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Führungskraft - Angst vor dem nächsten Karriereschritt

Führungskraft - Angst vor dem nächsten Karriereschritt

Der nächste Karriereschritt ist sicher und kurz vorher bekommt man kalte Füße. Obwohl dieser Schritt angestrebt wurde kann es passieren, dass man sich der neuen Aufgabe noch nicht gewachsen fühlt. Es ist dennoch möglich, als souveräne Führungskraft aufzutreten, denn die Angst und die Befürchtungen werden durch Gedankenspiele verursacht.

Wenn Zweifel am Karriereziel auftauchen

David R. zweifelt an sich selbst, denn er strebte eine Führungsposition an und jetzt hat der das Gefühl, der Aufgabe gar nicht gewachsen zu sein. Mit Angst vor Neuem lässt sich keine Karriere machen und schon gar keine Karriere als Führungskraft – so Davids Gedanken und die sind es, die eine Blockade auslösen können.

Wer Karriere machen möchte, hat in der Regel ein detailliertes Bild vom Ziel vor Augen. Erfolgreiche Menschen visionieren und stellen sich ihr Ziel ganz genau vor. Mit dieser Zielvorstellung gehen ebenso Gefühle einher. Zum Beispiel stellte sich David vor, wie er zufrieden und glücklich in der Führungsposition agiert.

Diese Zielvorstellung ist auch wichtig, denn mit den eigenen Visionen und Gedanken zieht man die für das Ziel notwendigen Situationen, Chancen und Menschen an. Jetzt kann es aber passieren, dass sich Zweifel und Unsicherheit ihren Weg bahnen und eine gewisse Angst entstehen lassen.

Um beim Beispiel von David zu bleiben: Er hat natürlich auch Ansprüche an sich selbst und kennt die Erwartungen an modern eingestellte Führungskräfte. Als er befördert wurde, hatte er tatsächlich ein Glücksgefühl und war stolz, dass er sein Ziel erreicht hat. Bis zum Zeitpunkt, an dem er seine neue Position besetzen sollte, schlichen sich negative Gedanken ein.

Bin ich der Aufgabe gewachsen?
Besitze ich die nötigen Sozialkompetenzen, um Mitarbeiter führen zu können?
Wie werden meine Kollegen auf meine Beförderung reagieren?
Was ist, wenn ich Fehler mache oder meine Mitarbeiter mich nicht ernst genug nehmen?

Es können auch andere Gedanken auftauchen, die mit Gewohnheiten zu tun haben. Vielleicht wird einem kurz vor dem Ziel klar, dass man gar nicht bereit dazu ist, ein Stück Privatleben für den Erfolg zu opfern. In dem Fall sollte man in Ruhe überlegen, ob man wirklich ein ganz deutliches Ja zum beruflichen Aufstieg sagen kann. Wenn dem so ist, lassen sich die negativen, zweifelnden Gedanken mittels Gedankenarbeit beruhigen.

Eine andere Sicht auf Fehler

Die Angst, der neuen Aufgabe nicht gewachsen sein zu können, ist die Angst vor Fehlern. Dabei hilft es, eine andere Sicht auf Fehler einzunehmen:

  • Persönliches Wachstum wird erst durch eigene Erfahrungen und Fehler möglich. Fehler sind eine Art Feedback: Sie weisen auf momentane Schwachstellen hin, damit daran gearbeitet werden kann.
  • Menschen, die Fehler machen und diese zugeben, sind zum einen sympathisch und zum anderen empathisch. Eine Führungskraft die dazu steht, dass sie – wie alle anderen – nicht unfehlbar ist, wird auch Verständnis für die Fehler der Mitarbeiter aufbringen.
  • Hat man gelernt immer wieder aufzustehen und eine Niederlage als Lernfeld statt als Stolperstein zu sehen, können Fehler das Selbstvertrauen stärken.

Menschen, die andere aufgrund von Fehlern auslachen oder defensiv Kritik üben, haben einfach noch nicht gelernt, dass Fehler persönliches Wachstum fördern. Zudem muss man als erfolgreiche Person mit Neidern rechnen und diese Menschen warten förmlich darauf, dass Fehler begangen werden.

Weiterhin kann das Szenario, das sich vor dem inneren Auge abspielt, hinterfragt werden:

  • Wie realistisch ist die gedankliche Vorstellung? Gibt es tatsächlich Anlass für die zweifelnden Gedanken?
  • Geht es beim beruflichen Aufstieg um Anerkennung? Welche Emotionen möchte man nicht spüren müssen? Was wäre daran so schlimm, wenn diese Gefühle auftauchen?
  • Existiert im Kopf eine Idealfigur der Führungskraft, die man gerne sein möchte? Warum ist es wichtig, diesem Ideal zu entsprechen?

Souverän die neue Führungsrolle übernehmen

Eine souveräne Führungskraft zeigt sich authentisch und spielt somit keine Rolle. Die Mitarbeiter würden sofort spüren, wenn sich der neue Vorgesetzte verstellt. Deshalb ist es bereits vor diesem Karriereschritt wichtig zu lernen, zu sich selbst zu stehen und eigene Schwächen anzunehmen und zu akzeptieren. Die Persönlichkeitsentwicklung ist ein lebenslanger Prozess. Alleine diese Tatsache beweist, dass Perfektionsstreben von Misserfolg geprägt sein muss – es gibt keinen Menschen, der perfekt ist.

Die ersten Tage sind bei jeder neuen Arbeitsstelle die schwersten und das ist als Führungskraft nicht anders.

Damit der Start mit dem neuen Team gelingt, hier ein paar Tipps:

  • Die Mitarbeiter werden wahrscheinlich neugierig sein, wer ab jetzt die Führung übernimmt. Der neue Vorgesetzte sollte jeden Mitarbeiter begrüßen und das mit Blickkontakt, aufrechter Körperhaltung und festem Händedruck.
  • Beim Kennenlernen des Teams sollte die Führungskraft die Mitarbeiter reden lassen und ihnen genau zuhören. Spüren die Teammitglieder, dass der neue Vorgesetzte an ihnen interessiert ist, wurde die erste Hürde erfolgreich genommen.
  • Selbstverständlich sollte man sich dem Team vorstellen. Dazu gehört, ein bisschen über seinen Werdegang zu berichten, aber auch auszusprechen, auf was Wert gelegt wird und was man nicht mag. Ebenso sollten ein paar Worte darüber fallen, welche Art der Mitarbeiterführung und der Zusammenarbeit bevorzugt wird.
  • Die Mitarbeiter sollten Gelegenheit bekommen, Fragen stellen zu dürfen.
  • Der Vorgänger mag Fehler gemacht haben oder bei seinen Mitarbeitern unbeliebt gewesen sein, trotzdem verhält man sich als neue Führungskraft neutral zu diesem Thema. Manchmal versuchen die Mitarbeiter den neuen Vorgesetzten zu animieren, über den Vorgänger zu reden. Zeigt man sich neutral, wirkt sich das im Laufe der Zeit positiv aus: Die Mitarbeiter spüren, dass ihr neuer Vorgesetzter vertrauenswürdig ist.
  • Als Führungskraft müssen mitunter auch einmal unangenehme Entscheidungen getroffen werden. Zudem wurde man eingestellt, um das Team zu leiten. Das funktioniert nur, wenn man von den Mitarbeitern als Chef der Crew angesehen wird. Manche jungen Führungskräfte versuchen als Kumpel aufzutreten. Selbst bei flachen Hierarchien führt dies über kurz oder lang zu Problemen.
  • In den ersten zwei bis drei Wochen geht es darum, dass sich der neue Vorgesetzte ein Bild von den Arbeitsabläufen und der Arbeitsweise verschafft. Als neue Führungskraft hat man oftmals neue Ideen. Die dürfen auch umgesetzt werden, aber dafür sollten die Mitarbeiter ins Boot geholt werden.
  • Die Mitarbeiter werden zwar ins Boot geholt, aber die Führungskraft bestimmt die Richtung. Es kann diskutiert werden, aber nicht über das Ziel. Als Führungskraft setzt man das Ziel fest und für den Weg sollten die Mitarbeiter motiviert werden, Ideen und Vorschläge einzubringen.
  • Ebenso sollten keine Versprechen gegeben werden, die man nicht halten kann. Auch das passiert jungen Führungskräften, um Sympathiepunkte bei den Mitarbeitern zu sammeln.

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