Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung Ausbildung

Inhaltsverzeichnis

Die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik ist eine Weiterentwicklung des Speditionskaufmanns. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass sich der Berufe im Laufe der Zeit erheblich weiterentwickelt hat. Der Einsatz von Computern und neuesten Maschinen ist alltäglich. Wer in diesem Beruf arbeitet, kümmert sich um alle wichtigen Aspekte des Transportweges. Er organisiert bei der Arbeit den Versand von Waren, lässt sie fachgerecht einlagern, verkauft aber auch logistische Dienstleistungen über Lastkraftwagen, die Bahn, Flugzeuge und Schiffe. Wer sich für eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik interessiert, der arbeitet später vor allem in der Lagerwirtschaft, wo es die größte Anzahl an Stellen gibt. Auch die Arbeit bei Frachtgesellschaften ist beliebt und kommt entsprechend häufig vor.

Ausbildungsgehalt Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung

In der Industrie und dem Handel Ausbildungsdauer: 36 Monate
1. Lehrjahr 2. Lehrjahr 3. Lehrjahr 4. Lehrjahr
Alte Bundesländer (West) 741 € 811 € 878 € 0 €
Neue Bundesländer (Ost) 596 € 648 € 715 € 0 €
(Quellenangabe: BIBB)

Über die Ausbildung zum/r Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung

Wer einen Ausbildungsplatz für diese Berufsausbildung sucht, wird in zahlreichen Unternehmen aus Industrie und Handel fündig. Klein- und mittelständische Betriebe gehören für den Azubi ebenso zur Zahl der möglichen Arbeitgeber, wie internationale Großunternehmen. Die Ausbildungsdauer selbst liegt bei drei Jahren, allerdings kann sie bei guten schulischen Leistungen auch um sechs Monate verkürzt werden.

Fachliche und persönliche Voraussetzungen

Um sich auf die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik zu bewerben, bedarf es keiner bestimmten Schulbildung. Gute Sprachkenntnisse in Englisch sowie Interesse an Logistik und Informationstechnik sind aber die wichtigsten Voraussetzungen für eine Arbeitsstelle.

Ausbildungsinhalte und Ablauf

Ausbildungsinhalte von angehenden Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistung sind:

  • Mitarbeit im Speditionsbetrieb,
  • Dokumentation von Geschäftsprozessen und Bearbeitung von Zahlungsvorgängen: Inventur, Inventar, Bilanz, Erfolgsbuchungen, Bestandsbuchungen, branchenüblicher Kontenrahmenplan, Umsatzsteuer,
  • Vergleich von Verkehrsträgern, Bearbeitung von Frachtaufträgen im Güterkraftverkehr (Verkehrswege im Güterkraftverkehr, Haftung, Begleitpapiere, Genehmigungen, EG-Sozialvorschriften, Güterkraftverkehrsgesetz etc.),
  • Bearbeitung von Speditionsaufträgen im System- und Sammelgutverkehr (Tracking und Tracing, Preisgestaltung, Rohgewinn, Rückrechnung, Ablieferungshindernisse, Datenfernübertragung, Geschäftsbedingungen der Spediteure),
  • Bearbeitung von Frachtaufträgen weiterer Verkehrsträger (Frachtrecht, Verkehrswege, Umschlag, Frachtpapiere, Disposition von Lademitteln und Frachtraum, Abwicklungshindernisse, Gefahrgutkennzeichnung und -dokumente),
  • Erfolgsorientierte Steuerung der Geschäftsprozesse (Break-even-Analyse, Rentabilität, horizontale und vertikale Vermögens- und Kapitalstruktur, Vollkostenrechnung, Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung),
  • Planung, Steuerung und Kontrolle betrieblicher Beschaffungsvorgänge (Kaufvertrag, Leasing, Ratenzahlung, Sachmangel, Bankfinanzierung, Lieferungsverzug),
  • Organisation und Angebot von Lagerleistungen (Lagerarten, Lagerfunktion, Lagerorganisation, Lagerdokumente, Beförderungsmittel),
  • Bearbeitung von Export- und Importaufträgen (Verkehrsnetze, Wirtschaftszentren, spezielles Frachtrecht, Ausfuhrverfahren, Muster- und Konsulatsvorschriften, Gefahrgutkennzeichnung),
  • Organisation und Angebot von Beschaffungs- sowie Distributionslogistik (Mittelwertverfahren, Vorratsbeschaffung, ABC-Analyse, Sourcingkonzepte, Lagerreichweite, Pflichtenheft, Recycling),
  • Entwicklung und Durchführung von Marketingmaßnahmen (Produktqualität, Produktgestaltung, Präsentationstechniken, Werbemaßnahmen, Qualitätsmanagement, Internetrecherche),
  • Ausrichtung logistischer und speditioneller Geschäftsprozesse an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Umweltpolitik, Umweltkonzepte, Verkehrsinfrastruktur, Geldpolitik, Arbeitsmarktpolitik).

Die Abschlussprüfung wird dabei von der Industrie- und Handelskammer vorgenommen und besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Während in der Theorie vor allem rechtliche Grundlagen und Kalkulationen abgefragt werden, müssen die Lehrlinge in der praktischen Prüfung zum Beispiel Lager- und Transportpläne erstellen und vor einem Gremium erläutern.

Möglichkeiten nach der Ausbildung zum/r Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung

Nach der Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik kann man im Betrieb direkt sein Gehalt verdienen oder sich noch weiterbilden. An Fachschulen und Universitäten besteht beispielsweise die Möglichkeit, ein Studium zum Fachwirt oder Betriebswirt mit Schwerpunkt Logistik zu beginnen. Es ist gerade bei größeren Unternehmen die Voraussetzung, um in eine Position mit mehr Verantwortung aufzurücken.