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Was steht drin? - So lesen Sie die Stellenanzeige richtig

Welche Informationen stehen eigentlich genau in einer Stellenausschreibung? Und müssen Bewerber tatsächlich alle Kenntnisse und Fertigkeiten mitbringen, die gefordert sind? Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, sollten Bewerber wissen, wie sie einen Ausschreibungstext richtig interpretieren, was sie vernachlässigen können und was Thema im späteren Vorstellungsgespräch werden könnte.

Die Stellenanzeige ist immer der erste Schritt eines Bewerbungsprozesses. Ob in der Tageszeitung oder im Internet, mit der Ausschreibung von offenen Stellen begeben sich die meisten Unternehmen auf die Suche nach neuen Mitarbeitern. Aber was sagt eine Stellenausschreibung aus? Im Grunde handelt es sich um eine Übersicht der Punkte, die ein Bewerber erfüllen muss. Analysiert dieser den Ausschreibungstext also genau, kann er sein Bewerbungsschreiben explizit auf die vakante Stelle beziehen.

Anforderungen an den Bewerber

Die Anforderungen, die ein Unternehmen an einen Bewerber stellt, werden oft sehr detailliert in der Stellenausschreibung aufgeführt. In der Regel dreht sich dabei alles um die Berufserfahrung, die Ausbildung, Spezial- und Fachkenntnisse, die „Soft Skills“ (Anforderungen an die eigene Persönlichkeit) sowie - falls erforderlich - Angaben zur Wohnortwechsel- oder Reisebereitschaft.

Zunächst werden alle Qualifikationen und Erfahrungen erfasst, die sich das Unternehmen wünscht. Nicht selten erwecken Stellenausschreibungen beim Lesen den Eindruck, dass - übertrieben gesagt - ein 20-Jähriger mit 40 Jahren Berufserfahrung und zwei Doktortiteln gesucht wird. Einen idealen Bewerber zu finden, der hundertprozentig auf das Stellenprofil passt, ist so gut wie unmöglich. Deshalb sollten sich Bewerber von solchen Anforderungsprofilen nicht sofort abschrecken lassen. Jeder kann sich auch auf Stellen bewerben, für die er nicht alle gewünschten Anforderungen erfüllt. Passt das eigene Profil etwa zu 80 Prozent, sind die Chancen auf den Job sogar sehr gut.

Informationen über die Position

Ein weiterer Bestandteil der Stellenausschreibung ist die Beschreibung der Position selbst. Dabei spielen Aspekte wie Kompetenzen, Fach- und Spezialwissen sowie Verantwortlichkeiten eine Rolle. Ebenso werden Angaben zur Arbeitszeit (Vollzeit, Teilzeit), Arbeitsweise (Einzelarbeit, Teamarbeit) sowie Vertragsart (unbefristet oder befristet) gemacht.

Die fachlichen Informationen zur Position kann ein Bewerber gut mit den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten vergleichen und so feststellen, inwieweit sein Profil mit dem Stellenprofil übereinstimmt. Die Berufserfahrung und Fachkenntnisse, die für die Stelle gesucht werden, können im Anschreiben dann besonders hervorgehoben werden.

Daten zum Unternehmen

Natürlich stellt sich auch das Unternehmen selbst in der Ausschreibung vor. Unter anderem sind Angaben zum Unternehmenssitz, zu Dienstleistungen und Produkte, zur Unternehmensgröße sowie zur Arbeitsweise, zu Entwicklungsmöglichkeiten oder Aufstiegschancen zu finden. Wer hier genau liest, wird zahlreiche Informationen und Hinweise darauf finden, auf was in der Firma Wert gelegt wird. Auch dies kann bei der Erstellung der Bewerbung nützlich sein.

Weitere hilfreiche Angaben

Nicht jedes Unternehmen möchte Bewerbungsunterlagen heute per Post zugeschickt bekommen. Das Versenden von Bewerbungen per E-Mail oder Onlineformular wird immer beliebter. In vielen Stellenausschreibungen wird deshalb auch erwähnt, ob sich Interessenten auf dem Postweg, per Mail oder via Onlineformular bewerben sollen und wer für die ausgeschriebene Position der Ansprechpartner ist.

Sollte etwas unklar sein, ist es ratsam, telefonisch Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen. Dies ist natürlich nur möglich, wenn eine Rufnummer angegeben wurde. Wenn der richtige Ansprechpartner am Apparat ist, kann der Bewerber sich dies im Anschreiben zu Nutze machen und sich im Einstiegssatz darauf beziehen (zum Beispiel: Sehr geehrter Herr Müller-Schmidt, vielen Dank für das gestrige, informative Telefongespräch, welches mein Interesse an der ausgeschriebenen Stelle noch verstärkt hat.). Mitunter kann ein persönliches Informationsgespräch am Telefon auch Hinweise darauf geben, ob die Stellenausschreibung unseriös ist, da die ausgeschriebene Position vielleicht schon "unter der Hand" vergeben ist. Leider ist dies nicht selten der Fall und betriebliche Ziele, wie Frauenfördermaßnahmen etwa, werden von einzelnen Entscheidungsträgern gerne mal unterwandert. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, ein allzu offenes Wort kann nach hinten losgehen.

Zuletzt wird in einigen Stellenausschreibungen auch um die Nennung einer Gehaltsvorstellung sowie die Angabe des frühestmöglichen Eintrittstermins gebeten. Ist dies der Fall, so sollten entsprechende Angaben dazu im Anschreiben auch gemacht werden.

Weiterführende Infos zum Thema:

Jobmessen: Sinnvoll oder überflüssig?

Stellenangebote: So findest du den passenden Ausbildungsbetrieb



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