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Sommerhitze: Ab welcher Temperatur im Büro gibt es Hitzefrei?

Sommerhitze: Ab welcher Temperatur im Büro gibt es Hitzefrei?

Wie schön war die Zeit als Schüler, als man bei hochsommerlichen Temperaturen nach Hause geschickt wurde. Mit Hitzefrei können Arbeitnehmer nicht mehr rechnen. Trotzdem muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass seine Mitarbeiter auch im Sommer bei erträglichen Temperaturen konzentriert arbeiten können.

Maßnahmen gegen Hitze im Büro

Eigentlich wünscht man sich den Sommer herbei, doch wenn er da ist, lässt die Konzentration mehr und mehr nach, wenn das Büro zur Sauna mutiert. Nur in den wenigsten Firmen Deutschlands sind die Büroräume mit Klimaanlagen ausgestattet und da es kein Hitzefrei gibt, müssen Angestellte irgendwie versuchen, mit der Hitze zurechtzukommen. Da aber konzentriertes Arbeiten ab einer gewissen Temperatur kaum noch möglich ist, wurden 2011 vom Gesetzgeber Temperaturschwellen bestimmt:

Chefs müssen somit Maßnahmen ergreifen, sobald die Raumtemperatur höher als 26 Grad ist.

Abhilfe können Markisen, Jalousien oder andere Sonnenschutzsysteme bieten. Bei einer Raumtemperatur von 30 Grad sollten weitere Maßnahmen erfolgen. Hier reichen diese Systeme nicht mehr aus, denn die Büros heizen sich auf und sollten vor Arbeitsbeginn gelüftet werden. Steigen die Temperaturen weiterhin an, helfen Gleitzeitregelungen, sodass die Mitarbeiter früher anfangen können und dementsprechend in der größten Mittagshitze Feierabend haben. Auch Kleidervorschriften können gelockert werden, selbstverständlich bis zu einer gewissen Grenze. Die gesetzliche Verordnung hat allerdings auch ziemlich abenteuerliche Empfehlungen für den Fall, dass die Raumtemperatur 35 Grad oder mehr erreicht. Hier werden Wasserschleier, Luftduschen oder Schutzkleidung vorgeschlagen, damit sich der Raum als Arbeitsraum eignet. Diese lustig klingenden Vorschläge wird wohl kaum jemand umsetzen und umsetzen wollen. Bei solch hohen Raumtemperaturen helfen entweder Gleitzeitregelungen oder die Möglichkeit, an diesem Tag Überstunden abzubauen.

Bei hohen Raumtemperaturen einfach nach Hause gehen?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, aber einer Raumtemperatur von 30 Grad Maßnahmen zu ergreifen. Der Arbeitnehmer darf aber nicht einfach nach Hause gehen, wenn ihm das Büro zu warm geworden ist. Hält man es mit der Hitze im Raum kaum noch aus, führt der Weg zum Chef und dieser muss Vorkehrungen treffen. Reagiert der Arbeitgeber nicht, kann der Arbeitnehmer aufgrund des Zurückbehaltungsrechts tatsächlich nach Hause gehen.

Dem Chef muss allerdings die Möglichkeit gegeben werden, entsprechende Abkühlungsmaßnahmen zu treffen. Das bedeutet also: Es reicht nicht aus, den Chef über die Hitzezustände zu informieren und sich dann zu verabschieden. Wer sich selbst Hitzefrei gibt, obwohl die Raumtemperaturen noch nicht im roten Bereich liegen, verletzt seine Pflichten.

Das Büro gilt erst ab der roten Stufe als ungeeigneter Arbeitsplatz:

Gelbe Stufe – Wird im Büro eine Raumtemperatur von 26 Grad gemessen, soll der Chef Maßnahmen ergreifen. Er kann beispielsweise dem Mitarbeiter ein anderes Büro zuweisen, welches kühler ist. Oder er lässt technische Maßnahmen durchführen, wie Jalousien und ähnliches. Gelb-rote Stufe: Hat das Raumthermometer die 30-Grad-Grenze überschritten, ist es ein Muss für den Arbeitgeber Maßnahmen zu ergreifen. Handelt er nicht, so verstößt er gegen die Arbeitsschutzpflicht.

Rote Stufe: Das Büro gilt als ungeeigneter Arbeitsplatz, wenn die Raumtemperatur bei 35 Grad oder höher liegt. Mögliche Maßnahmen wären Änderungen der Arbeitszeiten oder ein Bürowechsel. Kann der Arbeitgeber nicht für Abkühlung sorgen, wird hitzefrei die einzige Option sein, um nicht gegen die Pflicht des Gesundheitsschutzes zu verstoßen.

Tipps für die Büroarbeit im Sommer

Die folgenden Tipps helfen dabei, mit sommerlicher Hitze besser zurechtzukommen:

  • Genügend trinken, aber keine kalten Getränke!
    Ein kaltes Getränk verursacht lediglich, dass der Organismus für einen Temperaturausgleich sorgt. Die Energie, die er dafür benötigt, bewirkt eine Erwärmung des Körpers. Kalte Getränke bei Sommerhitze bringen keine Abkühlung, sondern man schwitzt noch mehr. Damit dieser Temperaturausgleich nicht ausgelöst wird, empfehlen sich warme Getränke wie Pfefferminztee. Die Getränke sollten zumindest Zimmertemperatur haben.
  • Leichte Kost statt schwerverdauliche Speisen
    Fettige oder andere schwerverdauliche Speisen bedeuten für den Organismus mehr Arbeit. Dazu wird Energie benötigt und das führt wiederum zu einer Erwärmung des Körpers. Deshalb ist leichte Kost zu empfehlen und auch die spanische Gazpacho (kalte Tomatensuppe) ist sehr empfehlenswert.
  • Möglichst viele technische Geräte abschalten
    Lampen, Drucker oder andere Geräte, die nicht ständig gebraucht werden, sollten abgeschaltet werden, da diese Wärmequellen sind.
  • Abkühlung mittels kaltem Wasser oder Tischventilator
    Zwischendurch kann man sich immer mal wieder kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Auch ein Tischventilator bringt ein wenig Abkühlung an den Arbeitsplatz.

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