*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Staatsanwalt

Datenbasis: 14 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 3.471 € 4.993 € 7.320 €
Baden-Württemberg 3.819 € 5.494 € 8.054 € Jobs Staatsanwalt
Bayern 3.694 € 5.314 € 7.791 € Jobs Staatsanwalt
Berlin 4.986 € 5.148 € 5.411 € Jobs Staatsanwalt
Brandenburg 2.644 € 3.803 € 5.575 € Jobs Staatsanwalt
Bremen 3.335 € 4.798 € 7.034 € Jobs Staatsanwalt
Hamburg 3.682 € 5.296 € 7.764 € Jobs Staatsanwalt
Hessen 4.017 € 5.779 € 8.472 € Jobs Staatsanwalt
Mecklenburg-Vorpommern 2.551 € 3.670 € 5.380 € Jobs Staatsanwalt
Niedersachsen 3.167 € 4.556 € 6.679 € Jobs Staatsanwalt
Nordrhein-Westfalen 3.512 € 5.052 € 7.406 € Jobs Staatsanwalt
Rheinland-Pfalz 3.394 € 4.882 € 7.157 € Jobs Staatsanwalt
Saarland 3.301 € 4.748 € 6.961 € Jobs Staatsanwalt
Sachsen 2.669 € 3.840 € 5.630 € Jobs Staatsanwalt
Sachsen-Anhalt 2.617 € 3.764 € 5.518 € Jobs Staatsanwalt
Schleswig-Holstein 3.048 € 4.385 € 6.429 € Jobs Staatsanwalt
Thüringen 2.713 € 3.902 € 5.721 € Jobs Staatsanwalt

Staatsanwalt / Staatsanwältin:

1. Gehalt

Als Staatsanwalt bzw. Staatsanwältin liegt das deutschlandweite Gehalt bei 4.993 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 14 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 3.471 € beginnen, Staatsanwälte in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 7.320 € und mehr verdienen können.

Genau genommen spricht man bei dem Einkommen von Staatsanwälten nicht von Gehalt, sondern von der Besoldung. Diese ist einheitlich in der Besoldungsordnung R geregelt. Darin enthalten sind die Besoldungsgruppen R 1 bis R 10 für Richter und Staatsanwälte in Deutschland.
Die konkrete Höhe und Zusammensetzung der Besoldung ist je nach Bundesland unterschiedlich, weil die Länder die Höhe eigenständig festlegen können. Somit gilt auch für das Gehalt als Staatsanwalt, dass der Ort des Arbeitsplatzes einen Einfluss auf die Höhe hat.

Die Besoldungsgruppe (R1-R10) hängt von der Tätigkeit bzw. dem Rang des Staatsanwalts ab. Je höher die Gruppe, desto höher steht der Staatsanwalt in der Hierarchie und desto höher sein Verantwortungsbereich.

Überblick:

  • R1 - "einfache" Staatsanwälte
  • R2 - Oberstaatsanwälte
  • R2 bis R4 - Leitende Oberstaatsanwälte
  • R5 bis R6 - Generalstaatsanwälte
  • R6 bis R7 - Bundesanwälte beim Bundesgerichtshof

Außerdem richtet sich der Verdienst als Staatsanwalt nach sogenannten Erfahrungsstufen. Diese spiegeln die Berufserfahrung wider. In den Besoldungsgruppen R1 und R2 steigen Staatsanwälte alle zwei Jahre eine Stufe auf.

Das Einstiegsgehalt als Staatsanwalt in R1 beträgt je nach Bundesland und Erfahrungsstufe zwischen 3.450 und 5.600 Euro. In R2 variiert das Einkommen zwischen 4.200 und 6.100 Euro.
Die Besoldungsgruppen R3 bis R10 sind dann ohne Erfahrungsstufen gestaffelt. Hier steigt das Gehalt von mindestens 6.700 bis auf 11.500 Euro an.

2. Ausbildung / Weiterbildung

Staatsanwälte /-anwältinnen arbeiten an Strafgerichten, prüfen Ermittlungsverfahren und vertreten die öffentlichen Interessen in Anklageverfahren. Sie üben ihre Tätigkeit im Staatsdienst aus. Voraussetzung für diesen Beruf ist das Universitätsstudium in Rechtswissenschaften sowie ein anschließendes Referendariat im Gericht. Wer diesen Ausbildungsweg gegangen ist, kann sich „Volljurist“ nennen und wahlweise Richter /-in oder Staatsanwalt /-anwältin werden. Alle Tätigkeiten an Gerichten und in der Staatsanwaltschaft gehören zum Arbeitsgebiet der Rechtspflege. Daher ist auch ohne Abitur eine Berufsausbildung im Gebiet der Rechtspflege möglich.

  • Justizfachangestellte:
    Ein Hauptschulabschluss ist ausreichend, um sich bei Amtsgerichten für die dreijährige Ausbildung zum Justizfachangestellten zu bewerben. Ähnlich wie Sekretäre erfüllen Justizangestellte vielseitige schriftliche und kommunikative Aufgaben für Gerichte und Staatsanwälte.
  • Gerichtshelfer /-in:
    Wer eine Berufsausbildung mit dreijähriger Berufserfahrung oder die Fachhochschulreife besitzt, kann Soziale Arbeit an einer Fachhochschule studieren und sich anschließend als Gerichtshelfer /-in beim Justizprüfungsamt bewerben. Staatsanwälte schalten Gerichtshelfer /-innen ein, wenn über Gnadengesuche oder die Umwandlung von Freiheitsstrafen in Geldstrafen entschieden werden muss oder eine Strafe durch soziale Arbeit abgebüßt werden soll.
  • Bewährungshelfer /-in:
    Der Ausbildungsweg ist identisch wie bei Gerichtshelfern. Bewährungshelfer /-innen werden tätig, wenn die Strafe von Verurteilten zur Bewährung ausgesetzt wird. Sie helfen den Verurteilten, die Bewährungsauflagen einzuhalten.
  • Rechtspfleger /-in:
    Wer die Fachhochschulreife besitzt, kann sich bei den Oberlandesgerichten auf einen Ausbildungsplatz zur Rechtspflegerin bzw. zum Rechtspfleger bewerben. In einer Kombination aus praktischer Arbeit an Gerichten und Fachhochschulstudium führt dieser Ausbildungsweg zum Abschluss Diplom-Rechtspfleger /-in. Viele Justizaufgaben werden von Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern selbständig bearbeitet, u.a. in den Rechtsgebieten Nachlassverwaltung, Vormundschafts- und Betreuungsrecht, Insolvenz und Zwangsvollstreckung.
  • Amtsanwalt /-anwältin:
    Dem Staatsanwalt bzw. der Staatsanwältin besonders nahe verwandt ist das Berufsbild des/der Amtsanwalts /-anwältin. Hierfür ist keine Ausbildung als Volljurist notwendig, es genügt eine Rechtspfleger-Ausbildung mit einjähriger Fortbildung im Strafrecht. Ein Amtsanwalt bzw. eine Amtsanwältin ist mit der Strafverfolgung kleiner und mittelschwerer Delikte an den Gerichten befass.
3. Studium

Nur Universitäten bieten ein Studium der Rechtswissenschaften mit Abschluss Erstes Staatsexamen an. Dafür ist das Abitur die Voraussetzung. Viele Universitäten erschweren den Zugang durch einen Numerus Clausus (NC). Beim Ersten Staatsexamen übernehmen staatliche Behörden 70 % der Prüfungen. Nur unter dieser Voraussetzung ist eine spätere Berufstätigkeit im Staatsdienst möglich, so dass angehende Staatsanwälte /-anwältinnen diesen Abschluss benötigen. Jura, wie die Rechtswissenschaft häufig auch bezeichnet wird, kann zwar ebenfalls an Fachhochschulen mit den Abschlüssen Bachelor und Master studiert werden. Es steht in diesen Fällen aber nur eine Tätigkeit in der Rechtsberatung offen, meistens in der Wirtschaft. Die Gesamtdauer für die Ausbildung als Staatsanwalt /-anwältin dauert mindestens 6,5 Jahre. Das Studium umfasst in der Regel 4, 5 Jahre bzw. neun Semester. Es schließt mit dem ersten Staatsexamen ab. Anschließend folgen das zweijährige Referendariat und das zweite Staatsexamen als Abschluss. Der Studien- und Ausbildungsverlauf sieht wie folgt aus:

  • 4 Semester: Grundstudium
  • Abschluss: Zwischenprüfung
  • 5 Semester: Hauptstudium mit Schwerpunktbildung
  • Abschluss: 1. Staatsexamen
  • 2 Jahre: Referendariat
  • Abschluss: 2. Staatsexamen

Das Studium umfasst folgende Inhalte:

  • Grundstudium
    : Im Vordergrund steht die Unterscheidung zwischen Bürgerlichem und Öffentlichem Recht. Es erfolgt eine allgemeine Einführung in das Bürgerliche Recht und das Schuldrecht. Das Öffentliche Recht umfasst das Staats- und Verfassungsrecht sowie das Verwaltungsrecht. Drittens gehört das Strafrecht zum Stundenplan. Leistungsnachweise werden mit Klausuren und Hausarbeiten erbracht. Eine schriftliche Zwischenprüfung schließt das Grundstudium ab.
  • Hauptstudium
    : Die Inhalte aus dem Grundstudium werden vertieft und um diese Rechtsgebiete erweitert: Arbeits- und Sozialrecht, Erb- und Familienrecht, Sachenrecht. Im Hauptstudium findet die Schwerpunktbildung in einem der folgenden Rechtsgebiete statt: Europäisches Recht, Umweltrecht, Medizin- und Pharmarecht, Medienrecht, Kriminalwissenschaften, Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht.

Nach erfolgreicher Prüfung mit Abschluss Erstes Staatsexamen erfolgt der sogenannte Vorbereitungsdienst, das Referendariat. Wer Staatsanwalt /-anwältin werden möchte, wählt dafür ein Strafgericht oder eine Staatsanwaltschaft. Die Abschlussprüfung zum Zweiten Staatsexamen erfolgt durch die Bundesländer.

4. Tätigkeit

Um in den Staatsdienst als Staatsanwalt /-anwältin übernommen zu werden, ist ein Examensabschluss mit Prädikat notwendig. Das schaffen rund 10 % aller Volljurist /-innen. Sind diese Hürden gemeistert, deckt das Berufsbild Staatsanwalt /-anwältin ein vielfältiges Tätigkeitsspektrum im Zusammenhang mit schweren Straftaten ab. Zur Täterfindung stellt ein /-e Staatsanwalt /-anwältin Durchsuchungsbefehle aus, begutachtet manchmal Tatorte von Schwerverbrechen und prüft polizeiliche Untersuchungsergebnisse. Wichtig ist die Analyse vorliegender Fakten und bestehender Aktenlage. An ihnen prüft ein/e Staatsanwalt /-anwältin sorgfältig, welche Argumente für oder gegen einen möglichen Täter sprechen. Wenn bei einem Verdächtigen stichhaltige Anzeichen für eine Straftat sprechen, erhebt der/ die Staatsanwalt /-anwältin Klage vor Gericht. Kommt es im Klageverfahren zur Verurteilung, leitet ein/e Staatsanwalt /-anwältin die anschließende Vollstreckung des Urteils ein. Staatsanwälte /-anwältinnen halten sich an dienstliche Weisungen von Vorgesetzten. In der Regel ist das ein /-e Oberstaatsanwalt /-anwältin.