Chemielaborant/-in Ausbildung

Inhaltsverzeichnis

Als Chemielaborant /-in ist man für die Vorbereitung und Durchführung von Versuchsreihen und Untersuchungen zuständig. Man arbeitet mit unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien wie Pharmazeutika, Metallen, Lebensmitteln oder Kunststoffen. Zu den Arbeitsmitteln gehören zudem Labormaschinen, Laborgeräte, Laborzubehör sowie Fachliteratur, Umweltrecht und andere Unterlagen.
Die Zukunftsaussichten als Chemielaborant sind sehr gut, zumal der Bereich Biotechnologie immer wichtiger wird. Zudem gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Option der Spezialisierung, sodass sich das Beschäftigungsfeld erweitert.

Ausbildungsgehalt als Chemielaborant/-in

Ausbildungsdauer: 42 Monate
1. Lehrjahr 2. Lehrjahr 3. Lehrjahr 4. Lehrjahr
Alte Bundesländer (West) 902 € 967 € 1052 € 1128 €
Neue Bundesländer (Ost) 821 € 866 € 912 € 964 €
(Quellenangabe: BIBB)

Alles zum Einstiegsgehalt, das Gehalt nach Alter, Geschlecht und Bundesland hier:

Über die Ausbildung zum/r Chemielaborant/-in

Die Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt, wobei je nach Ausbildungsbetrieb auch in Nacht- oder Schichtdienst gearbeitet wird. Die Ausbildungsdauer beträgt dreieinhalb Jahre.

Fachliche und persönliche Voraussetzungen

Eine bestimmte Schulbildung ist rechtlich nicht vorgegeben. Die meisten Betriebe entscheiden sich aber für Bewerber mit Abitur. 2013 haben rund 1.600 junge Menschen mit der Ausbildung zum Chemielaborant /zur Chemielaborantin begonnen. Davon hatten 59 Prozent das Abitur und 40 Prozent die mittlere Reife. Nur ein Prozent der Auszubildenden wurde mit Hauptschulabschluss eingestellt.
Einige Schulfächer sind für die Ausbildung wichtig: Chemie, Physik, Mathematik und Biologie. Gute Englischkenntnisse sind ebenfalls von Vorteil, da Fachtexte und Bedienungsanleitungen der Laborgeräte häufig in englischer Sprache geschrieben sind.

Chemielaboranten müssen sehr sorgfältig und präzise arbeiten können. Zudem müssen sie oft hochtechnische Geräte bedienen, sodass das technische Verständnis ausgeprägt sein sollte. Außerdem sollte ein hohes Verantwortungsbewusstsein mitgebracht werden.

Ausbildungsinhalte und Ablauf

Im ersten Ausbildungsjahr stehen theoretische Kernthemen im Fokus. Die Azubis bestimmen Viskositäten, Schmelz-Temperaturen und Brechzahlen. Zudem filtrieren und sedimentieren sie bestimmte Stoffe und bestimmen verschiedene Faktoren wie den Druck, den Füllstand, die Menge und den Durchfluss.
Im Betrieb lernt man in den ersten achtzehn Monaten den Umgang mit Arbeitsstoffen sowie die Durchführung von präparativen und analytischen Arbeiten. Zudem lernen die Auszubildenden physikalische und chemische Methoden kennen. Vom neunzehnten Ausbildungsmonat an wird das Wissen vertieft.

In der Berufsschule umfasst das erste Ausbildungsjahr folgende Lernfelder:

  • Stoffe vereinigen
  • Stoffsysteme trennen
  • Untersuchung von Stoffeigenschaften und –strukturen
  • Chromatografische und fotometrische Untersuchungen von Stoffen
  • Durchführung von präparativen Arbeiten
  • Synthetisierung von Präparaten
  • Durchführung von gravimetrischen, chromatografischen und volumetrischen Analysen

Im zweiten und dritten Jahr der Ausbildung beschäftigen sich die Auszubildenden zunehmend mit verschiedenen Analyse-Verfahren. Die Lernfelder sind dann unter anderem:

  • Durchführung spektroskopsicher Analysen
  • Anwendung von Synthesetechniken
  • Überwachung von Produktionsprozessen
  • Bestimmung von Werkstoffeigenschaften
  • Identifizierung und Nutzung von Mikroorganismen
  • Elektrochemische Untersuchung von Stoffen
  • Anwendung von umweltbezogenen Arbeitstechniken
  • Durchführung von zellkulturtechnischen, biotechnischen, diagnostischen und immunologischen Arbeiten
  • Herstellung und Prüfung von Beschichtungsstoffen

Möglichkeiten nach der Ausbildung zum/r Chemielaborant/-in

Als Chemielaborant kann man sich spezialisieren, beispielsweise als Umweltschutzlaborant oder als Qualitätskontrolleur.

Für den beruflichen Aufstieg bieten sich diese Weiterbildungen an:

  • Industriemeister mit Fachrichtung Chemie
    Als Industriemeister /-in ist man für die Planung, Steuerung und Kontrolle von Arbeits- und Herstellungsprozessen zuständig. Die Verantwortung liegt in der Sicherstellung der Produktqualität. Industriemeister mit Fachrichtung Chemie arbeiten bei Firmen, die Körperpflegemittel herstellen, in Chemiefaserwerken oder in der chemischen Industrie.
  • Staatlich geprüfter Techniker
    Eine Aufstiegsweiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker ist in den Fachrichtungen Chemietechnik, Farb- und Lacktechnik und Umweltschutztechnik möglich. Bei der Fachrichtung Chemietechnik sind wiederum verschiedene Schwerpunkte möglich: Biochemie, Umweltschutz oder Laboratoriumstechnik.
  • Technischer Fachwirt
    Als Technischer Fachwirt /-in sind Beschäftigungen in fast allen Wirtschaftsbereichen zu finden. In diesem Beruf ist übernimmt man hauptsächlich Tätigkeiten in den Bereichen Organisation, Produktionsüberwachung, Planung und im kaufmännischen Bereich.
  • Synthesetechniker
    Synthesetechniker /-innen arbeiten vorwiegend in Forschungseinrichtungen und Firmen der pharmazeutischen und chemischen Industrie, aber auch in Recyclingunternehmen. Sie sind für die Überwachung von Versuchsabläufen, für die Optimierung von chemischen Reaktionen und für die Anwendung unterschiedlicher Synthesetechniken zuständig.

Außderdem diese Studiengänge: Chemie, Chemieingenieurwesen, Biochemie und Chemische Biologie.