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Kündigung erhalten! Findet ein neuer Arbeitgeber das heraus?

Kündigung erhalten! Findet ein neuer Arbeitgeber das heraus?

Bei Kündigung einen kühlen Kopf bewahren und einen neuen Job finden

Eine Kündigung zu verkraften ist für viele Menschen mit großer Mühe verbunden. Manche fühlen sich hintergangen oder zurückgewiesen. Andere empfinden eine Leere und fallen in ein Loch aus Enttäuschung und Depression. Lang aufgestaute Emotionen können hochkochen. Einige Mitarbeiter sind wütend, andere reagieren mit einer gewissen Erleichterung. Nicht immer ist den betroffenen Mitarbeitern vorab klar, dass der Arbeitgeber plant, sie los zu werden. Wer das im Vorfeld ahnt, ist geringfügig im Vorteil. Dann kommt die Kündigung nicht wie aus heiterem Himmel. Wenn eine Kündigung ausgesprochen wurde und das Arbeitsverhältnis rechtmäßig zu Ende geht, zählt für die Betroffenen der Blick nach vorn. Sie bewerben sich bei anderen Unternehmen, führen Vorstellungsgespräche und hoffen auf eine baldige Neueinstellung.

Erkundigungen über Bewerber

Wer den ersten Schreck einer Kündigung überwunden hat und mit erfolgreichen Aussichten eine neue Beschäftigung anstrebt, darf nicht überrascht tun, wenn der neue Arbeitgeber Maßnahmen zur Informationsgewinnung unternimmt. Kaum ein Arbeitgeber möchte mit einem neuen Bewerber die sogenannte Katze im Sack kaufen. Je höher ein Unternehmen die ausgeschriebene Position, den Verantwortungsbereich und das Gehalt ansiedelt, desto wahrscheinlicher wird Option, dass der künftige Arbeitgeber Erkundigungen über den Bewerber einholt. Dazu haben Arbeitgeber unterschiedliche Möglichkeiten.

Informationsquellen für Arbeitgeber

Da sie so zahlreich genutzt werden und die Nutzer freiwillig viele, teils überflüssige Angaben über sich selbst veröffentlichen, schauen in der modernen Gesellschaft allerhand Arbeitgeber zunächst durch die Sozialen Netzwerke. Hier gelangen sie oft an Informationen über die Bewerber, die sie in die engere Auswahl für eine freie Stelle einbeziehen. Inzwischen zählt es allgemein zur Normalität, Urlaubs- und Eventfotos sowie auch Selfies online zu posten. Wer sich einen Kommentar zu seiner Kündigung im Internet nicht verkneifen kann, darf sich nicht wundern, wenn der neue Arbeitgeber mitliest und somit Bescheid weiß.

Neben der Recherche im Internet ist der Anruf bei einem früheren Unternehmen, das im Lebenslauf genannt ist, durchaus gängig. Besonders bei Führungskräften verhält es sich so, dass potenzielle neue Arbeitgeber den vorherigen Arbeitgeber kontaktieren und Einzelheiten abfragen, die aus der Bewerbung oder dem Lebenslauf nicht hervor gehen. Wer immer zuverlässig und qualitativ gut gearbeitet hat, wünscht sich sogar diese Kontaktaufnahme zwischen altem und neuem Betrieb zwecks positiver Referenzabfrage.

In einem Kündigungsfall verhält es sich anders. Wenn der Bewerber nicht wünscht, dass der neue Arbeitgeber beim alten vorstellig wird, kann er das über eine Sperrklausel in der Bewerbung ausdrücklich erbitten. Eine passende Formulierung dafür ist beispielsweise „bitte behandeln Sie meine Bewerbung vertraulich“. Oftmals suggeriert dieser Satz, dass der bisherige Arbeitgeber nicht vorhersieht, dass der Mitarbeiter sich weg bewirbt. Er gilt ebenso für den Fall, dass der Bewerber eine Kontaktaufnahme vermeiden möchte zwecks vorheriger Kündigung. Wenn ein Arbeitgeber ein Interesse daran hat, zu erfahren, ob der neue Bewerber hohe Schulden hat oder Vorpfändungen vorliegen, kann er unter Berücksichtigung des Datenschutzgesetzes bei der Schufa Anfragen stellen. Meist klären die Parteien eine solche Fragestellung schon während der Einstellungsgespräche.

Generell beschränkt das Gesetz das Informationsbedürfnis von Arbeitgebern. Unternehmen sind nicht befugt, Bewerber in unangemessenem Rahmen zu durchleuchten. Sie haben wohl Anspruch auf Auskünfte, die in einem direkten Kontext mit dem Arbeitsverhältnis stehen, wie das Betragen und die Arbeitsleistung. Sollte ein Betrieb eine Detektei anheuern, um über einen Bewerber Wissenswertes zu erfahren, so kann der Kandidat das höchst selten verhindern. In der Regel weiß er gar nicht, dass er bespitzelt wird. Weitaus günstiger und einfacher wäre es, wenn der neue Arbeitgeber die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses erbittet. Hier sind wiederum Branche und Position von Belang. In einigen Berufsfeldern machen solche Vorgehensweisen keinen Sinn.

Die Kündigung verschweigen: Ehrlich währt am längsten

Auch wenn einem Arbeitnehmer gekündigt wurde, hat er/sie in der Regel eine Frist, zu der das Arbeitsverhältnis endet. Gelegentlich werden Mitarbeiter freigestellt, und können sich unverzüglich um eine neue Beschäftigungsstelle kümmern. Bei Bewerbungen innerhalb des Zeitraumes, in dem die Kündigungsfrist gilt, dürfen Bewerber sich getrost aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewerben. Die Angabe behalten sie ebenfalls in Interviews bei. Ist allerdings der Zeitpunkt überschritten und der Arbeitssuchende ist de facto ohne Beschäftigung, wäre eine Bewerbung aus einem Arbeitsverhältnis eine Falschangabe, die unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Selbst wenn Bewerber sich aus der Arbeitslosigkeit heraus um eine neue Anstellung bemühen, sind sie nicht verpflichtet, die vorhergehende Kündigung zu erwähnen. Allerdings benötigen sie eine gute Antwort auf die Frage nach dem Grund für ihre Arbeitslosigkeit. Betriebsbedingte Kündigungen sind heutzutage weder außergewöhnlich, noch Einzelfälle. Aus diesen Gründen ist eine Kündigung weder negativ belastet noch eine Schande. Es spricht überhaupt nichts dagegen, sie bei einem Vorstellungsgespräch zu erwähnen.

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