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Hinfallen und wieder aufstehen – Nehmerqualitäten im Job

Hinfallen und wieder aufstehen – Nehmerqualitäten im Job

Niederlagen gehören zum Leben und dennoch muss jeder Mensch lernen, mit Krisen umzugehen. Wer im Job scheitert, wird die Situation zunächst als ausweglos betrachten. Mit etwas Abstand betrachtet steckt jedoch in jeder Krise die Chance, neue Wege zu betreten und sich weiterzuentwickeln.

Die Scheuklappensicht in der Krise

Jobverlust, ein Projekt ist gescheitert oder man merkt, dass der gewählte Beruf gar nicht zu einem passt – in solchen Situationen ist die Sicht auf das Problem gerichtet. Man scheint in einer ausweglosen Lage zu stecken und all die Möglichkeiten rechts und links vom eingeschlagenen Weg werden übersehen.

Die Niederlage steht im Fokus und die Gedanken kreisen um die Krise. Man fühlt sich als Verlierer, die Selbstsicherheit minimiert sich und es fehlt die Kraft, um Neues anzugehen.

Es ist auch wichtig, diese als negativ empfundenen Emotionen anzunehmen. Diese Gefühle dürfen da sein und das Scheitern muss erst einmal verarbeitet werden. Bevor Neues in Angriff genommen wird, darf man sich Zeit nehmen, um durchzuatmen und innerlich ruhiger zu werden.

Normal ist ebenso die Grübelei über die Gründe, die zur Niederlage führten. Was habe ich falsch gemacht? Warum habe ich nicht früher erkannt, dass mein Handeln zum Scheitern führen musste oder mein Job auf der Kippe stand? Was hätte ich besser tun können? Was habe ich übersehen?

Der Blick fällt von der momentanen Situation zurück in die Vergangenheit. Vielleicht lassen sich dort Fehler aufspüren, um aus ihnen für die Zukunft zu lernen. Oftmals drehen sich die Gedanken allerdings im Kreis und aus diesem Gedankenkarussell werden sich keine brauchbaren Erkenntnisse ergeben, die man für den zukünftigen Berufsweg nutzen kann.

Blick auf sich selbst richten: Analyse der Persönlichkeit

Wenn schon an den vergangenen Berufsweg gedacht wird, dann auf eine Weise, die motivierend wirkt und zum Aufstehen anregt:

  • Welche Erfolge konnte ich in der Vergangenheit erzielen?
  • Bilanz ziehen, aber dabei den Fokus bewusst auf das richten, was gut lief.
  • Aufschreiben, was man besonders gut kann und was man gerne macht.
  • Notieren, welche Rahmenbedingungen in verschiedenen Berufssituationen gegeben waren. Scheitere ich bei Teamarbeit, im Großraumbüro der im Einzelbüro? Kann ich mich besser konzentrieren, wenn ich Zuhause oder im Firmengebäude arbeite? Wann kommen mir die besten Einfälle und wann stagniert mein Ideenfluss?

Diese Überlegungen und Betrachtungen führen dazu, dass man der eigenen Persönlichkeit mehr auf die Schliche kommt. Wo liegen die Schwachstellen und wo die Stärken? Mancher benötigt feste Arbeitszeiten und ein eigenes Büro, um konzentriert zu arbeiten oder kreativ zu sein. Andere sind nur dann leistungsfähig und motiviert, wenn sie selbst entscheiden können, wann und wo sie arbeiten.

Bei dieser Analyse wird man ebenfalls erkennen, ob der Beruf oder eine Position der eigenen Persönlichkeit entspricht. Zum Beispiel wird im Beruf des Verkäufers eine introvertierte Person mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dieselben Verkaufszahlen erzielen, wie ein extrovertierter Mensch.

Oder ein anderes Beispiel: Ein Zimmermeister konnte seinen Beruf aufgrund von Rückenproblemen nicht mehr ausüben und übernahm die Firmenleitung einer Zimmerei. Nun saß er im Büro, berechnete Dächer und Holzhäuser, beriet Kunden und teilte das Personal für die Arbeiten ein. Die Motivation ließ zunehmend nach und es passierten Fehler, die nicht passieren dürfen. Nach einer Analyse der Krisensituation und der eigenen Persönlichkeit wurde deutlich, dass dieser Mensch für einen Bürojob ungeeignet ist. Fortan übernahm er die Baustellenleitung und verbrachte nur noch wenig Arbeitszeit im Büro. Seine Erfolge konnten sich wieder sehen lassen und die Motivation kehrte zurück.

Manchmal ist es jedoch nicht so einfach, alleine die Schwachstellen aufzuspüren und sich die eigenen Erfolge bewusst zu machen. In dem Fall ist es empfehlenswert, entweder mit einem vertrauten Menschen zu reden oder professionelle Hilfe bei einem Coach zu suchen. Wichtig bei der Überwindung von Krisen ist stets: Chancen erkennen und mit neuem Mut und neuer Motivation neue Wege zu beschreiten.

Aufstehen und handeln – Neue Wege beschreiten

Nach der Analyse ist die Zeit zum Handeln gekommen. Um den eventuell völlig neuen Weg einzuschlagen, muss erst einmal das Ziel festgelegt werden. Bei einem Jobverlust könnte der neue Weg darin bestehen, sich selbstständig zu machen, umzuschulen oder einen Job in einer anderen Position zu suchen.

Egal welcher Weg eingeschlagen wird: Die Motivation verstärkt sich, wenn der Weg zum „großen“ Ziel mit kleinen Etappenzielen gespickt wird. Was muss getan werden, um das Ziel zu erreichen? Jedes erreichte kleinere Ziel erhöht Schritt für Schritt das Selbstvertrauen und die Selbstsicherheit.

Solche Etappenziele können beispielsweise sein: Recherche nach Weiterbildungsmaßnahmen und möglichen finanziellen Unterstützungen, Anmeldung zur Weiterbildung, Lehrmaterial besorgen usw.

Hinfallen und wieder aufstehen – das lernen wir alle bereits in früher Kindheit, allerdings erinnert sich niemand an diese Lehrzeit. Die Kunst der Gewinner, der erfolgreichen Menschen, ist ganz einfach: Sie bleiben nicht liegen, sondern rappeln sich so schnell wie möglich wieder auf, um mit neuem Mut, neuer Motivation und neuen Ideen weiterzumachen.

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