*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Patentanwalt

Datenbasis: 152 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 3.581 € 8.131 € 13.354 €
Baden-Württemberg 3.602 € 9.270 € 14.480 € Jobs Patentanwalt
Bayern 3.612 € 7.323 € 13.124 € Jobs Patentanwalt
Berlin 4.754 € 6.738 € 8.886 € Jobs Patentanwalt
Brandenburg 2.728 € 6.194 € 10.173 € Jobs Patentanwalt
Bremen 3.441 € 7.813 € 12.832 € Jobs Patentanwalt
Hamburg 8.214 € 8.620 € 9.209 € Jobs Patentanwalt
Hessen 4.145 € 9.411 € 15.456 € Jobs Patentanwalt
Mecklenburg-Vorpommern 2.632 € 5.977 € 9.816 € Jobs Patentanwalt
Niedersachsen 3.321 € 6.526 € 12.788 € Jobs Patentanwalt
Nordrhein-Westfalen 3.737 € 8.136 € 17.089 € Jobs Patentanwalt
Rheinland-Pfalz 3.522 € 7.996 € 13.132 € Jobs Patentanwalt
Saarland 3.405 € 7.732 € 12.699 € Jobs Patentanwalt
Sachsen 2.754 € 6.254 € 10.271 € Jobs Patentanwalt
Sachsen-Anhalt 2.340 € 5.313 € 8.726 € Jobs Patentanwalt
Schleswig-Holstein 3.145 € 7.140 € 11.726 € Jobs Patentanwalt
Thüringen 2.798 € 6.354 € 10.436 € Jobs Patentanwalt

Patentanwalt / Patentanwältin:

1. Gehalt

Als Patentanwalt liegt das deutschlandweite Gehalt bei 8.131 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 152 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 3.581 € beginnen, Patentanwälte in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 13.354 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 7.140 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 9.270 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Patentanwalt in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 3.520 Euro brutto
  • 30 Jahre = 6.020 Euro brutto
  • 35 Jahre = 7.555 Euro brutto
  • 40 Jahre = 8.338 Euro brutto
  • 45 Jahre = 8.890 Euro brutto
  • 50 Jahre = 8.357 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 6.062 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 8.137 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 8.623 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Ein Patentanwalt /-anwältin wirkt an der Schnittstelle zwischen Recht, Technik und Naturwissenschaften. Der Ausbildungsweg zum/zur Patentanwalt /-anwältin zählt zu den längsten in Deutschland. Er ist geregelt durch die Patentanwaltsordnung (PAO) und die dazugehörige Patentanwaltsausbildungsordnung und –prüfungsordnung.

Die Zulassung zur Ausbildung erfordert den Nachweis einer technischen Kompetenz. Diese erwerben Interessenten /-innen durch ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium. Das Studium beinhaltet Naturwissenschaften oder Technik. Interessenten /-innen absolvieren es an einer wissenschaftlichen Hochschule.

Mögliche Studiengänge für angehende Patentanwälte /-innen sind:

Wer Physik studieren möchte, bringt Interesse an physikalischen Gegebenheiten und Erscheinungen sowie gute Mathematikkenntnisse mit. Zusätzliches Wissen im Umgang mit EDV und Sicherheit in der englischen Sprache zum Verständnis und Verfassen wissenschaftlicher Texte sind unerlässlich.

Physik eignet sich als Grundlage zur Fortbildung zum/zur Patentanwalt /-anwältin, denn sie analysiert und katalogisiert alle Vorkommnisse der Natur. Die theoretischen Modelle basieren auf Mathematik. Praktische Experimente gehen auf antike Wurzeln zurück. Die Physik besteht als gewaltiges Forschungsfeld aus vielen Teilgebieten.

Studenten /-innen der Physik lernen im Studienverlauf folgende Fächer:

  • Quantenphysik,
  • Mechanik,
  • Astrophysik,
  • Elektrodynamik,
    • Statistische Physik.

Zum Ende des Studienganges lernen die Teilnehmer /-innen Details zur Relativitätstheorie, Elementarteilchenphysik, Kosmologie und Festkörperphysik. Während der Laborübungen nutzen die Studierenden physikalische Geräte, besondere Computerprogramme und spezielle Messverfahren. Alle Eigenschaften sind für eine folgende Ausbildung zum/zur Patentanwalt /-anwältin vorteilhaft.

Ausgebildete Patentanwälte /-innen übernehmen mit einer entsprechenden Weiterbildung zum Beispiel die Leitung einer Patentabteilung bei einem (internationalen) Industrieunternehmen. Sie sind dann auch für die Führung von Mitarbeiter /-innen verantwortlich. Eine Selbstständigkeit als freiberufliche/r Patentanwalt /-anwältin ist ebenfalls denkbar. Vor der Inbetriebnahme eines eigenen Anwaltsbüros bilden sich Anwälte /-innen mit BWL-Lehrgängen fort. So berechnen sie Effizienz und Wirtschaftlichkeit ihres eigenen Unternehmens.

3. Studium

Nach einem abgeschlossenen wissenschaftlichen oder technischen Studium ist vor dem Ausbildungsbeginn zum/zur Patentanwalt /-anwältin ein Jahr praktische technische Arbeit zu leisten. Diese erfüllen Studenten /-innen bei Industriepraktika oder durch eine Promotion. Einer Dissertation geht oftmals eine mehrjährige Forschungsarbeit voraus. Diese erfüllt die Bedingungen für eine/n Patentanwaltsbewerber /in.

Die Patentanwaltsausbildung dauert nach erfolgreicher Bevollmächtigung als Vertreter vor dem Europäischen Patentamt acht bis zehn Jahre. Interessenten /-innen, die in der Industrie tätig sind, wählen meist diesen Ausbildungsweg. Alternativ gibt es eine kurze Patentanwaltsausbildung. Sie währt 34 Monate. Der erste Teil dieses kurzen Studiums besteht aus einer 26-monatigen Praktikumszeit in einer Patentanwaltskanzlei oder bei einem in der Industrie ansässigen Patentassessor. Patentanwaltsanwärter /-innen haben hier die Option, ein zweimonatiges Praktikum an einem Landgericht zu vollbringen. Gleichzeitig zu diesem Praktikum sind regelmäßige Seminare durch die Patentanwaltskammer zu frequentieren und eigene Vorträge zu halten.

Des Weiteren muss ein/e Patentanwaltsbewerber /in mindestens ein zweijähriges Fernstudium der Rechtswissenschaften schaffen. Alternativ kann er/sie das erste juristische Staatsexamen ablegen. Inhalte des Grundkurses Rechtwissenschaften/Jura sind unter anderen:

  • Zivilrecht,
  • Strafrecht,
  • Öffentliches Recht,
  • Methodenlehre,
  • Rechtsphilosophie,
  • Rechtsgeschichte.

Folgende Schwerpunkte stehen angehenden Patentanwälten /-innen bei dem Studium der Rechtswissenschaften zur Verfügung:

  • Arbeits- und Versicherungsrecht,
  • Wirtschafts-, Unternehmens-, Steuerrecht,
  • Kriminologie und Strafrechtspflege,
  • Rechtsgrundlagen,
  • staatliche Entscheidungsfindung und deren Kontrolle,
  • Internationalisierung der Rechtsordnung,
  • Verbraucherprivatrecht und Privatversicherungsrecht

Nach Vollziehung des Rechtsstudiums und der Vorlage aller Voraussetzungen bewältigt der/die Patentanwaltsanwärter /in einen achtmonatigen Lehrabschnitt beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie beim Bundespatentgericht. Anschließend an dieses Amtsjahr legt der/die Auszubildende eine schriftliche und mündliche Prüfung ab. Mit Bestehen der Prüfung erhält der/die Patentanwaltsbewerber /-in den Titel Patentassessor. Dieser ist die Voraussetzung zur Beantragung der Aufnahme in die Liste für Patentanwälte. Erst nach Eintrag in diese Anwaltsliste darf ein/e Patentanwalt /-anwältin freischaffend Klienten beraten und vor Behörden und Gerichten für gewerblichen Rechtsschutz vertreten.

4. Tätigkeit

Der Patentanwalt und die Patentanwältin finden ihr Arbeitsumfeld in Anwaltskanzleien oder in Patentabteilungen von Wirtschaftsunternehmen. Sie sind ein unabhängiges Organ der Rechtspflege. Er/sie ist gleichzeitig den Mandanten als auch der Rechtsordnung verpflichtet.

Zu den täglichen Aufgaben gehört die Beratung von Klienten im Hinblick auf technische Schutzrechte. Das sind Patente oder Gebrauchsmuster, die gegenüber nachahmenden Wettbewerbern geschützt werden müssen. Nichttechnische Beratung bezüglich Design- oder Markenrecht zählt ebenso zu den Aufgaben. Hierin enthalten sind auch Schutzrechte für Pflanzen und alle damit zusammenhängenden Vertragsangelegenheiten.

Vor Gericht muss ein/e Patentanwalt /-anwältin stets die Wahrheit sagen. Das Verhältnis zwischen Anwalt/Anwältin und Mandant obliegt der Schweigepflicht. Der Staat kann den Anwalt/die Anwältin nicht zwingen, Dritte über Gespräche und Sachverhalte zu informieren.

Patentanwälte /-innen vertreten Einzelpersonen oder Betriebe. Sie arbeiten in Anwaltskanzleien oder Patentabteilungen von Firmen. Wenn kein Rechtanwaltszwang vorliegt, sind Patentanwälte /-innen in Verfahren vor Landgerichten, Oberlandesgerichten und dem BGH vertretungsberechtigt. Dies kommt beispielsweise vor bei Anträgen auf den Erlass einer einstweiligen Verfügung sowie relevante Schutzschriften.

Die Vertretung und Beratung in Fällen, die der Technik nützliche Errungenschaften betreffen, gehören zu den Tätigkeiten von Patentanwälten /-innen. Dabei versteht der Anwalt/die Anwältin nicht nur, was technisch gewollt und umsetzbar ist, sondern er/sie ist in der Lage zu beurteilen, was rechtlich zu schützen und durchzusetzen ist.