*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Unternehmensberater

Datenbasis: 4.459 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 3.204 € 4.679 € 8.263 €
Baden-Württemberg 3.387 € 4.756 € 8.137 € Jobs Unternehmensberater
Bayern 3.372 € 4.785 € 8.267 € Jobs Unternehmensberater
Berlin 2.925 € 4.352 € 7.730 € Jobs Unternehmensberater
Brandenburg 2.063 € 4.188 € 17.969 € Jobs Unternehmensberater
Bremen 2.997 € 3.967 € 6.451 € Jobs Unternehmensberater
Hamburg 3.093 € 4.504 € 8.272 € Jobs Unternehmensberater
Hessen 3.387 € 4.965 € 9.097 € Jobs Unternehmensberater
Mecklenburg-Vorpommern 3.005 € 3.125 € 4.660 € Jobs Unternehmensberater
Niedersachsen 2.876 € 4.080 € 6.202 € Jobs Unternehmensberater
Nordrhein-Westfalen 3.251 € 4.801 € 8.481 € Jobs Unternehmensberater
Rheinland-Pfalz 2.890 € 4.397 € 8.046 € Jobs Unternehmensberater
Saarland 2.377 € 5.289 € 10.432 € Jobs Unternehmensberater
Sachsen 2.731 € 3.532 € 5.297 € Jobs Unternehmensberater
Sachsen-Anhalt 2.180 € 3.906 € 8.300 € Jobs Unternehmensberater
Schleswig-Holstein 3.125 € 4.231 € 7.401 € Jobs Unternehmensberater
Thüringen 2.681 € 3.776 € 6.828 € Jobs Unternehmensberater

Unternehmensberater / Unternehmensberaterin:

1. Gehalt

Deutschlandweit verdienen Unternehmensberater durchschnittlich 4.679 € pro Monat. Das entspricht einem Jahresgehalt von 56.148 €. Nach unten und besonders nach oben sind allerdings Abweichungen möglich:

  • So verdient das hintere Viertel der Gehaltsrangliste maximal 3.204 € im Monat,
  • wohingegen das vordere Viertel mindestens 8.263 € erhält.

Basis dieser Aussagen sind 2.770 Datensätze, die wir in den letzten beiden Jahren erhoben und ausgewertet haben. Welche Faktoren – neben der eigenen Qualifikation und Leistung – Einfluss auf die Höhe des Einkommens nehmen können, schauen wir uns im Folgenden an.

Gehalt in Abhängigkeit zu Alter und Erfahrung

Einstiegsgehälter zwischen 85.000 und 115.000 € (inkl. Leistungsabhängigem Bonus) im Jahr sind möglich aber nicht die Regel. Diese außergewöhnlich hohen Start-Vergütungen gibt es nur bei den großen 3 der Branche (McKinsey, BCG – Boston Consulting Group und Bain) und nur für die absoluten Top-Absolventen eines Jahrgangs. Dienstwagen, ein Vorsorge-Paket und andere Goodies runden das Paket ab. Dass dafür meist mindestens 60 Stunden pro Woche gearbeitet werden muss und die Erwartungen enorm hoch sind, ist die Kehrseite der Medaille. Betrachtet man die gesamte Branche, sehen die Zahlen schon wieder ganz anders aus. So können Unternehmensberater durchschnittlich mit einem Einstiegsgehalt von 3.848 € monatlich rechnen.

Wer zeigt, dass er den Anforderungen des Berufs und des Arbeitgebers gerecht wird, kann auch schnell deutlich mehr verdienen. Statistisch entwickelt sich das Durchschnittseinkommen folgendermaßen:

  • 25 Jahre = 3.906 Euro brutto
  • 30 Jahre = 4.240 Euro brutto
  • 35 Jahre = 4.934 Euro brutto
  • 40 Jahre = 5.729 Euro brutto
  • 45 Jahre = 6.443 Euro brutto
  • 50 Jahre = 6.489 Euro brutto

Wer sich innerhalb der Ausbildung oder auch später durch Fort- und Weiterbildungen spezialisiert, kann seine Stellung und damit auch seine Gehaltsmöglichkeiten darüber hinaus deutlich steigern.

Auch in der Unternehmensberatung findet sich nach wie vor – wie in vielen anderen Berufen auch – ein Unterschied bei der Bezahlung von Männern und Frauen. So verdient ein Unternehmensberater im Schnitt 4.882 €, eine Unternehmensberaterin hingegen lediglich 3.978 €.

Big player, big spender?

Auch wenn es Gegenbeispiele gibt – für die Unternehmensberatung scheint diese für viele Berufe geltende Faustregel ebenfalls zuzutreffen:

  • bis 500 Mitarbeiter = 4.248 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 4.720 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 5.275 Euro brutto

Die großen und namhaften Unternehmensberatungen wetteifern regelmäßig um die besten Absolventen eines Jahrgangs und locken mit viel Renommee und – wie oben gezeigt – mit hohen Gehältern. Auch vereinzelte firmeninterne Consulting-Abteilungen großer Konzerne mischen in diesem Wettstreit mit, auch wenn interne Beratungen gehaltstechnisch meist hinter den Top-Beratungen liegen. Wer nicht zu den besten 10-15% eines Jahrgangs gehört, wird in der Regel kaum eine Chance auf eine Stelle bei einem der Marktführer haben und wohl eher bei kleineren Beratungsfirmen fündig werden – und auch dort kann man sehr gut verdienen.

Beratungsgehälter im bundesweiten Vergleich

Traditionell sind viele der Top-Arbeitgeber in der Unternehmensberatung in struktur- und finanzstarken Regionen zu finden. So ist der Verdienst in Hessen (4.965 €), Bayern oder im Saarland meist deutlich höher als zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern (3.125 €), Brandenburg oder Sachsen. Neben der wirtschaftlichen Kraft der Region, sind auch die regional unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten ein Grund für diese Unterschiede.

Sie möchten es noch genauer wissen?
Bei allen genannten Angaben zum Gehalt als Unternehmensberater bzw. Unternehmensberatin handelt es sich um Durchschnittswerte. Für genauere Informationen empfehlen wir unseren kostenlosen Gehaltscheck oder eine individuelle Gehaltsanalyse (zum Gehaltsvergleich).

2. Ausbildung / Weiterbildung

Der Beruf des Unternehmensberaters ist nicht per klassischer Ausbildung zu erlernen. Nahezu alle Consultants haben vor ihrer Tätigkeit ein Studium absolviert. Auch wenn dies theoretisch nicht zwangsläufig so sein muss, wird es branchenintern praktisch vorausgesetzt. Nur in Ausnahmefällen werden vereinzelt auch Unternehmensberater beschäftigt, die im vorherigen Berufsleben beispielsweise im kaufmännischen, steuerfachlichen oder informationstechnologischen Bereich gearbeitet und keinen akademischen Hintergrund haben. Diese fungieren dann aufgrund herausragender Fach-Expertise als Spezialisten für ihren Bereich.

Weiterbildungen ergeben sich aus dem Spezialgebiet und auf dem Gebiet der Soft-Skills. Die Karriere fördern rechtliche Fortbildungen im Bereich Konzern- und Umwandlungsrecht sowie Wettbewerbsrecht. Darüber hinaus zeugen Zertifikate im Ressort der Finanzdienstleister von Kompetenzen in den Kerngebieten. Insbesondere Finanz-Strategien ergeben sich aus diesen Kenntnissen. EDV-Kenntnisse der bekannten Betriebs-Programme qualifizieren für hochwertige IT-Beratungen in Unternehmen.

3. Studium

Wer Unternehmensberater wird, hat zuvor häufig Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre (BWL/VWL) studiert. Das liegt thematisch nahe, da es hier bereits während des Studiums um wirtschaftliche Strukturen und Prozesse geht. Fast genauso häufig finden sich aber auch Absolventen anderer Studiengänge unter den Consultants. Diese studierten dann zum Beispiel:

  • Mathematik
  • Physik
  • Informatik
  • Biologie
  • Maschinenbau
  • Wirtschafts- oder Bauingenieurwesen
  • Architektur
  • Medizin
  • Psychologie

Diese Liste ließe sich problemlos noch eine Weile weiterführen, denn quasi kein Studiengang ist ausgeschlossen. Der Grund: Unterschiedliche Blickwinkel auf eine Problemstellung führen zu unterschiedlichen, oft kreativen Lösungsansätzen. Das ist innerhalb der Unternehmensberatung oft förderlich und wird daher forciert und aktiv gelebt. Voraussetzung ist allerdings, dass grundsätzlich ein hohes Interesse an wirtschaftlichen Themen, Zusammenhängen und Strukturen vorhanden ist. Zudem wird eine hohe Fähigkeit und Bereitschaft erwartet, sich in komplexe (wirtschaftliche) Themen und Strukturen einzuarbeiten. So wird die Fach-Expertise der nicht wirtschaftlichen Studienfächer zwar gebraucht, reicht meist aber nicht aus, um langfristig als Unternehmensberater erfolgreich arbeiten zu können.

Eine Möglichkeit, sich auf akademischem Niveau gezielt mit Beratungsaspekten auseinanderzusetzen, ist eine Aus- oder Weiterbildung zum MBA (Master of Business Administration). Hier existiert eine spezialisierte Ausrichtung zum MBA Unternehmensberatung oder zum MBA Consulting. Voraussetzung ist ein bereits abgeschlossenes Studium sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Innerhalb des Studiums werden u. a. folgende Themen behandelt:

  • Qualitätsmanagement
  • Finanzierung
  • Sanierung und Restrukturierung
  • Managementfertigkeiten
  • Methoden und Techniken zur Problemlösung

Das 2-4 semestrige Studium wird meist berufsbegleitend absolviert und kann sowohl an deutschen als auch an internationalen Hochschulen absolviert werden.

4. Tätigkeit

Unternehmensberater finden einen Arbeitsplatz in Beratungsgesellschaften verschiedener Größen, in internen Consulting-Abteilungen großer Konzerne oder sind selbständig. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Firmen Strukturen, Prozesse oder andere Bereiche ihres Geschäfts ändern, oder genauer, optimieren wollen. Die Firma oder Abteilung, die sich (externe) Berater für ein bestimmtes Problem oder eine bestimmte Fragestellung als Unterstützung holt, kann oder möchte die Aufgabe nicht alleine lösen. Vielleicht fehlt es dort an Zeit, vielleicht aber auch an Know-how. Der Unternehmensberater analysiert das Problem genau, entwickelt mindestens ein Lösungsszenario und präsentiert diese Handlungsempfehlung dem Kunden.

Häufig lassen Kunden zunächst die Schwächen ihrer Firma von Unternehmensberatern identifizieren. Die Berufsangehörigen analysieren dann sämtliche Strukturen aller Ebenen und erstellen Konzepte zur Nutzung des Potentials. In Absprache mit dem Management erhalten sie zu Beginn ihrer Tätigkeit alle notwendigen Vollmachten, um Einblick in das Unternehmen nehmen zu können.
Werden ihre Lösungsvorschläge vom Auftraggeber angenommen, kann es sein, dass sie die Ein- und Verkaufsabteilungen des Unternehmens neu organisieren und Marketingstrategien entwickeln. Personalaufbau und -abbau ziehen sie ebenfalls in Betracht. Im Rahmen von Mitarbeiterentlassungen und ähnlich strikten Maßnahmen übernehmen die Berater die tatsächliche Handhabe. Sie sorgen für einvernehmliche Entlassungen und organisieren Sozialpläne. Finanzierungsoptionen kommen für konjunkturschwache Unternehmen infrage. Nicht selten rettet die neue Perspektive durch Unternehmensberater Betriebe vor der Insolvenz. Zudem arbeiten die Berater an Expansionsvorhaben und rechtlichen Änderungen mit. Insbesondere Umwandlungen in andere Unternehmensformen spielen eine wichtige Rolle.

Der Job ist vielfältig: Lange Arbeitszeiten, viel Reisetätigkeit, hoher Leistungs- und Termindruck, aber auch herausfordernde Aufgaben, Abwechslung, ein gutes Gehalt und oftmals viel Wissenszuwachs, der einem während der gesamten beruflichen Karriere zu Gute kommen kann – selbst wenn man irgendwann kein Unternehmensberater mehr sein sollte. Denn die Hierarchie-Pyramide ist auch in der Beratungsbranche sehr spitz. Vielen Consultants auf der unteren und mittleren Ebene stehen an der Spitze wenige Partner gegenüber. Viele Berater verlassen nach einigen Jahren das Berufsfeld und übernehmen Managementpositionen in der Wirtschaft – nicht selten in Firmen, die sie zuvor innerhalb eines Beratungsprojektes kennengelernt haben. Persönlich kennzeichnen Unternehmensberater Durchsetzungsstärke, umfangreiches Fachwissen und außerordentliche analytische Fähigkeiten.