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Landarbeiter – Beruf mit Seltenheitswert

Landarbeiter – Beruf mit Seltenheitswert

Einst eine begehrte Ausbildung, ist der Beruf des Landarbeiters mehr und mehr der Industrialisierung zum Opfer gefallen. Waren 1895 von 100 Beschäftigten 38 in der Landwirtschaft tätig, sank diese Zahl bis 2008 auf 2 Landarbeiter. Insbesondere in den alten Bundesländern gibt es nicht mehr viel für Landarbeiter zu tun. Etliche Landwirte haben sich von ihren Feldern getrennt und, sofern es sich um Bauland handelte, hohe Verkaufssummen erzielt. Längst zieht es die Kinder der Landwirte in andere Berufe. Sie wollen nicht mehr zwangsläufig in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und – wie es über Generationen hinweg der Fall war – ebenfalls Hof, Äcker und Felder bewirtschaften. Daneben haben aber auch immer mehr Landwirte ihre Bauernhöfe zu Reitstallungen umgebaut. Bestand die Einnahmequelle früher aus Ackerbau und Viehzucht, sind es heute die Freizeitreiter, die gutes Geld für Einstellplatz und Weidegang bezahlen. Diese Reitbetriebe beschäftigen neben den Pferdewirten auch Hof- und Landarbeiter.

Landarbeiter – Ausbildungsdauer und Gehalt

Die Ausbildung zum Landarbeiter dauert drei Jahre. Die Ausbildungsvergütung variiert in den Alten und Neuen Bundesländern und erreicht erst im 3. Ausbildungsjahr in West und Ost annähernd ein einheitliches Niveau.

1. Ausbildungsjahr

2. Ausbildungsjahr

3. Ausbildungsjahr

Alte Bundesländer (West)

553 €

622 €

689 €

Neue Bundesländer (Ost)

505 €

587 €

671 €


Nach der Ausbildung sieht es im Beruf der Landarbeiter mit der Bezahlung nicht allzu rosig aus. Während die Ausbildungsvergütung sich noch ähnlich darstellt, wie in vielen anderen Berufen ebenfalls, so erhält ein ausgebildeter Landarbeiter in Niedersachsen ein Monatsbruttogehalt von 1.550 Euro, und das nur deshalb, weil er in genau dem Bundesland arbeitet, das Landarbeiter noch am höchsten entlohnt. In Bayern verdient ein Landarbeiter gerade einmal 1.000 Euro und in Schleswig-Holstein sogar nur 700 Euro. Hierbei handelt es sich allerdings um Durchschnittswerte. Das Gehalt der Landarbeiter variiert je nach Arbeitsumfang, Arbeitgeber, Aufgaben- und Verantwortungsbereich.

Abwechslungsreicher Beruf für Frischluftfans

Meistens finden Landarbeiter ihren Aufgabenbereich in agrarwirtschaftlichen Unternehmen. Sie kennen sich mit der neuesten Landmaschinentechnik aus, wissen sie richtig einzusetzen und zu bedienen und übernehmen meistens auch die Reparatur, Pflege und Wartung der Maschinen. Mithilfe dieser modernen Agrarmaschinen pflügen Landarbeiter die Felder, säen aus, wässern und düngen und fahren zuletzt die Ernte ein. Darüber hinaus sind Landarbeiter in tierwirtschaftlichen Unternehmen, wie z.B. in Milchverarbeitungsbetrieben/Molkereien oder Schweinezuchten beschäftigt.

Zudem sind sie auf Bio-Bauernhöfen anzutreffen. Insbesondere dort ist der Zeitaufwand für die Pflege und Versorgung der Tiere erheblich, da zertifizierte Biohöfe speziellen Anforderungen an die Tierhaltung unterliegen. Der tägliche Weidegang für die Kühe ist hier nur eine von vielen Bestimmungen. Demzufolge präsentieren sich die Aufgaben auf einem Bio-Hof für Landarbeiter noch recht vielschichtig. Neben der Fütterung der Tiere obliegt einem Landarbeiter die Säuberung der Stallungen und Gehege. Grundsätzlich zielen alle Tätigkeiten der Landarbeiter darauf ab, den Landwirt bei seiner täglichen Arbeit bestmöglich zu unterstützen. Somit sind Landarbeiter im Wesentlichen mit der Nahrungsmittelerzeugung beschäftigt.

Körperliche Fitness muss sein

Obwohl der Einsatz moderner Landmaschinen mittlerweile die schwere Arbeit der Landarbeiter immens erleichtert, ist körperliche Belastbarkeit weiterhin eine Grundvoraussetzung für diesen Beruf.

Weiterführende Infos zum Thema:

Gehalt Landwirt

Gehalt Landwirtschaftshelfer

Gehalt Land- und Baumaschinenmechaniker

Gehalt Landmaschinenmechaniker