*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Rechtsfachwirt

Datenbasis: 75 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 1.776 € 2.645 € 3.398 €
Baden-Württemberg 2.615 € 2.741 € 3.297 € Jobs Rechtsfachwirt
Bayern 2.035 € 3.001 € 4.094 € Jobs Rechtsfachwirt
Berlin 1.956 € 2.238 € 2.595 € Jobs Rechtsfachwirt
Brandenburg 1.353 € 2.015 € 2.589 € Jobs Rechtsfachwirt
Bremen 1.712 € 2.550 € 3.276 € Jobs Rechtsfachwirt
Hamburg 1.663 € 2.477 € 3.182 € Jobs Rechtsfachwirt
Hessen 2.055 € 3.061 € 3.932 € Jobs Rechtsfachwirt
Mecklenburg-Vorpommern 1.264 € 1.883 € 2.419 € Jobs Rechtsfachwirt
Niedersachsen 1.620 € 2.413 € 3.100 € Jobs Rechtsfachwirt
Nordrhein-Westfalen 1.947 € 2.856 € 3.512 € Jobs Rechtsfachwirt
Rheinland-Pfalz 1.746 € 2.601 € 3.341 € Jobs Rechtsfachwirt
Saarland 1.853 € 2.759 € 3.544 € Jobs Rechtsfachwirt
Sachsen 1.539 € 2.292 € 2.945 € Jobs Rechtsfachwirt
Sachsen-Anhalt 1.339 € 1.994 € 2.562 € Jobs Rechtsfachwirt
Schleswig-Holstein 1.560 € 2.323 € 2.984 € Jobs Rechtsfachwirt
Thüringen 1.480 € 2.204 € 2.831 € Jobs Rechtsfachwirt

Rechtsfachwirt / Rechtsfachwirtin:

1. Gehalt

Als Rechtsfachwirt liegt das deutschlandweite Gehalt bei 2.645 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 75 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 1.776 € beginnen, Rechtsfachwirte in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 3.398 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 2.323 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 2.741 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Rechtsfachwirt in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 2.535 Euro brutto
  • 30 Jahre = 2.468 Euro brutto
  • 35 Jahre = 2.679 Euro brutto
  • 40 Jahre = 2.662 Euro brutto
  • 45 Jahre = 2.660 Euro brutto
  • 50 Jahre = 2.793 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 2.633 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 2.832 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 2.726 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Bei einer Ausbildung zum Rechtsfachwirt handelt es sich um eine Weiterbildung. Um diese zu beginnen, brauchen die Interessierten einen Berufsabschluss als Rechtsanwalts-Fachangestellter. Zudem verfügen sie über erste praktische Erfahrungen. Diesen Weiterbildungs-Lehrgang bieten verschiedene Akademien und Fachschulen an. Abhängig von dem jeweiligen Lehrinstitut variiert die Ausbildungsdauer. Im Durchschnitt beträgt sie 18 Monate im Vollzeitunterricht. Bestehen die Teilnehmer ihre Abschlussprüfung, erhalten die den Titel "Geprüfter Rechtsfachwirt". Die Prüfung legen sie vor der Rechtsanwaltskammer ab.

Zu den allgemeinen Lehrinhalten in diesem Bereich gehören die Organisation und Verwaltung im Büro sowie die Mandanten-Betreuung. Dabei beschäftigen sich die Lernenden mit dem Kosten- und Prozessrecht. Das materielle Recht konzentriert sich vorwiegend auf die Rubrik der Zwangsvollstreckungen. Bei der Personalwirtschaft bestehen die Kernthemen in:

  • Vertragsanbahnung
  • Abmahnungen
  • Kündigungen
  • Arbeitsschutz-Vorschriften
  • Lohnsteuerrecht
  • Kollisions-Kontrolle

Zudem befassen sich die Auszubildenden mit den Gerichtskosten und dem Geschäftswert. Sie lernen die Grundlagen im Strafrecht. Zu den persönlichen Fähigkeiten der Teilnehmer zählen Organisations-Talent und eine exakte Arbeitsweise. Vertrauliche Informationen behandeln sie mit der gebotenen Diskretion. In einigen Fällen nehmen die Bewerber besondere Förderungs-Maßnahmen in Anspruch.

3. Studium

Rechtsfachwirte beginnen beispielsweise ein Jurastudium. Die exakte Bezeichnung für diesen Studiengang lautet Studium der Rechtswissenschaft. Hierbei beträgt die Regelstudienzeit neun Semester. Das eigentliche Studium unterteilt sich in einen Basisteil und ein Hauptstudium. Darauf folgt die Vorbereitung auf das Examen. Ihre erste juristische Prüfung legen die Studierenden nach dieser Phase ab.

Das Grundstudium besteht aus den ersten vier Semestern. Eine Zwischenprüfung schließt diesen Basisteil ab. Bereits zu Beginn des Studiengangs lernen die Studenten die juristischen Methoden und Wissenswertes über den Rechtsbetrieb. In diesen Bereich zählen das Strafrecht sowie Vermögens- und Kapitaldelikte. Die Rubrik "öffentliches Recht" gliedert sich in:

  • Grundrecht
  • Europarecht
  • Verwaltungsrecht
  • Verwaltungs-Prozessrecht

Weitere Bestandteile des Lehrstoffs sind das Zivilrecht und die Schuldverhältnisse. Bei diesen liegt das Augenmerk auf den vertraglichen und gesetzlichen Faktoren. Das Erbrecht, das Sachenrecht sowie das Handelsrecht spielen eine wichtige Rolle. Zusätzlich besuchen die Studenten Kurse im Arbeits- und Familienrecht. Somit haben sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Spezialisierungen. Diese folgen im Hauptstudium.

Das Hauptstudium umfasst bis zu drei Semester. Es konzentriert sich auf das Ordnungs- und Polizeirecht, das Kommunalrecht und das Baurecht. Weiterhin bieten die Universitäten zahlreiche Vertiefungskurse an. In diesen behandeln die Dozenten die Studien-Inhalte der ersten Semester in konzentrierter Form. Ein ganzes Semester beinhaltet den Schwerpunkt "ausländisches Recht". Hierbei profitieren die Studierenden von umfangreichen Fremdsprachen-Kenntnissen. Ebenso gehören Rhetorik-Kurse zu den Pflichtfächern bei diesem Studiengang. Ihren Hauptschwerpunkt wählen die Lernenden aus fünf bis zehn Kernthemen. Dieses nimmt 30 Prozent der ersten juristischen Prüfung ein.

Die Vorbereitung auf das Examen nimmt im Regelfall ein Jahr in Anspruch. In dieser Zeit besuchen die Studenten angebotene Sonderkurse oder absolvieren verschiedene Praktika. Die erste juristische Prüfung besteht aus mehreren Klausuren. Insgesamt dauern diese bis zu fünf Stunden. Nach dem Bestehen des ersten Staatsexamens folgt das Referendariat. Ebenso haben die Studierenden die Option, zu promovieren.

4. Tätigkeit

Ein Rechtsfachwirt oder eine Rechtsfachwirtin ist ein besonders qualifizierter Mitarbeiter in Rechts- oder Patentanwaltsbüros. Um geprüfter Rechtswirt oder geprüfte Rechtswirtin zu werden muss man eine Prüfung zum Rechtsanwaltsfachangestelleten bestanden haben und in diesem Beruf zweijährige Erfahrung haben oder man muss eine sechsjährige Berufserfahrung haben und dabei aber maßgeblich etwas mit einem Rechtanwaltsbüro zutun gehabt haben. Schließlich muss man bei beidem eine Prüfung ablegen, womit man dann den Titel bekommt. Es gibt auch noch Private Anbieter bei denen man am Ende den Titel Dipl. Rechtswirt oder Dipl. Rechtswirtin erhält, jedoch ist die trotzdem kein akademischer Abschluss.