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20 Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung

20 Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung

Jeder Arbeitnehmer wünscht sich ein steigendes Einkommen, zumal die Kosten des täglichen Lebens ebenfalls zum Teil erheblich steigen. Jedoch sind entsprechende Verhandlungen oft mit Aufregung und Stress behaftet. Oft haben Arbeitnehmer sogar regelrecht Furcht, mit dem Chef über eine Gehaltserhöhung zu sprechen.
Auch beim Neueinstieg in einen Betrieb sollte das Gehalt besprochen werden. Ein Neueinsteiger muss sich keineswegs zwingend mit dem abfinden, was der künftige Chef als Gehalt vorschlägt. Einige Tipps können dem Erfolg bei Gehaltsverhandlungen jeder Art Vorschub leisten.

Gehaltsverhandlung: Vorbereitung & Umfeld

- Wichtige Gespräche sollten immer vorbereitet werden. Damit verschaffen Sie sich Klarheit über Ihre Position und schwächen diese nicht von vorneherein durch Unwissenheit. Auch sollte das Gesprächsumfeld passen.

- Informieren Sie sich im Internet über die üblichen Gehälter für Ihre Tätigkeit. Beachten Sie hier bitte auch Daten wie Berufsjahre und Qualifikationen, welche Sie erworben haben. Sie sind ebenfalls für die Höhe des Einkommens wichtig.

- Bitten Sie Ihren Chef um einen Gesprächstermin! Wenn Sie ihn zwischen Tür und Angel ansprechen laufen Sie Gefahr, dass Sie einfach abgewiesen werden. Nicht nur Ihnen, sondern auch dem Chef sind solche Verhandlungen oft unangenehm. Sorgen Sie also dafür, dass er sich nicht einfach entziehen kann.

- Überlegen Sie genau, wie viel mehr Sie verdienen möchten und bleiben Sie dabei maßvoll! Kein Chef der Welt wird Ihr Gehalt direkt verdoppeln. Nehmen Sie die Inflationsrate als Messwert. Machen Sie sich bitte von allen Bildern und Ideen über Ihren Chef frei. Was andere über ihn sagen oder Sie über ihn denken sorgt dafür, dass Sie mit dem Bild in Ihrem Kopf reden, jedoch nicht mit Ihrem tatsächlichen Chef. Nehmen Sie ihn so wahr, wie er Ihnen im Gespräch begegnet und reagieren Sie nur darauf. So können Sie Angst oder ähnliche Einflüsse die stören, entkräften.

„Gehaltsverhandlung: WIE sag ichs dem Chef?“

Diese Frage entscheidet maßgeblich über Ihren Erfolg. Dabei geht es nicht nur um Formulierung und Ausdruck, sondern vor allem auch um Ihr Auftreten. Mimik, Gestik und Körperhaltung, die sogenannten non-verbalen Signale, übermitteln den allergrößten Teil der für die Entscheidung wichtigen Informationen. Diese stillen Äußerungen zeigen eindeutig Ihre innere Haltung und auch die Erwartung, die Sie an das Gespräch haben. Wenn Sie also von vorneherein denken, dass das sowieso ein Misserfolg wird, vermitteln Sie durch Ihre Haltung diese Überzeugung, der Ihr Chef gerne entsprechen wird.

Nehmen Sie sich vor dem Gespräch einen Moment Zeit und machen Sie sich klar, dass Sie Ihr Gehalt beziehen, weil Sie Ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Es ist also keineswegs eine Freundlichkeit des Chefs, das er Sie bezahlt, sondern es sollte vielmehr der angemessene Ausgleich für Ihre Leistung sein.

- Sitzen Sie bequem aufrecht. Eine steife, aufrechte Haltung wird als Zeichen der Schwäche gewertet, ebenso wie eine zusammengesunkene Sitzhaltung oft als provokant empfunden wird.

- Vermeiden Sie es, die Handflächen zu zeigen, wenn Sie Ihr Anliegen vortragen. Das Zeigen der Handflächen ist eine flehentliche Geste und signalisiert Unterwürfigkeit. Sie entschuldigen sichsozusagen non-verbal dafür, dass Sie entlohnt werden möchten.

- Natürlich müssen Sie Ihren Chef zu Ende sprechen lassen. Jedoch dürfen Sie auf das gleiche Recht bestehen, wenn er Ihnen das Wort abschneidet.

- Sprechen Sie in ganzen Sätzen und vermeiden Sie manipulative Formulierungen wie etwa „Finden Sie nicht auch...?“ Sie zeigen Unsicherheit, wenn Sie um die Zustimmung des Vorgesetzten heischen. Er braucht Ihnen diese Zustimmung nur zu entziehen und schon ist das Gespräch vorbei.

- Achten Sie darauf, die Arme nicht vor der Brust zu verschränken! Sie zeigen so, dass Sie eigentlich gar nicht mit Ihrem Chef reden möchten. Das Ergebnis: Er wird Ihnen nur mit geminderter Aufmerksamkeit zu hören und in Opposition gehen, da Sie ja nun Widerwillen ausdrücken.
Ihr Chef wird Sie sicherlich nach Gründen für Ihren Wunsch fragen. Warten Sie diese Frage bitte ab. Wenn Sie im Redefluss sofort zur Begründung übergehen, wirkt das wie die Rechtfertigung für ein Anliegen von dem Sie wissen, dass es eigentlich nicht statthaft ist. Sie signalisieren schlechtes Gewissen.

- Für die Begründung gilt: Fassen Sie sich kurz. Sie brauchen sich nicht zu rechtfertigen. Lange, ausufernde Begründungen, Aufschlüsseln der privaten Situation und dergleichen können Ihrer Begründung den Hauch des flehenden Plädoyers verleihen.

- Möglicherweise wird Ihr Chef an Ihr Mitleid appellieren, indem er Sie über hohe Fixkosten und ähnliche Faktoren aufklärt. Sie dürfen Ihn hier freundlich darauf hinweisen, dass derartiges nicht in Ihren Zuständigkeitsbereich fällt und Sie maßgeblich zum Einkommen der Firma beitragen, indem Sie dort arbeiten. Lassen Sie sich hier bitte nicht suggerieren, Sie würden die Firma mit Ihrem Wunsch zusätzlich belasten.

- Achten Sie auf gepflegtes Auftreten, aber putzen Sie sich nicht besonders heraus. Wenn Sie üblicherweise in Jeans und Sakko arbeiten, treten Sie bitte zur Gehaltsverhandlung nicht im Anzug an. Hier stehen Wirkungen wie Einschüchterung oder Misstrauen im Raum. Je nach Persönlichkeit Ihres Chefs wird er sich eingeschüchtert fühlen oder aber annehmen, Sie müssten einen wichtigen Eindruck erwecken, weil Sie eingeschüchtert sind. Auch könnte das betont seriöse Auftreten Misstrauen in Ihrem Chef wecken.

- Tragen Sie Ihr Anliegen in kurzen Sätzen vor. Machen Sie immer wieder Sinnpausen um dem Chef die Möglichkeit zu geben, zu antworten. Eine Sinnpause könnte folgendermaßen aussehen: „Ich arbeite nun seit drei Jahren in diesem Betrieb. Daher wünsche ich mir eine Erhöhung meines Gehaltes um x %.“ Pause. Nun kann der Chef antworten.

- Noch ein Tipp: Sagen Sie nicht, Sie arbeiten für den Chef oder im Betrieb des Chefs, sondern ganz neutral im Betrieb. Ihr Chef arbeitet auch im Betrieb. Auf diese Weise erzeugen Sie eine gemeinsame Basis.

- Newtons Gesetz von Kraft und Gegenkraft lässt sich auch auf die Gesprächsführung übertragen. Passen Sie Ihren Ausdruck und Ihren Sprachmodus (etwa die Satzlänge) an den des Chefs an.

- Bei der Wahlder Worte wirken sogenannte Meta-Botschaften mit. Man kann diese Botschaften als Flair, als unmittelbare und teils unbewusste emotionale Reaktion vor allem auf Verben, bezeichnen. Nach Newtons Gesetz in der Sprache werden eindeutige oder gar aggressive Forderungen zunächst abgelehnt, einfach weil sie so sind, wie sie sind. Bei der Gehaltserhöhung ist die Äußerung des Wunsches zusammen mit klaren Zahlen ein gutes Mittel. Sie fordern nicht („ich will!“), flehen aber auch nicht („ich brauche“).

- Wenn Ihr ChefBedenkzeit wünscht, akzeptieren Sie das. Ist die Zeit verstrichen, bitten Sie um Mitteilung der Entscheidung. Sollte er nicht entschieden haben, stimmen Sie ein oder zwei weiteren Tagen zu, mehr aber nicht. Sonst könnte nämlich die Methode des Chefs sein, dass er immer noch ein bisschen überlegen muss, bis Sie schließlich entnervt aufgeben.

- Argumentieren Sie bitte nicht mit anderen Leuten. Bei der Verhandlung um mehr Gehalt ist es sehr unvorteilhaft etwa anzubringen, dass ein Bekannter von Ihnen in einem anderen Betrieb für die gleiche Tätigkeit, wie die Ihre so und soviel mehr verdient.
Es wird Ihnen freigestellt werden, sich ebenfalls bei diesem Betrieb zu bewerben und das Gespräch wird entweder sofort oder nur Minuten später für Sie erfolglos beendet. Warum? Sie machen mit dieser Äußerung Ihrem Chef einen stillen Vorwurf über dessen Personalführung. Zumindest wird das so bei ihm ankommen. Da er sich aber vor Ihnen nicht rechtfertigen oder Ihnen gefallen muss, wird er erst recht nicht mehr zahlen, um seine Autorität zu wahren.

Fazit: Ihre Gehaltsverhandlung

Bereiten Sie sich für Ihre Gehaltsverhandlung gut vor. Nutzen Sie ruhig unseren kostenlosen Gehaltscheck oder schauen Sie sich bei unseren Berufen um. Sie finden dort die Gehälter mit von-bis Angaben, den Durchschnittswerten sowie die Gehälter nach den Bundesländern sortiert.

Weiterführende Infos zum Thema:

Gehaltserhöhung – 10 Tipps wie ich den Chef zur Gehaltsverhandlung anspreche

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