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Managementsprache: Beeindruckt und trotzdem nichts verstanden?

Managementsprache: Beeindruckt und trotzdem nichts verstanden?

Englisch ist in und am besten klingt das Wort fremdartig und unbegreiflich, damit das Ganze sehr wichtig erscheint. Spricht das Management in Rätseln, lösen die Begriffe bei ihren Mitarbeitern nicht selten Frust aus. Wie soll man handeln, wenn man den Vorgesetzten nicht versteht? Vielleicht wäre es sinnvoll ein Wörterbuch herauszubringen, um das Management-Kauderwelsch entschlüsseln zu können.

Klartext würde für mehr Klarheit sorgen

Deutsch ist scheinbar out, zumindest in Deutschlands Management-Kreisen. Es müssen englische Begriffe her, die ganz wichtig klingen. Schade nur, dass dieses Kauderwelsch fast nur in diesen Kreisen verstanden wird. Hat sich das Management solch eine Geheimsprache angeeignet, stehen die Angestellten häufig ratlos da und wissen nicht, was von ihnen erwartet wird. Das Schlimme ist, dass diese Sprachvariante ansteckend wirkt und immer mehr Menschen von diesem unbegreiflichen Wortschatz infiziert sind. Es grenzt schon an höchster Kreativität, diese Wortkombinationen überhaupt zu erfinden – geschweige denn zu entziffern.

Falls sich diese verbalen Verbiegungen weiterhin verbreiten und entwickeln, muss man sich bald um neue Fortbildungskurse kümmern: Kauderwelsch für Anfänger und Business-Phrasen für Fortgeschrittene. Ein Wörterbuch mit Begriffserklärungen wäre ebenfalls von Vorteil. Dies könnten Angestellte bei Besprechungen mit dem Management mitnehmen, um einen klaren Kopf zu bewahren.
Klartext könnte für mehr Klarheit sorgen. Das Problem ist: Die Kauderwelsch-Sprecher müssten sich erst einmal wieder die deutsche Sprache antrainieren. Kein einfaches Unterfangen für jemanden, der sich lange Zeit in Geheimcodes geübt hat und nun mit seiner Persönlichkeit und nicht mit Worterfindungen punkten muss.

Was bedeuten die fachchinesischen Begriffe?

Manche Begriffe sind immer wieder zu lesen oder zu hören und manchmal versteht man nicht, was überhaupt damit gemeint ist. Hier ein paar Erklärungen gängiger Begriffe:

Recruiting

Im Klartext bedeutet dies Personalbeschaffung. Meistens werden dazu die elektronischen Medien genutzt, um geeignete Mitarbeiter zu finden. Recruiting wird in der Regel von Headhuntern oder Agenturen durchgeführt, die im Auftrag von Unternehmen Kandidaten suchen.

Employer Branding

Employer ist der englische Begriff für Arbeitgeber und Branding die englische Bezeichung für Markenkennzeichnung oder Markenbildung. Ist von Employer Branding die Rede, wird davon gesprochen, wie sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber darstellen kann. Das Image soll somit angehoben werden, damit sich potenzielle und passende Kandidaten bewerben.

Talent Management

Talent Management bedeutet im Klartext, Talente zu finden, zu fördern und zu halten. Das heißt, es werden bestimmte Talente für ein Unternehmen gesucht, die dann entsprechend gefördert werden, um sie möglichst lange an die Firma zu binden.

E-Learning

E-Learning ist elektronisches Lernen, was so viel bedeutet wie Lernen mit Hilfe von elektronischen oder digitalen Medien. Diese Medien können ganz unterschiedlich aussehen, sodass es gar keine einheitliche Definition des Begriffs E-Learning gibt. Lerninhalte werden beispielsweise mittels virtuellen Plattformen, E-Mails, Foren oder Computersoftware vermittelt und übermittelt. Elektronische Medien können aber auch Telefon oder Videos sein.

Corporate Social Responsibility

Dieser Begriff bezeichnet das Handeln eines Unternehmens hinsichtlich sozialen und ökologischen Kriterien. Das Unternehmen übernimmt also eine soziale Verantwortung, womit gesellschaftliche Belange in die wirtschaftlichen Entscheidungen einer Firma mit einbezogen werden. Dies umfasst beispielsweise die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, aber auch der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Inclusion & Diversity

Diversity ist die Vielfalt und Inclusion der englische Begriff für die Aufnahme oder Einbindung. Es geht also darum, die verschiedenen Persönlichkeiten eines Teams, einer Organisation oder eines Unternehmens so einzubinden, dass sich für alle Mitarbeiter ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt. Es werden Rahmenbedingungen geschafft, die dafür sorgen, dass die Mitarbeiter ihre Fähigkeiten und Talente entfalten und einbringen können.

Outplacement

Outplacement bedeutet wörtlich übersetzt Ausplatzierung. In der Regel sind davon Führungskräfte betroffen, die eine Unterstützung dabei erhalten, eine neue Arbeitsstelle zu finden, die den Fähigkeiten und Qualifikationen entspricht. Beim Outplacement wird somit für eine faire Trennung vom Mitarbeiter gesorgt, wobei das Unternehmen einen Outplacement-Berater finanziert. Dieser Berater hilft dem Mitarbeiter dabei, seinen weiteren Karriereweg zu planen.

Die neusten Wortkreationen sind kaum zu benennen, denn Kauderwelsch wird stetig weiterentwickelt und somit kann das geniale Wort von heute schon morgen wieder out sein. Vielleicht sollten sich Angestellte ebenfalls eine Geheimsprache aneignen und falls beim Gegenüber viele Fragezeichen auftauchen, kann man einfach weiterreden und so tun, als sei diese Sprache der neuste Hit. Wer weiß, welche spannende Projekte entstehen, wenn beide Seiten in geheimer Sprache aufeinander einreden. Und sollten die Ziele nicht erreicht werden, dann wird sich das Management wohl darum bemühen müssen, wieder Klartext zu reden.

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