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Karrierechance "Hidden Champions"

Werden Schüler oder Studenten befragt, wo sie gerne einmal arbeiten würden, werden häufig dieselben Unternehmen genannt. Was Rang und Namen hat, stellt man sich gerne als künftigen Arbeitgeber vor. Das führt auch dazu, dass weniger bekannte – aber oft nicht minder erfolgreiche – Firmen Schwierigkeiten haben, Nachwuchs zur Besetzung der Stellen zu finden.

Es gibt über 3 Millionen Firmen und Unternehmen jeglicher Art und Größe in Deutschland. Trotzdem bewerben sich viele Jobsuchende nur bei den großen, bekannten wie Google, BMW, Siemens, Apple, Audi oder Bosch. Doch was viele nicht wissen: Dass andere Unternehmen namentlich weniger bekannt sind, heißt nicht, dass sie kein Geld erwirtschaften, keinen Erfolg haben und vor allem nicht wichtig sind.

Hidden Champions sind Marktführer

Im Gegenteil: Nicht selten sind diese Firmen Marktführer in ihrem Segment und global tätig. Diese Unternehmen, die in Nischen-Marktsegmenten oder in ihren Branchen Europa- oder Weltmarktführer sind, werden als Hidden Champions (heimliche Gewinner) bezeichnet. Sie sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt, weil sie z.B. Produkte nur für einen kleinen Kreis an Endabnehmern herstellen. Hauptsächlich sind es aber auch Firmen, die jeweils nur Produkte für andere Unternehmen herstellen (B2B bzw. Business-to-Business).
Hidden Champions sind auch deswegen weniger bekannt, weil sie oft inhabergeführt und nicht börsennotiert sind. Daher werden sie von Business Analysten und Investoren weniger beachtet. Zudem verzichten andere Konzernen überwiegend darauf, mit Hidden Champions in Konkurrenz zu treten, weil die Märkte, in denen sich Hidden Champions bewegen zu klein sind.

Trotzdem handelt es sich bei Hidden Champions um sehr erfolgreiche und oft auch große Unternehmen. Zwar gehören auch mittelständische Unternehmen zu diesen Marktführern, per Definition sind bei Hidden Champions aber mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt und der Umsatz beträgt zwischen 50 Millionen und 3 Milliarden Euro im Jahr.
Und auch wichtig sind Hidden Champions: So läuft beispielsweise in der Lebensmittel- und Getränkebranche wenig ohne die Firma „Wild“, die natürliche Zutaten produziert und zuliefert.

Besondere Karrierechancen

Hidden Champions können Berufseinsteigern sowie Professionals Top Karriereangebote und -chancen bieten. Da die meisten Unternehmen international tätig sind, können Mitarbeiter schnell das Arbeiten im internationalen Umfeld kennenlernen und ggf. Auslandsaufenthalte wahrnehmen. Weil die Unternehmen sich aber im Nischenbereich befinden und häufig auf ein Produkt bzw. Segment oder eine kleine Kundengruppe spezialisiert sind, ist das gesamte Geschäft überschaubar und relativ schnell auch für Berufseinsteiger zu verstehen. In Großkonzernen kennen die Angestellten selten alle Standorte oder kommen mit allen Geschäftsabläufen und Unternehmensabteilungen in Kontakt.

Mittelständische Unternehmen haben den Bonus, dass Absolventen dort meist besonders viel praktische Erfahrung sammeln und schnell Verantwortung übernehmen können. Und gute Leistung fällt hier eher auf. Während man in großen Konzernen leicht in der Masse untergeht, gelingt es im Mittelstand mit dem nötigen Ehrgeiz und Engagement viel einfacher, auch Geschäftsführer und/oder Inhaber auf sich aufmerksam zu machen.

Trotz einiger Vorteile für Bewerber, die Karriere machen und richtig durchstarten wollen, haben Hidden Champions durch ihre Unbekanntheit Probleme, ihre Stellen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Und so gibt es nicht wenige Weltmarktführer, die dringend Verstärkung brauchen. Dabei profitieren nicht nur die Firmen von mehr Bewerbungen. Auch die Bewerber selbst helfen damit, die Situation auf dem Stellenmarkt ein wenig zu entzerren und sich nicht gegenseitig die Stellen wegzunehmen.

Diese Unternehmen sind Hidden Champions

In einer Studie von Biesalski & Company wird alle zwei Jahre ein neues Markenranking mit Hidden Champions aufgestellt. Das letzte wurde Ende 2015 erstellt und zeigt, welche deutschen Mittelständler sich seit der vorangegangenen Studie gut positioniert haben.

Die Top 20 im Überblick:

  • Platz 1: Herrenknecht (Branche: Tunnelbohrmaschinen)
  • Platz 2: Otto Bock (Branche: Prothesen)
  • Platz 3: Lürssen Maritime Beteiligungen (Branche: Schiffbau)
  • Platz 4: Delo (Branche: Industrieklebstoffe)
  • Platz 5: Windmöller & Hölscher (Branche: Verpackungsmaschinen)
  • Platz 6: Grimme Landmaschinenfabrik (Branche: Landmaschinen)
  • Platz 7: Haver & Boecker (Branche: Drahtweberei / Maschinenbau)
  • Platz 8: Duravit (Branche: Badausstattung)
  • Platz 9: Kaeser (Branche: Kompressoren)
  • Platz 10: Peri (Branche: Schalungen / Gerüste)
  • Platz 11: Schunk (Branche: Greifsysteme)
  • Platz 12: Dorma Holding (Branche: Gebäudetechnik)
  • Platz 13: Sick (Branche: Sensortechnik)
  • Platz 14: Mennekes (Branche: Industriesteckverbindungen)
  • Platz 15: Abeking & Rasmussen (Branche: Schiffbau)
  • Platz 16: KWS Saat (Branche: Saatgut)
  • Platz 17: Renolit (Branche: Kunststofffolien)
  • Platz 18: Sennheiser (Branche: Kopfhörer)
  • Platz 19: Max Weishaupt (Branche: Energietechnik)
  • Platz 20: Big Dutchman (Branche: Fütterungs-/Stallanlagen)

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Quellen:
wiwo.de
handelsblatt.com
wirtschaftslexikon.gabler.de

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