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Leiharbeiter können nur selten vom Einkommen leben

Laut dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) haben Ende 2010 über 870.000 Menschen für Zeitarbeitsfirmen gearbeitet. Obwohl sie in den Betrieben, in die sie geschickt werden, meist die gleiche Arbeit verrichten, wie festangestellte Mitarbeiter, verdienen sie oft nur etwa die Hälfte.

Viele Leiharbeiter sind daher auf Sozialleistungen zur Aufstockung des Lebensunterhalts angewiesen. Grund genug, dass ein Mindestlohn eingeführt werden muss. Dieser müsse vor Mai 2011 gesetzlich festgesetzt werden, da zu diesem Datum die Grenzen für den Zugang von Arbeitskräften aus den europäischen Beitrittsstaaten fallen. Das würde bedeuten, dass Leiharbeiter aus Polen oder Tschechien in Deutschland zu den Tarifbedingungen ihres Heimatlandes arbeiten dürfen. Das würde den Konkurrenzkampf erhöhen und könnte die Löhne und Gehälter massiv nach unten drücken. Ein Sprecher des BZA sprach im Zuge dessen von Löhnen, die auf unter 4 Euro pro Stunde fallen könnten.

Die Voraussetzungen für die Einführung eines Mindestlohns in der Zeitarbeitsbranche wurden größtenteils bereits geschaffen, denn die Tarifparteien einigten sich auf einen Lohn von mindestens 7,79 Euro pro Stunde in Westdeutschland und von 6,89 Euro in Ostdeutschland. Das Festlegen einheitlicher Sätze ist auch dringend notwendig, denn in keiner anderen Branche gibt es so viele Beschäftige, die auf aufstockende Leistungen der Agentur für Arbeit angewiesen sind, wie in der Zeitarbeit. Und das trotz oftmals gleicher Arbeit sowie gleicher Ausbildung und Qualifikation.

Die Agentur für Arbeit hatte erst kürzlich die Daten von etwa 500.000 Leiharbeitern zusammen getragen und ausgewertet. Als Ergebnis kam heraus, dass die Arbeitskräfte in den alten Bundesländern im Schnitt monatlich 1456 brutto verdient haben, im Osten waren es 1124 Euro.

Quelle: Spiegel Online

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