*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Richter

Datenbasis: 48 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 3.680 € 4.868 € 8.903 €
Baden-Württemberg 4.050 € 5.357 € 9.797 € Jobs Richter
Bayern 4.213 € 4.687 € 7.079 € Jobs Richter
Berlin 4.202 € 4.768 € 6.032 € Jobs Richter
Brandenburg 2.803 € 3.708 € 6.781 € Jobs Richter
Bremen 3.536 € 4.678 € 8.556 € Jobs Richter
Hamburg 3.904 € 5.164 € 9.444 € Jobs Richter
Hessen 4.260 € 5.635 € 10.306 € Jobs Richter
Mecklenburg-Vorpommern 2.705 € 3.578 € 6.544 € Jobs Richter
Niedersachsen 3.357 € 4.441 € 8.122 € Jobs Richter
Nordrhein-Westfalen 3.665 € 4.687 € 13.802 € Jobs Richter
Rheinland-Pfalz 3.802 € 5.029 € 9.197 € Jobs Richter
Saarland 3.499 € 4.629 € 8.466 € Jobs Richter
Sachsen 2.830 € 3.744 € 6.847 € Jobs Richter
Sachsen-Anhalt 2.774 € 3.669 € 6.710 € Jobs Richter
Schleswig-Holstein 3.232 € 4.275 € 7.818 € Jobs Richter
Thüringen 2.876 € 3.804 € 6.957 € Jobs Richter

Richter / Richterin:

1. Gehalt

Richter werden entweder nach dem Bundesbesoldungsgesetz oder dem Landesbesoldungsgesetz bezahlt. Das Bundesbesoldungsgesetz gilt für alle vom Bund bestellten Richter (Bundesrichter). Davon abgesehen bestellen die einzelnen Bundesländer jeweils ihre Landesrichter.

Gehaltsstufen: Richter steigen mit der Besoldungsgruppe R 1 und Stufe 1 ein. Stufe 2 wird nach 2 Jahren Erfahrungszeit erreicht, Stufe 3 nach weiteren 3 Jahren. Die Stufe 4 und 5 werden jeweils ebenfalls nach 3 weiteren Jahren erreicht. Für den Aufstieg in die Stufen 6, 7 und 8 sind jeweils 4 Jahre Tätigkeit erforderlich. Für R3 bis R10 gibt es keine Stufeneinteilung.

Grundgehalt als Richter nach dem Bundesbesoldungsgesetz

Seit dem 01.03.2015

Besoldungsgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4
R 1 3971,66 4354,18 4737,86 5077,38
R 2 4826,20 5073,87 5320,36 5657,53
Besoldungsgruppe Stufe 5 Stufe 6 Stufe 7 Stufe 8
R 1 5415,69 5755,20 6092,37 6434,18
R 2 5997,01 6335,36 6674,86 7014,37
Besoldungsgruppe Stufe
R 3 7714,27
R 4 8163,05
R 5 8678,13
R 6 9167,62
R 7 9639,65
R 8 10133,77
R 9 10746,50
R 10 13193,93
2. Ausbildung / Weiterbildung

Um als Richter /-in in Deutschland arbeiten zu können, ist ein Hochschulstudium nötig. Dennoch gibt es einige Ausbildungsberufe, die das spätere Studium erleichtern können bzw. einen guten Einblick in die juristischen Berufe geben. Somit kann man auch frühzeitig feststellen, ob der Berufswunsch passend ist.

Rechtsanwaltsfachangestellte und Notarfachangestellte arbeiten vorwiegend bei einer Anwaltskanzlei bzw. einem Notariat. Anstellungen sind ebenfalls in den juristischen Abteilungen großer Firmen möglich. Die Ausbildung dauert drei Jahre, wobei eine Verkürzung möglich ist. In diesen Berufen steht hauptsächlich die Korrespondenzen mit Mandanten, Gerichten und Behörden im Vordergrund. Rechtsanwaltsfachangestellte und Notarfachangestellte übernehmen sämtliche Bürotätigkeiten, überwachen Fristen und regeln die Buchhaltung. Notarfachangestellte stellen zusätzlich Urkunden aus und bearbeiten diese. Auch die Ausbildung der Patentanwaltsfachangestellten ist sehr ähnlich aufgebaut. Hauptinhalt ist die administrative Tätigkeit in Zusammenhang mit Patenten. Ein bestimmter Schulabschluss ist für diese Ausbildung nicht nötig, jedoch haben über die Hälfte der Auszubildenden Abitur.

Wer nach der Ausbildung direkt beim Gericht arbeiten möchte, sollte eine Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten anvisieren. Die Ausbildung dauert ebenfalls drei Jahre. Neben den klassischen Bürotätigkeiten, wie Protokolle erstellen, Registerarbeiten und Aktenverwaltung kümmern sich Justizfachangestellte zudem um ratsuchende Bürger und gewähren Akteneinsicht.

Auch eine Beamtenlaufbahn ist im juristischen Bereich möglich. Für die zweijährige Ausbildung brauchen die Anwärter einen mittleren Bildungsabschluss. Beamten im mittleren Justizvollzugsdienst arbeiten in einer Justizvollzugsanstalt und kümmern sich dort um den reibungslosen Ablauf der Tagesgeschäfte. Es stehen aber auch individuelle Aufgaben wie die Mithilfe zur Resozialisierung von Insassen auf der Tagesordnung.

Eine Anstellung bei Gerichten oder Staatsanwaltschaften haben Beamte im mittleren Justizdienst. Diese übernehmen Bürotätigkeiten und kümmern sich u.a. um Kostenberechnungen für Zeugen und Sachverständige, das Beglaubigen von gerichtlichen Entscheidungen und Erklärungsaufnahmen von Prozessbeteiligten.

3. Studium

Die klassische Ausbildungslaufbahn zum/zur Richter /-in sieht ein Studium der Rechtswissenschaften vor. Dabei dauert das Studium mindestens vier Jahre, wovon mindestens zwei an einer deutschen Universität zu absolvieren sind. Zudem ist in der vorlesungsfreien Zeit ein dreimonatiges Praktikum gemäß Landesrecht zu machen. Anschließend sind zwei Prüfungen zu bestehen:

  • Die Fachbereichsprüfung wird an der jeweiligen Hochschule abgelegt. Hierbei wird der Absolvent in seinem persönlichen Fachgebiet geprüft.
  • Die Pflichtfachprüfung wird von der zuständigen Landesbehörde durchgeführt.

Mit Bestehen dieser beiden Prüfungen haben die angehenden Richter das erste Staatsexamen erreicht. Anschließend folgt ein zweijähriges Referendariat. Dieses dient dazu, praktische Erfahrungen in den relevanten Rechtsgebieten und Aufgabenbereichen zu vermitteln (u.a. Staatsanwaltschaft, Rechtsanwalt, Zivilrecht, Strafrecht). Nach dem Referendariat legen die Studenten das zweite Staatsexamen ab. Erst nach dieser großen Prüfung die Absolventen als „Volljurist“ und ist somit möglicher Anwärter auf ein Richteramt. Dabei spielt die Note im zweiten Staatsexamen eine wichtige Rolle, denn nur Referendare mit überdurchschnittlich guten Noten werden für das Amt bedacht. Diese darf nicht unter neun Punkten, also einem „Vollbefriedigend“, liegen. In manchen Bundesländern müssen zusätzliche Einstellungstests bestanden werden. Diese sind sehr umfangreich und schwierig. Im Durchschnitt schaffen es nur 5% aller Referendare sich für das Richteramt zu qualifizieren.

Wer es geschafft hat, wird zunächst zum „Richter auf Probe“ ernannt. Richter auf Probe können in den ersten beiden Jahren ohne konkreten Grund entlassen werden, nach drei bis vier Jahren können Personen, die als nicht geeignet für das Amt gelten, entlassen werden. Nach spätestens fünf Jahren folgt dann die Ernennung zum/zur Richter /-in auf Lebenszeit.

Neben Volljuristen können sich auch Hochschulprofessoren /-innen im Bereich Rechtswissenschaften für das Richteramt qualifizieren. Eine Quereinsteigerchance auf ein Richteramt haben Personen mit abgeschlossenem Hochschulstudium im Bereich Naturwissenschaften und mindestens fünfjähriger Berufserfahrung. Wenn zudem die erforderlichen Rechtskenntnisse bestehen, kommen diese Personen als technische /-r Richter /-in beim Bundespatentamt in Frage.

4. Tätigkeit

Eine wichtige Pflicht von Richtern ist die fortlaufende Weiterbildung. Richter /-innen tragen eine enorme Verantwortung und stellen nicht selten richtungsweisende Weichen im Lebenslauf von Menschen. Damit diese schwerwiegenden Entscheidungen und Urteile fair sind, müssen Richter sich zum einem über den jeweiligen Fall detailliert informieren, zum anderen aber die rechtliche Sachlage analysieren und bei Bedarf ähnliche Fälle berücksichtigen.

  • Die Gerichtsverhandlung bildet die Informationsgrundlage. Hier müssen Richter /-innen durch Fragen an die beteiligten Parteien und ggf. Zeugen die relevanten Informationen herausfiltern.
  • Anschließend steht die Recherche und bei Bedarf Begutachtung möglicher Beweismittel an.
  • Zu allerletzte analysieren Richter /-innen den kompletten Fall und kommen zu einer rechtsverbindlichen Entscheidung.

Nach dem Urteilsspruch erfolgt eine schriftliche Nachbearbeitung des Falls, das ist die sogenannte Urteilsbegründung.

Da ein /-e Richter /-in unparteiisch handeln und entscheiden soll, darf er/sie nicht bei Fällen urteilen, bei denen eine Verbindung zu den beteiligten Parteien besteht. Auch Richter /-innen können von sich aus seine/ihre Besorgnis zur Befangenheit aussprechen und den Fall an einen Kollegen abgeben.