"Handwerk hat goldenen Boden", dieser Spruch längst vergangener Zeiten hat auch heute nichts an Aktualität verloren. Die deutschen Handwerker in ihren 900.000 Betrieben beschäftigen alleine rund 5 Millionen Menschen. Damit ist jeder 8. Erwerbstätige im Handwerk beschäftigt. Im Handwerk sind überwiegend Kleinbetriebe tätig, die weniger als fünf Mitarbeiter haben. Der Elektromeister mit seinem Gesellen und 1-2 Lehrlingen, sowie der Ehefrau als Bürokraft ist in vielen deutschen Kleinstädten anzutreffen. Das handwerk in Deutschland ist straff organisiert, so muss etwa jeder Handwerksbetrieb in einer Handwerkskammer organisiert sein. Hier und anderswo kämpft man auch regelmäßig darum, den Berufsstand am Leben zu erhalten. In der Handwerksordnung beispielsweise ist festgelegt, welche Handwerke zwingend einen Meister benötigen und welche überhaupt keine Befähigungen vorweisen müssen, um den Beruf ausüben zu können. Zwingen notwendig ist der Meistertitel in 41 Berufen wie etwa Fleischer, Maler, Schornsteinfeger, Zahntechniker oder Elektroinstallateur. 57 Handwerke sind zulassungsfrei, wie etwa der Buchbinder, der Plattenleger, Goldschmied, Orgelbauer, Raumausstatter, Schneider oder Uhrmacher.
Im Zeichen der weiteren Globalisierung auch innerhalb der EU ist dieses Festhalten an bestimmten Berechtigungen allerdings sehr kontrovers, da vergleichbare Berufe in den Mitgliedsstaaten nicht diesen Beschränkungen unterliegen und sie eigentlich ihren Job in jedem der Mitgliedsländer ausüben dürfen. Solange der Meisterzwang mit Argumenten wie „er wehrt die Gefahren für die Gesundheit oder das Leben Dritter ab“ gefordert wird, ist es sehr schwer für Ausländer ohne Meistertitel in diesen berufen hier tätig werden zu können.