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Kollegen mit Down-Syndrom – Positive Effekte fürs Team

Kollegen mit Down-Syndrom – Positive Effekte fürs Team

Einige Unternehmen bieten Menschen mit Down-Syndrom Praktikumsplätze an. Eine Festanstellung ist dabei nicht ausgeschlossen. Die Erfahrungen sind durchaus positiv und auch für die nicht-behinderten Kollegen stellen diese Mitarbeiter in mancher Hinsicht ein Vorbild dar.

Motiviert und zuverlässig – die Arbeit wird ernst genommen

Viel zu lange ging man davon aus, dass Menschen mit Down Syndrom nicht sonderlich leistungsfähig sind. Die Meinung hat sich mittlerweile geändert, denn zum Einen ist der Schweregrad an Beeinträchtigung höchst unterschiedlich, denn Down-Syndrom ist nicht gleich Down-Syndrom. Zum Anderen haben Arbeitgeber festgestellt, dass sie durchaus sehr motivierte, zuverlässige und verantwortungsvolle Mitarbeiter in die Firma holen, wenn diese eine akzeptierende Umgebung vorfinden.

Wie jeder Mensch wird die Lern- und Leistungsfähigkeit erhöht, wenn der Mensch gefördert und akzeptiert wird. So lernen behinderte Menschen sich von einer neuen Seite kennen und merken, dass sie viele Stärken haben, von denen sie bisher nichts wussten. Selbstverständlich führt dies zu noch mehr Motivation, zumal die Arbeitgeber ebenso feststellten, dass diese Mitarbeiter ihren Job ernst nehmen und als wichtig ansehen.

Jeder Mensch ist eine einzigartige Persönlichkeit und möchte respektiert werden. Warum soll das Menschen mit Behinderungen anders ergehen? Erfahren sie, dass sie von ihren Kollegen angenommen werden, sind es gerade diese Menschen, die Zusatzaufgaben im Job übernehmen, ohne dass sie diese aufgetragen bekommen. Einfach, weil es ihnen Spaß macht, weil sie anderen Menschen eine Freude machen möchten oder weil sie sehr genau arbeiten.

Die meisten Menschen mit gesondertem Förderbedarf arbeiten in Behindertenwerkstätten. Diese Einrichtungen sind gut und wichtig, doch viele dieser Menschen könnten genauso gut in den freien Arbeitsmarkt integriert werden. Das Problem ist ein gesellschaftliches Problem: Immer noch traut man diesen Personen viel zu wenig zu.

Natürlich kommt es auf den Grad der Beeinträchtigung, die Persönlichkeit und das vorhandene Vorwissen an, ob ein Mensch in dieses oder jene Team passt. Doch lange Zeit hat man Menschen mit Down Syndrom generell als unfähig abgestempelt.

Um so besser, dass sich dies langsam wandelt und die ersten Unternehmen positive Aussagen über ihre Mitarbeiter mit besonderem Betreuungsbedarf machen können. Je mehr Menschen mit offensichtlich körperlichen oder geistigen Nachteilen am ganz normalen Arbeitsalltag teilnehmen können, desto weniger Vorurteile werden sich halten können. Nicht nur Kollegen profitieren von der Zusammenarbeit, sondern auch Kunden und Gäste in Restaurants, wenn sie beispielsweise von Menschen mit Down Syndrom bedient werden. Freundlichkeit ist ein Charakterzug, der jedem direkt auffällt, sobald er mit diesen Menschen zu tun hat.

Übrigens möchten die meisten keine besondere Behandlung erfahren. Sie möchten dazu gehören und als ganz normale Mitarbeiter angesehen werden.

Vorurteile abbauen – Von der Andersartigkeit zur Normalität

In Deutschland wäre man gerne tolerant und möchte sich ebenfalls auf diese Weise zeigen. Dennoch sieht die Realität anders aus. Es wird getuschelt und beschämt zu Boden geschaut, sobald man einem Menschen mit Abweichung von der Norm begegnet.

Die Integration ins Arbeitsleben könnte ein wichtiger Schritt in Richtung Vorurteile abbauen sein. Wird es zur Selbstverständlichkeit, dass im Team nicht-behinderte Menschen mit behinderten Menschen zusammenarbeiten, wird irgendwann niemand mehr über diese Form der Andersartigkeit nachdenken. Und wenn wir einmal ehrlich zu uns sind: Wer bestimmt über die Merkmale von Normalität? Was ist normal und akzeptiert und was gilt als unnormal?

Zudem könnten sich einige Arbeitnehmer eine gewaltige Scheibe von Kollegen mit Behinderung abschneiden. In der Regel fühlen sich diese Menschen gebraucht, sie nehmen ihren Job ernst und sagen geradeaus, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Sie klagen und jammern nicht, sondern sehen ihre Aufgaben als wichtig an. Dementsprechend motiviert und verantwortungsvoll gehen sie ihren Job an.

Viele Menschen mit Down-Syndrom sind sehr fröhliche Menschen, für die Freundlichkeit etwas ganz normales ist. Auch daran könnte man sich orientieren, denn meistens blickt man in finstere Mienen, gestresste Verkäufergesichter und ist sehr dankbar, wenn einem freundliche Menschen begegnen.

Es wird Zeit, dass Andersartigkeit zur Normalität wird und es wird Zeit, dass gerade diese Andersartigkeit als Anlass genommen wird, um einmal über sich selbst nachzudenken.

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