News

Gehaltsvorstellung als K.O.-Kriterium - oder auch nicht? - Ein Erfahrungsbericht

Gehaltsvorstellung als K.O.-Kriterium - oder auch nicht? - Ein Erfahrungsbericht

Immer wieder bekommt man Tipps und Tricks rund um die Gehaltsvorstellung präsentiert. Selbst Webinare werden zu diesem Thema angeboten. Und doch haben viele den Eindruck, dass es egal ist, wie man es macht – immer ist es irgendwie falsch.

Wie „falsch“ es laufen kann, zeigt eine kleine Begebenheit in einem Seminar der Agentur für Arbeit. Frisch arbeitslos gewordene Erwachsene sollten geschult werden, wie sie sich bewerben können.

Sie wollte zwar arbeiten, aber nicht dort

Eine Teilnehmerin wandte sich irgendwann an ihren Dozenten. Sie hatte einen „Vermittlungsvorschlag“ der Agentur bekommen. Wer mit den Ämtern schon einmal zu tun hatte, dem ist klar, dass man auf diesen „Vorschlag“ tunlichst reagiert. Nun war es aber so, dass die Dame bereits bei diesem Arbeitgeber beschäftigt war und dort schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Sie fragte, was sie nun tun solle – sie wolle zwar arbeiten, aber nicht dort. Dann lieber, so sagte sie, irgendwo berufsfremd oder als Helferin.

Sie plante, eine schlechte Bewerbung zu schreiben, hatte allerdings Sorge, dass man ihr dann mangelnde Motivation und Mitarbeit vorwerfen würde. Der Dozent sah das ähnlich und empfahl ihr, eine gute Bewerbung zu schreiben – voraussichtlich würden sich auf diese Stelle viele Menschen bewerben.

Einige Tage später wendete sie sich wieder an ihren Dozenten. Dieses Mal schon mit leichter Verzweiflung, denn sie war zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Da sie mittlerweile aber auch andere Alternativen hatte, fragte sie, was sie tun könne, dass man sie definitiv NICHT nehmen würde. Auch hier waren sich beide einig, dass ein schlechtes Benehmen nicht sinnvoll war und sie sich selbst so unter Umständen schaden würde. Also schlug der Dozent vor: „Fordern Sie einfach viel zu viel Gehalt. Schlagen Sie 50% oder auch 100% auf das auf, was dort normalerweise gezahlt wird. Damit sind Sie raus aus der Sache.“ An sich eine sichere Sache.

So kam die Dame am Tag nach dem Vorstellungsgespräch auch breit grinsend wieder und ihr Dozent fragte sie, wie es gelaufen sei.

Es war sehr gut gelaufen. Die Dame hatte tatsächlich gerade mal 100% auf das übliche Gehalt aufgeschlagen. Und ihr Gesprächspartner aus der Geschäftsführung hatte wohl nicht einmal mit der Wimper gezuckt. "Wenn Sie so selbstbewusst dieses Gehalt fordern, dann werden Sie es wohl verdienen.“ Das waren seine Worte gewesen und er hatte ihr einen Arbeitsvertrag angeboten.

Was sie nun tun werde, wollte der Dozent wissen, denn schließlich wollte sie ja nicht in dieser Firma arbeiten. „So schlimm, dass ich ein doppeltes Gehalt ausschlage, kann keine Firma sein“, meinte die Dame und verabschiedete sich glücklich, um ihre neue Stelle anzutreten.

Diese Art der Herangehensweise bietet sich natürlich nur dann an, wenn man einen Job nicht zwingend braucht.

Weiterführende Infos zum Thema:

Mehr für sich rausholen bei Gehaltsverhandlungen

So optimieren Sie Ihr Gehalt

Keine Gehaltserhöhung, aber trotzdem mehr in der Tasche

Wie hoch ist mein Marktwert als Arbeitnehmer?

Gehaltsvergleich.com möchte dir in Zukunft neue Jobs direkt im Browser anzeigen.
Nein Danke
Alles klar