beim Partnerschaftsbonus wird allerdings das Gehalt dem Elterngeld angerechnet. Das bedeutet, dass es für diese vier Monate Abzüge vom Elterngeld gibt.

Elterngeld beantragen

Der Antrag für das Elterngeld wird bei der Elterngeldstelle eingereicht. Die Elterngeldstellte gehört entweder zum Jugendamt, zum Sozialamt oder zum Versorgungsamt. Neben dem Antrag ist die Geburtsurkunde im Original wichtig, die beigefügt werden muss. Außerdem sind Einkommensnachweise der letzten 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes oder vor Geburt des Kindes erforderlich.

Wer Mutterschutzgeld erhalten hat, muss Dauer und Höhe des Mutterschaftsgeldes nachweisen sowie einen Nachweis über den Zuschuss des Arbeitgebers während des Mutterschutzes einreichen.

Das Elterngeld sollte direkt nach der Geburt des Kindes beantragt werden, da höchstens drei Monate rückwirkend gezahlt wird. Im Antrag wird angegeben, für welchen Zeitraum der jeweilige Elternteil Elterngeld beantragen möchte.

Noch einmal zusammenfassend die Unterlagen, die für den Antrag auf Elterngeld notwendig sind:

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Geburtsurkunde des Kindes (keine Kopie, sondern Original)
  • Kopierte Personalausweise der Eltern
  • Nachweis des Einkommens der 12 Monate vor Mutterschutzbeginn oder vor Geburt des Kindes
  • Nachweis über das erhaltene Mutterschaftsgeld
  • Nachweis über Zuschuss zum Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber
  • Bescheinigung vom Arbeitgeber für die gewährte Elternzeit

Weiterführende Infos zum Thema:

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