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Studie: Schwule bekommen weniger, Lesben dagegen mehr Gehalt für dieselbe Arbeit

Studie: Schwule bekommen weniger, Lesben dagegen mehr Gehalt für dieselbe Arbeit

In der Regel verdienen Männer mehr als Frauen, im Gesamtdurchschnitt etwa 23 Prozent. Das liegt vor allem an unterschiedlichen Berufen: während Frauen sich eher für solche in vergleichsweise schlechter bezahlten Branchen wie Sozialwesen, Marketing oder Kultur entscheiden, treten Männer eher Berufe in besser bezahlten Branchen wie Maschinenbau, Autoindustrie oder Unternehmensberatung an. Doch auch bei der gleichen Qualifikation und derselben Stelle beträgt der Unterschied noch zwölf Prozent.

Anders sieht es bei homosexuellen Arbeitnehmern aus: hier sind Frauen diejenigen, die für dieselbe Arbeit einen höheren Lohn bekommen. Das zeigen eine Metastudie von der amerikanischen Ökonomin Marieka Klawitter und eine gemeinsame Studie der Universitäten von Melbourne und San Diego.

Gehaltsunterschiede bei Homosexuellen

Der allgemeine Gehaltsunterschied zwischen homosexuellen und heterosexuellen Arbeitnehmern liegt laut Marieka Klawitter bei durchschnittlich elf Prozent, wobei Heterosexuelle mehr verdienen. Teilweise gab es sogar Lohnunterschiede von bis zu dreißig Prozent bei derselben Stelle. Allerdings betrifft dieser Lohnunterschied und Nachteil homosexuelle Männer. Bei den weiblichen Arbeitnehmerinnen sind es die Heterosexuellen, die weniger verdienen: Im Schnitt bekommen Lesben neun Prozent mehr Lohn als ihre heterosexuellen Kolleginnen.

Auch die Universität San Diego hat gemeinsam mit der Universität Melbourne eine Studie durchgeführt, an der rund 10.000 Personen zu diesem Thema teilnahmen. Die Zahlen dieser Studie zeigen sogar noch etwas größere Unterschiede. Die Ergebnisse sind, dass der Gehaltsunterschied zwischen heterosexuellen und lesbischen Arbeitnehmerinnen bei 33 Prozent liegt, wobei Lesben das höhere Gehalt bekommen. Bei den Männern verdienen Homosexuelle etwa zwanzig Prozent weniger als ihre heterosexuellen Kollegen.

Warum werden Schwule und Lesben unterschiedlich bezahlt?

Marieka Klawitter sieht den Hauptgrund für die unterschiedliche Bezahlung in den Vorurteilen der Chefs gegenüber homosexuellen Männern. Diese Vorbehalte seien gegenüber homosexuellen Frauen nicht so groß. Laut Klawitter spräche für diesen Grund der Fakt, dass sich die Lohnunterschiede mit der Zeit verringert haben, da Homosexualität mehr und mehr von der Gesellschaft akzeptiert würde.

Ein weiterer Grund für die Gehaltsunterschiede könnte laut Klawitter die Arbeitsteilung in den Partnerschaften sein. Allgemein verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen. Lesben müssten deshalb ein größeres Engagement im Beruf zeigen, da sie keinen männlichen Partner haben, der ein höheres Gehalt nach Hause bringt. Marieka Klawitter verglich auch die Arbeitszeiten für ihre Studie. Demnach ist die wöchentliche Arbeitszeit von Schwulen kürzer als die der Lesben.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Co-Autor der Studie der beiden Universitäten. Die längere Arbeitszeit der Lesben führt Professor Mark Wooden darauf zurück, dass die meisten der homosexuellen Arbeitnehmerinnen in Vollzeit arbeiten können, weil sie keine Kinder haben. Nick Drydakis forscht an der Universität Anglia Ruskin und ist der Ansicht, dass Lesben in der Regel schon früh ihre inneren Kräfte mobilisieren lernten und somit besser mit Widerständen zurecht kämen. Sie könnten sich somit besser behaupten und ebenso besser Entscheidungen treffen, die für die Karriere nützlich sind.

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