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Lohnsteuererklärung 2014 – Anleitung zum Sparen

Lohnsteuererklärung 2014 – Anleitung zum Sparen

Für die Lohnsteuererklärung 2014 bleibt noch etwas Zeit, denn spätestens am 31. Mai muss sie dem Finanzamt vorliegen. Wir erklären, welche Kosten abgesetzt werden können und wer zur Steuererklärung verpflichtet ist.

Muss jeder eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen?

Nicht jeder Beschäftigte muss eine Steuererklärung abgeben. Wer in einem nichtselbstständigen Arbeitsverhältnis steht und ausschließlich aus dieser Tätigkeit sein Einkommen bezieht, hat bereits seine Steuerschuld durch die direkt abgeführten Lohnsteuern beglichen. Eine Steuererklärung muss somit nicht gemacht werden – es sei denn, einer der folgenden Punkte trifft auf den Arbeitnehmer zu:

  • Man bekommt jährlich mehr als 410 Euro neben dem Gehalt als Lohnersatzleistung oder aus anderen Einkünften
  • Ehepaare sind zur Steuererklärung verpflichtet, wenn sie die Steuerklasse III/V haben oder Steuerklasse IV + Faktor
  • Arbeitnehmer mit einer zweiten Lohnsteuerkarte Klasse VI
  • Man bezieht Einnahmen aus einem Gewerbe oder aus Vermietungen
  • Jeder, der im Jahre 2012 Kurzarbeitergeld, Elterngeld, Krankengeld oder Arbeitslosengeld bezog, muss eine Steuererklärung abgeben
  • Steht auf der Steuerkarte ein Freibetrag, ist man zur Steuererklärung verpflichtet
  • Wer im Steuerjahr nicht nur bei einem sondern bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt war, muss eine Steuererklärung einreichen

Alle, die nicht von diesen genannten Punkten betroffen sind, können den Steuerbescheid freiwillig abgeben.

Bis zu welchem Datum muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Ist man zur Steuererklärung verpflichtet, muss man diese spätestens am 31. Mai im Finanzamt abgeben. Diese Abgabefrist kann auf Antrag verlängert werden.

Lässt man die Steuererklärung von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater machen, muss die Steuerklärung bis zum 31. Dezember 2015 dem Finanzamt vorliegen.

Wer freiwillig eine Steuererklärung für 2014 macht, hat Zeit bis zum 31. Dezember 2018.

Die Formulare für die Steuererklärung erhält man beim Finanzamt. Ebenso sind die Formulare zum Ausdrucken im Internet zu bekommen (www.steuerliches-info-center.de). Wer die Steuererklärung am Computer ausfüllen möchte, kann sich bei www.elster.de das ElsterFormular gratis downloaden.

Was passiert, wenn die Steuererklärung nicht fristgerecht eingereicht wurde?

Wer die Steuerklärung nicht fristgerecht zum 31. Mai eingereicht hat, erhält vom Finanzamt eine schriftliche Mahnung mit einer Abgabefrist zwischen vier und sechs Wochen.

Hat man daraufhin erneut die Abgabefrist verstreichen lassen, hat das Finanzamt das Recht, einen Verspätungszuschlag in Höhe von bis zu zehn Prozent von den fälligen Einkommensteuern, höchstens aber 25 000 Euro zu verlangen. Ebenso kann das Finanzamt Zwangsgeld androhen.

Welche Kosten können abgesetzt werden?

Für Erwerbstätige gilt ein Grundfreibetrag von 8 354 Euro. Das bedeutet, dass bis zu diesem Beitrag keine Einkommensteuer gezahlt werden müssen. Daneben können weitere Pauschbeträge genutzt werden:

Werbungskosten

Der Pauschbetrag für Werbungskosten liegt bei 1 000 Euro. Das Finanzamt erkennt Werbungskosten bis zu diesem Pauschbetrag an, ohne dass Nachweise erbracht werden müssen. Will man mehr Werbungskosten absetzen, müssen Nachweise erbracht werden. Zu Werbungskosten gehören Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Verpachtungen oder Vermietungen.

Entfernungspauschale

Auch diese Pauschale gehört zu den Werbungskosten: Hier können Kosten abgesetzt werden, die für den Weg zur Arbeit zustande kommen. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann dreißig Cent pro Kilometer geltend machen. Bei öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Ticketkosten angegeben werden. Für die Berrechnung der Entfernungspauschale wird die Distanz vom Wohnort zum Arbeitsort mit den jährlichen Arbeitstagen und der Pauschale (30 Cent oder Ticketkosten) multipliziert.

Andere Werbungskosten

Zu den Werbungskosten zählen ebenfalls Kosten für Arbeitszimmer, Fortbildungen, Dienstreisen und Arbeitsmittel. Arbeitsmittel wie Handy, Büro-Utensilien, Fachliteratur oder Bekleidung können dann abgesetzt werden, wenn sie mindestens zu neunzig Prozent für den Beruf genutzt werden.

Tipp: Hat sich auf einer beruflich bedingten Fahrt ein Unfall ereignet, können die Unfallkosten geltend gemacht werden. Eine beruflich bedingte Fahrt ist beispielsweise die Fahrt von der Wohnung zum Arbeitsplatz, eine Dienstreise oder eine Fahrt beim Umzug, der beruflich bedingt notwendig war. Zu den Unfallkosten, die abgesetzt werden können, gehören Reparaturkosten, Leihwagenkosten, Abschleppkosten oder Kosten für einen Gutachter.

Kosten aus dem Privatbereich

Einige Kosten aus dem privaten Bereich sind als Sonderausgaben absetzbar. Dafür sollten die Quittungen als Nachweis aufbewahrt werden. Zu diesen Sonderausgaben gehören unter anderem:

  • Mitgliedsbeiträge
  • Geldspenden
  • Sachspenden (zum Beispiel Kleiderspenden – wichtig ist eine Spendenbescheinigung vom Empfänger der Sachspende mit aktuellem Marktwert der Spende)
  • Kosten für die Vorsorge (zum Beispiel Pflegeversicherung, private Rentenversicherung u.ä.)
  • Kirchensteuer
  • Kosten für die Steuerberatung
  • Kosten für die Berufsausbildung (nur für die erste Berufsausbildung!)
  • Unterhalt an den ehemaligen Ehegatten

Außergewöhnliche Belastung

Zu den außergewöhnlichen Belastungen gehören Kosten im Krankheitsfall oder für eine Bestattung. Das heißt, außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen, die zwangsläufig entstehen, wobei die Kosten den Aufwendungen der Mehrheit der steuerpflichtigen Personen (zumutbare Belastungen) übersteigen. Die Höhe des Einkommens, die Anzahl der Kinder und der Familienstand bestimmen über die Höhe dieser sogenannten zumutbaren Belastungen des Einzelnen.

Daneben gibt es noch die besonders außergewöhnlichen Belastungen wie Hinterbliebenen-Pauschbetrag, Pflege-Pauschbetrag oder Behinderten-Pauschbetrag. Bei diesen Belastungen bleibt die Höhe der zumutbaren Belastungen unberücksichtigt.

Kinderbetreuung

Seit 2012 können die Kosten für die Kinderbetreuung abgesetzt werden, ohne den Grund für die Betreuung angeben zu müssen. Zwei Drittel der Kosten für die Tagesmutter oder für eine Kindertagesstätte können geltend gemacht werden. Die maximale Höhe der Kosten liegt bei 4000 Euro jährlich. Diese Regelung für diese Art der Sonderausgaben gilt für alle Kinder bis zum vierzehnten Lebensjahr.

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