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Pendeln - gut fürs Geld, schlecht für die Psyche

Zu den Kernzeiten am Morgen und am Abend bietet sich gerade in Großstädten und Ballungszentren täglich dasselbe Bild: Ein enorm hohes Verkehrsaufkommen, volle Bahnen und Busse, Streß und Hektik. Selten hat man die Möglichkeit, fußläufig nahe zum Arbeitsplatz zu wohnen. Mancher Experte bezeichnet einen Pendler erst ab 45 Minuten Fahrzeit pro Strecke als echten Pendler. Doch was den Gesetzgeber angeht, so wird hier nicht differenziert.

Alles im Leben hat Vor- und Nachteile. Das Pendeln gehört für Berufstätige da wohl dazu, denn auch hier gibt es Gründe, die dafür sprechen und solche dagegen.
Pendler können in verschiedene Gruppen aufgeteilt werden. So wird nach der Häufigkeit unterschieden, ob täglich oder nur am Wochenende oder nach der Entfernung, also Nah- oder Fernpendler. Als Nahpendler werden die bezeichnet, deren einfacher Fahrtweg maximal 20 Kilometer beträgt.

Wir haben uns einige Ratgeber und Studien zum Thema Berufspendler einmal genauer angesehen und die wichtigsten Fakten zusammen getragen.

Vorteile

Einer der wenigen Vorteile des Pendelns ist der, dass es steuerlich abgesetzt werden kann. Bereits ab dem ersten Kilometer können 0,30 Euro berechnet werden. Kosten von bis zu 4500 Euro im Kalenderjahr sind möglich.

Ein Vorteil, der oft überhaupt erst dazu führt, dass jemand pendelt, sind die meist niedrigeren Mieten außerhalb großer Städte. Das macht das pendeln oftmals lohnenswerter, als ein Umzug und die damit eventuell verbundene höhere Miete.

Je nach dem wie man pendelt, kann die Zeit sinnvoll genutzt werden. Beispielsweise Mitfahrende oder Bahnreisende haben die Gelegenheit, in Ruhe zu lesen, zu lernen oder sich einfach nur zu entspannen.

Nachteile

Einige liegen auf der Hand: Das Pendeln frisst Zeit und somit auch Nerven. Studien zufolge gilt pendeln als einer der größten Stressfaktoren und kann unter Umständen sogar krank machen. Einer der Gründe hierfür können dauernde Verspätungen und Ausfälle sein. Diese Tatsachen führen dazu, dass mehr vom Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, als bei Arbeitnehmern, die nicht pendeln müssen.

Weitere gesundheitliche Probleme ergeben sich zudem besonders bei jenen Pendlern, die täglich über 90 Minuten unterwegs sind. Jeder Dritte leidet unter Nacken- oder Rückenproblemen, außerdem treten gehäuft hohe Cholesterinwerte und Übergewicht auf. Letzteres kann auch in Folge ungesunder Ernährung zwischendurch kommen, welche gehetzt unterwegs zu sich genommen wird.

Außerdem gibt es die so genannte „Pendler-Amnesie“. Pendler neigen dazu, Teile des Weges zur Arbeit einfach zu vergessen. Ebenso heißt es, dass sie ihren Verstand ausschalten. Dies kommt daher, dass die Strecke irgendwann so zur Routine geworden ist, dass der Pendler geistig nur noch teilweise wirklich „anwesend“ ist. Und dies kann natürlich fatale Folgen haben, wenn etwas unvorhergesehenes passiert, wie ein drohender Unfall oder schlechte Witterungsbedingungen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Fazit

Egal ob Nah- oder Fernpendler. Beides hat gute und schlechte Seiten. Am Ende steht die Frage im Raum, was man aufgeben möchte. Die Zeit mit der Familie, um täglich für Stunden in Bus und Bahn zu sitzen oder doch gleich das soziale Umfeld samt eventueller Vereinsaktivitäten zu Gunsten eines kompletten Umzugs. Ob sich letzterer in dieser schnelllebigen Zeit, in der wir nur noch wenige Jahre an einem Arbeitsplatz (bzw. in einer bestimmten Firma) verbringen, überhaupt noch lohnt, bleibt hierbei jedoch fragwürdig.

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