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Geisteswissenschaften: Mehr als "etwas mit Medien"

Geisteswissenschaftler gelten als die Akademiker, die am häufigsten arbeitslos sind. Zwar mag es sein, dass es im Durchschnitt länger dauert, eine Festanstellung zu bekommen (was in bestimmten Branchen auch dem System an sich geschuldet ist - beispielsweise in Berufen, denen ein Volontariat oder Traineeship vorgeschaltet ist), trotzdem ist die Arbeitslosenquote Studien zufolge recht niedrig.

Oft heißt es außerdem, dass ein Praktikum nach dem anderen absolviert wird und dass Geisteswissenschaftler nur im Bereich der Medien arbeiten. Doch weit gefehlt, denn besonders was die kommunikativen Studiengänge angeht, sind die Einsatzgebiete weitaus vielfältiger. Überall, wo es um Dinge wie Kreativität, Management oder eben Kommunikation geht, finden Geisteswissenschaftler einen Arbeitsplatz. Jedoch dauert dies oft länger als in den meisten anderen Studienrichtungen.

Aber: So vielfältig die Möglichkeiten sind, eine Stelle zu finden, so vielfältig sind ebenfalls die Zugangsmöglichkeiten. Wer in der Medienbranche arbeiten will, beispielsweise als Journalist, muss nicht zwingend Journalismus oder Publizistik studieren. Oft empfiehlt es sich, als studierter Mediziner oder Ingenieur mit entsprechendem Fachwissen zu einem Fachmagazin zu gehen. Sei es als Redakteur oder freiberuflich.

Außerdem wird nicht jeder Geisteswissenschaftler Journalist bzw. allgemein ein Angestellter der Medienbranche. Auch Germanisten, Philosophen, Literatur-, Kultur- oder Sprachwissenschaftler gehören beispielsweise dazu.

Oft wird bemängelt, dass gerade in diesen Studiengängen die Anzahl der Praktika während und nach dem Studium überdurchschnittlich hoch ist. Doch gerade in jenen Bereichen sind besagte Praktika aus verschiedenen Gründen sogar wichtig, denn sie öffnen einem Türen und helfen dabei, sich festzulegen. Konkreter heißt dies: Geisteswissenschaftler können „nahezu überall eingesetzt werden“, daher ist es notwendig, sich im Rahmen eines oder mehrerer Praktika zu orientieren, sich diverse Berufsbilder anzuschauen und sich zu überlegen, wohin die berufliche Reise gehen soll.

Zudem geht es hierbei oft um Berufe, Bereiche und Arbeitgeber, die sich vor Bewerbungen kaum retten können. Sich hier bereits zu empfohlen zu haben und den Personalverantwortlichen bekannt zu sein, kann einem einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern bringen. Außerdem stehen Absolventen mit Praxiserfahrung generell besser da, als solche ohne entsprechenden Arbeitsnachweis.

Den meisten ist bereits vor dem Studium bewusst, dass der Weg in eine gutbezahlte Festanstellung nicht einfach wird. Doch sie wählen diese Studiengänge, weil sie sich selbst verwirklichen wollen und weniger aus finanziellen Aspekten. Letzteres sollte zudem kein Grund sein, sich für ein Studium zu entscheiden, welches einen nicht interessiert, denn fachliche Nicht-Eignung und Desinteresse sind die häufigsten Abbruchgründe.


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Quelle: Zeit Online

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