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Gehalts-Check 2016 - die Branche macht den Unterschied!

Gehalts-Check 2016 - die Branche macht den Unterschied!

Die Gehälter variieren. Dies liegt unter anderem an Job, Berufserfahrung, Unternehmensgröße - und an der Branche. Wie stark sich unterschiedliche Wirtschaftszweige positiv oder negativ auf die Gehälter auswirken können, soll der aktuelle Branchenindex für 2016 verdeutlichen. Für diesen wurden 35.000 Gehaltsdaten von 17 verschiedenen Berufen miteinander verglichen. Die Positionen sind so gewählt, dass dafür Arbeitsplätze in allen Branchen existieren. Die Berufe reichen unter anderem vom Geschäftsführer bis zum System- und Netzwerkadministrator und wurden auf 60 verschiedene Branchen hin analysiert. Der Branchenindex zeigt im Ergebnis die prozentualen Unterschiede bei der Bezahlung in den einzelnen Branchen. Wo Sie mehr und weniger verdienen können, lesen Sie hier.

Gleicher Ausbildungsberuf, unterschiedliche Bezahlung

Lohnbuchhalter ist gleich Lohnbuchhalter? Leider nein. Obwohl die Berufsangehörigen nach ihrer Ausbildung in etwa den gleichen Wissensstand in ihrem Fachgebiet haben, macht es einen großen Unterschied, ob ein Buchhalter in der Chemieindustrie oder in einer sozialen Einrichtung arbeitet. Neben Aufgabengebiet und Kollegium findet sich der größte Unterschied beim Blick auf die monatliche Lohnabrechnung. Ein Lohnbuchhalter bezieht, je nachdem in welcher Branche sein Anstellungsbetrieb angesiedelt ist, unterschiedlich viel Gehalt. Diese Unterschiede liegen in den Extremfällen bei +20% in der Pharmaindustrie und -34% in einem Call Center. Wie stark der Einfluss der jeweiligen Branche auf das individuelle Einkommen sein kann, zeigt folgendes Beispiel:.

Tabelle Gehalt Lohnbuchhalter nach Branchen

Ein Lohnbuchhalter verdient im Gesamtdurchschnitt etwa 2.495 € brutto monatlich in Deutschland. Das Gehalt des Einzelnen kann jedoch deutlich davon abweichen. In den Top-Branchen des Index können Lohnbuchhalter im besten Fall sogar ein Monatsgehalt von 2.994 € brutto beziehen. So hoch ist das Gehalt durchschnittlich in der Pharmaindustrie. Und auch in der Unternehmensberatung (Platz 10 der Top Branchen) liegt der Verdienst noch gut 350 Euro monatlich über dem Gesamtdurchschnitt.

Sind Lohnbuchhalter in einer der schwächeren Branchen angestellt, kann das Einkommen deutlich abrutschen. Im schlechtesten Fall auf ca. 1.646,70 € in der Call-Center-Branche, womit das Gehalt dann knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Der Verdienst im Call Center liegt nochmal deutlich hinter den anderen, schwachen Branchen. Auf den folgenden 9 Plätzen können die Berufsangehörigen noch auf ca. 1.921,15 € (Zeitarbeitsfirmen) bis 2.145 € (Autohäuser) kommen.

Im Fall der Lohnbuchhalter bedeutet der Brancheneinfluss, dass Arbeitnehmer bei gleicher Berufswahl und gleicher Qualifikation monatlich bis zu 500 € mehr oder bis zu 848 € weniger als der Durchschnitt verdienen können. Einen Berufsangehörigen in der Pharmaindustrie und einen im Call Center trennen somit durchschnittlich ganze 1.348 € monatlicher Verdienst.

Dieses Beispiel zeigt, wie unterschiedlich die Bezahlung aufgrund des Branchenunterschiedes sein kann. Davon sind andere Berufe nicht ausgenommen. Als Berufe und Abteilungen, die ähnlich wie Lohnbuchhalter in allen Branchen vorzufinden sind, gelten besonders: Verwaltung / Organisation, System- und Netzadministration, Controlling sowie Finanz- und Rechnungswesen, Vertriebsinnendienst, Personalsachbearbeitung und -leitung, Kundendienst / Customer Service, Geschäftsführung, IT-Leitung, Vertriebssteuerung / Verkaufsleitung, Kaufmännische Leitung, Produktmanagement, PR / Kommunikation und das Qualitätswesen. Im Gegensatz zu Berufen, die in wenigen bis einzelnen Branchen angesiedelt sind, wie z.B. Ärzte, Bankkaufleute oder Köche, ist der Brancheneinfluss in diesen Berufen und Bereichen ein wesentlicher Einflussfaktor für das Einkommen.

20 Prozent mehr Gehalt in der Pharmaindustrie

Tabelle Top Branchen beim Gehalt 2016

Einen großen positiven Einfluss auf das Gehalt hat allen voran die Pharmaindustrie (+20%). Direkt folgend finden sich Unternehmen aus den Branchen Chemie- und Verfahrenstechnik (+19%), Halbleiter (+19%) sowie dem Anlagen- und Maschinenbau (18%). Ebenso schlagen sich Banken (+ 18 %), die Medizin- und Elektrotechnik (+17% / +15%) und Unternehmensberatungen (+14%) vorteilhaft im Gehalt nieder.

Im Mittelfeld befinden sich Branchen wie Kosmetik (+10%), Fahrzeugbau (+9%) und Versicherungen (+6%). Im unteren Mittelfeld und damit ohne erkennbaren Einfluss der Branche auf die Gehaltsstrukturen liegen beispielsweise die Lebensmittel- und Bekleidungsindustrie (+2%), der Immobilienmarkt (+2%) und die Schifffahrtsbranche (+2%).

Tabelle Flop Branchen beim Gehalt 2016

Laut Untersuchung gibt es auch Branchen mit einem negativen Einfluss auf das Gehalt: Autohäuser und Verwaltungen (beide -14 %) sowie das Handwerk und der Einzelhandel (beide -15%) als klassische Wirtschaftszweige können sich negativ auf das Gehalt auswirken, befinden sich in dem Branchenindex aber noch nicht an niedrigster Position. Es folgen weiter die Branchen Zeitarbeit (-23%), das Hotel- und Gaststättengewerbe (-12%), soziale Einrichtungen und Krankenhäuser (-16%). Den größten Negativeinfluss auf den Lohn haben mit -34% die Call Center.


Angebot und Nachfrage: Top-Branchen wollen Top-Personal

Die Gründe für einen starken Brancheneinfluss auf das Gehalt liegen vor allem an dem Angebot und der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Unternehmen in Top-Branchen leisten Innovationsarbeit und möchten ihre Entwicklungen bestmöglich und mit einem Top-Personal umsetzen. Das heißt, die Anforderungen dieser Betriebe sind auch an klassische Ausbildungsberufe wie dem Lohnbuchhalter aus unserem Beispiel entsprechend hoch. Tendenziell werden in den Top-Branchen auch vorwiegend Akademiker eingestellt, sodass Arbeitnehmer mit Zusatzqualifikationen und herausragenden Noten auf ihre Kosten kommen können. Auch der Aufgabenbereich des Lohnbuchhalters fällt je nach Arbeitsweise des Unternehmens unterschiedlich aus, sodass die Voraussetzungen entsprechend anziehen. Diese können sich von Kenntnisse von Fremdsprachen bis hin zur Erfahrung in der Teamleitung erstrecken.

Der negative Einfluss auf das Gehalt ist folglich auf die geringeren Anforderungen an Positionen in Branchen wie im Hotel- und Gastronomiegewerbe oder Call Centern zurückzuführen. In diesen Branchen wird in der Regel kein akademisches Spezialwissen vorausgesetzt. Oftmals reicht den Arbeitgebern eine einfache Ausbildung. Tatsächlich haben hier häufig auch Ungelernte die Möglichkeit, eine Anstellung zu finden und ihre beruflichen Perspektiven zu vergrößern. Das dadurch entstehende hohe Angebot an Personal auf dem Arbeitsmarkt führt wiederum zu einem geringeren Lohnniveau.

Weiterbildungen als Argument für Gehaltsverhandlungen

Was gibt es also für Chancen für Arbeitnehmer? Aufbauend auf der beendeten Ausbildung sollten Beschäftigte durch ein zusätzliches Studium, externen Schulungen und weitere Zusatzqualifikationen ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt steigern. Hierdurch werden nicht nur der Wissensstand und die Erfahrung erhöht, sondern auch Spezialisierungen im gewünschten Fachgebiet angeeignet. Gleichzeitig ist Zusatzwissen eines der schlagkräftigsten Argumente für die bevorstehende Gehaltsverhandlung. Letztendlich ist dies auch der Weg, um an höhere und besser vergütete Positionen zu gelangen.

Weiterführende Infos zum Thema:

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Pech, wer spät geboren wurde: “Generational Pay Gap”

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