*Die Gehaltsspannen werden aus dem Stellenanzeigeninhalt errechnet und entsprechen der marktüblichen Vergütung basierend auf 2 Mio. Gehaltsdatensätzen.

Gehalt Prüfingenieur

Datenbasis: 173 Datensätze
Region 1. Quartil Mittelwert 3. Quartil Offene Jobs
Deutschland: 2.734 € 4.012 € 6.820 €
Baden-Württemberg 2.831 € 5.851 € 9.458 € Jobs Prüfingenieur
Bayern 3.008 € 4.021 € 12.776 € Jobs Prüfingenieur
Berlin 2.290 € 3.004 € 5.745 € Jobs Prüfingenieur
Brandenburg 2.218 € 3.255 € 5.533 € Jobs Prüfingenieur
Bremen 2.627 € 3.855 € 6.553 € Jobs Prüfingenieur
Hamburg 2.263 € 4.170 € 6.703 € Jobs Prüfingenieur
Hessen 2.710 € 3.549 € 5.448 € Jobs Prüfingenieur
Mecklenburg-Vorpommern 2.010 € 2.949 € 5.013 € Jobs Prüfingenieur
Niedersachsen 3.030 € 3.565 € 5.282 € Jobs Prüfingenieur
Nordrhein-Westfalen 3.398 € 4.436 € 6.024 € Jobs Prüfingenieur
Rheinland-Pfalz 2.689 € 3.946 € 6.708 € Jobs Prüfingenieur
Saarland 2.600 € 3.815 € 6.485 € Jobs Prüfingenieur
Sachsen 2.103 € 3.086 € 5.246 € Jobs Prüfingenieur
Sachsen-Anhalt 2.061 € 3.024 € 5.140 € Jobs Prüfingenieur
Schleswig-Holstein 2.622 € 3.847 € 6.540 € Jobs Prüfingenieur
Thüringen 2.057 € 3.013 € 4.548 € Jobs Prüfingenieur

Prüfingenieur:

1. Gehalt

Als Prüfingenieur liegt das deutschlandweite Gehalt bei 4.012 € pro Monat. Diesen Wert haben wir auf Basis von 173 Datensätzen ermittelt, die wir in den letzten zwei Jahren erfasst haben. Hinsichtlich der Gehaltsspanne ist festzustellen, dass die unteren Monatsgehälter bei 2.734 € beginnen, Prüfingenieure in den oberen Regionen jedoch auch bis zu 6.820 € und mehr verdienen können.

Wie bei nahezu allen Berufen, hat neben vielen anderen Faktoren auch der Standort des Arbeitgebers individuellen Einfluss auf die Höhe des Gehalts. So beträgt das monatliche Durchschnittsgehalt im nördlichsten Bundesland der Republik ungefähr 3.847 €. Arbeitet man hingegen im Süden, so kann man beispielsweise in Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichem Gehalt von 5.851 € rechnen. Insoweit ist anzumerken, dass die Analyse unserer Daten bundesweit regelmäßig zu dem Ergebnis führt, dass die Gehälter im Süden Deutschlands tendenziell über denen im Norden liegen. Jedoch ist dabei - wie auch beim Vergleich des Verdienstes in städtischen Gebieten mit denen auf dem Land - zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten oft parallel zu den Gehältern steigen.

Tabellarisch stellt sich das Gehalt als Prüfingenieur in Abhängigkeit vom Alter wie folgt dar

  • 25 Jahre = 3.333 Euro brutto
  • 30 Jahre = 3.603 Euro brutto
  • 35 Jahre = 3.930 Euro brutto
  • 40 Jahre = 4.816 Euro brutto
  • 45 Jahre = 5.371 Euro brutto
  • 50 Jahre = 5.047 Euro brutto

Auswirkung der Firmengröße auf das Monatsgehalt

  • bis 500 Mitarbeiter = 3.660 Euro brutto
  • 501 bis 1000 Mitarbeiter = 4.068 Euro brutto
  • über 1000 Mitarbeiter = 4.882 Euro brutto
2. Ausbildung / Weiterbildung

Wer Prüfingenieur/-in werden möchte, muss eine Weiterbildung absolvieren, die in der Regel bei Einrichtungen wie dem TÜV, der GTÜ oder der Dekra angeboten wird. Während der Ausbildung stehen diese Themen auf dem Lehrplan:

  • Fahrzeugtechnik,
  • Änderungsabnahmen,
  • wiederkehrende Untersuchungen,
  • Gefahrgutuntersuchungen,
  • Aufbaulehrgang Nutzfahrzeuge.

Darüber hinaus wird die IT-Landschaft des Ausbildungsbetriebes kennengelernt. Auch der Umgang mit Kunden, die Kundenakquise sowie die Produktionsanwendung werden vermittelt. Praxisphasen finden in den Niederlassungen des Ausbildungsbetriebs statt. Darüber hinaus gewährleisten Fahrtrainings ein sicheres, gewandtes Fahren von Fahrzeugen.

Die Voraussetzung für diese mehrmonatige Weiterbildung ist im Grunde ein Studium. Wer allerdings über keine schulisch erworbene Hochschulzugangsberechtigung verfügt, kann diese auch durch eine abgeschlossene Ausbildung und eine abgeschlossene Weiterbildung erlangen. Da es sich beim/bei der Prüfingenieur/-in meistens um einen Experten im Bereich der Fahrzeugprüfung handelt, können diese Ausbildungsberufe einen wichtigen Grundstein legen:

  • der/die Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in mit den Schwerpunkten Karosserie und Fahrzeugbau oder Karosserieinstandhaltung,
  • der/die Kraftfahrzeugmechatroniker/-in mit den Schwerpunkten Karosserietechnik, Motorradtechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Personenkraftwagentechnik, System- und Hochvolttechnik.

Karosserie- und Fahrzeugbauer lernen während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung, wie Karosserie- und Fahrzeugbauteile hergestellt werden und wie Baugruppe, einzelne Komponenten und Systeme demontiert, bearbeitet und wieder montiert werden. Auch der Umgang mit Fahrzeugverglasungen und unterschiedlichen Werkstoffen steht auf dem Ausbildungsplan. Funktionsprüfungen mit Hilfe von Analysetools durchzuführen, fahrzeugtechnische Systeme in Betrieb zu nehmen und spezielle Herstellervorgaben werden ebenfalls vermittelt. Der Fokus der Ausbildung liegt auf der Karosserie, den Bauteilen, Fahrgestellen und deren Herstellung, Einbau und Nachrüstung. Als Weiterbildungsoption gibt es die Fortbildung zum/zur Meister/-in.

Kraftfahrzeugmechatroniker verstehen es, Messdaten wie Drücke und Temperaturen zu vergleichen und erkennen Abweichungen von der vorgegeben Norm schnell. Sie führen Wartungsarbeiten durch, lesen Fehlerspeicher aus und dokumentieren genau ihre Arbeitsschritte. Um diese Aufgaben erledigen zu können, lernen sie Diagnosewege festzulegen und Schäden sowie Funktionsstörungen festzustellen. Um an den Fahrzeugen arbeiten zu können, lernen sie, wie Baugruppen und Systeme fachgerecht demontiert und wieder montiert werden. Auch die Anpassung der Komfort- und Sicherheitssysteme nach Kundenwunsch steht auf ihrem Stundenplan. Neben der Technik lernen angehende Kraftfahrzeugmechatroniker auch die Karosseriebauteile sowie Bremsen, Fahrwerk und Federung kennen. Auch hier bietet sich die Weiterbildung zum/zur Karosserie- und Fahrzeugbauermeister/-in an.

3. Studium

Wie bereits im Abschnitt Aus- und Weiterbildung erwähnt, ist eigentlich ein Studium des Maschinenbaus, des Kraftfahrzeugbaus oder der Elektrotechnik Voraussetzung, um die mehrmonatige Weiterbildung zum/zur Prüfingenieur/-in zu absolvieren.

Beim Maschinenbau-Studium erwartet die Studenten dieser Lehrplan:

  • BWL, Mathematik, Physik, technisches Englisch, Industrial Marketing, Technical Writing,
  • Technisches Zeichen (CAD), Datenverarbeitung, Konstruktionslehre (CAE), Netzwerke und Netzwerkanwendungen, Software-Engineering,
  • Elektrotechnik, Elektronik, Fertigungsverfahren, Fügetechniken, Regelungs- und Steuerungstechnik, Strömungslehre, Thermodynamik, Automatisierungstechnik, Schweißtechnik,
  • Erneuerbare Energien, Finite Elemente, Getriebetechnik, Konstruktionssystematik, Fahrzeugtechnik, Werkstofftechnik, Maschinenkonstruktion, Simulation von Fertigungsprozessen, Simulation von Fertigungsprozessen.

Ähnliche Studieninhalte stehen auf dem Stundenplan der Fahrzeugtechnik:

  • Elektro- und Messtechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugelektronik, Fahrzeug- und Antriebssystemtechnik, Thermodynamik, Strömungslage, Wärmetechnik, Fertigungstechnik,
  • Festigkeitslehre, Mechanik, Konstruktion, Fertigung, Maschinenelemente,
  • Mathematik, Mechanik, Physik, Informatik, Werkstoffe,
  • Projektmanagement, Operationsmanagement, Patentwesen,
  • Shape Design, Betriebsfestigkeit, Leichtbau, Elektrohydraulik, Fahrzeugelektronik, Mehrkörpersimulation, Kfz-Mechatronik,
  • Fahrzeugdynamik, Fahrsicherheit, Fahrzeugelektrik, Fahrzeugelektroniksysteme, Karosserieentwicklung, Leichtbauwerkstoffe.

Auch im Studium der Elektrotechnik werden wichtige Grundlagen für den Einsatz als Prüfingenieur/-in vermittelt:

  • Automatisierungstechnik, Digitaltechnik, Antriebssysteme, Messtechnik, Fahrzeugelektronik, Elektrotechnik, Mikrosystemtechnik, Mikroelektronik, Nachrichten- und Kommunikationstechnik,
  • Informatik, Mathematik, Physik, Mechanik, Englisch, numerische Feldberechnung,
  • Datenkompression, drahtlose Übertragungstechnik, Energieerzeugung/-verteilung, elektromagnetische Verträglichkeit, Mischsignalschaltungen, Radio Frequency Technology,
  • Gebäudesystemtechnik, Hochfrequenzsystemtechnik, digitale Schaltanlagen, digitale Signalverarbeitung, Regelungssysteme, Systemsimulation, schienengebundene Verkehrssysteme.

Besonders sinnvoll ist es, ein Duales Studium zu absolvieren, das in allen drei Fachrichtungen angeboten wird. Dabei werden die theoretischen Inhalte aus dem grundständigen Studium vermittelt. Diese werden ergänzt durch praktische Inhalte, die an eine entsprechende duale Ausbildung erinnern. Neben der Kombination von Theorie und Praxis sind die grundständigen, dualen Studiengänge vergleichsweise kurz, so dass sich die Ausbildung trotz der anschließenden Weiterbildung zum/zur Prüfingenieur/-in nicht unnötig in die Länge zieht.

4. Tätigkeit

Prüfingenieure arbeiten in sehr verschiedenen Bereichen:

Als selbstständige Sachverständige oder bei TÜV, GTÜ oder Dekra, arbeiten die Berufsangehörigen wenn sie sich auf die Kraftfahrzeugbranche spezialisiert haben. In der Praxis führen sie Messungen und Untersuchungen durch wie beispielsweise Haupt- und Abgasuntersuchungen, Sicherheitsprüfungen, Fahrzeugüberprüfung bei Sondernutzung (Personenbeförderung, Gefahrgutbeförderung) oder Nachrüstung, Oldtimergutachten sowie Typengenehmigungen. Dabei setzt er seine Fähigkeiten und Kenntnisse aus Theorie und Praxis ein, um mit Hilfe technischer Geräte die Standardvorgaben und die technische Realität abzugleichen. Prüfingenieure der Fahrzeugtechnik sind wohl am bekanntesten.

Darüber hinaus gibt es Prüfingenieure für Bauthemen, die – vor dem Hintergrund eines Bauingenieurstudiums – die Bautechnik und die Baustatik genau prüfen und diese anschließend für die Nutzung freigeben oder Nachbesserungsmaßnahmen erwirken. Welche Rechte, Pflichten und Aufgaben ein/eine Prüfingenieur/-in, der auch als zertifizierter Sachverständiger arbeiten kann, im Detail hat, ist bundeslandabhängig und auch in Abhängigkeit von der Prüfinstitution geregelt.

In der Industrie sind Prüfingenieure auch als Compliance-Ermittler bekannt. Ihre Hauptaufgaben bestehen im Erlangen von Konformität von Konstruktion und Produkt sowie im Durchführen von Konformitätsprogrammen. Dazu gehören das Anfertigen von Dokumentationen, das Ermitteln der Compliance und die Durchführung von Tests und Diagnoseverfahren. Ebenso die Leistungsmessung, das Analysieren und das Auswerten von Untersuchungsergebnissen, die Durchführung von forensischen Analysen und das Überwachen von Zulieferern. Das Organisieren des Compliance Programmes erfolgt durch die Vorbereitung von Zeitplänen, erforderlichen Ressourcen und Kostenvoranschlägen.

Prüfingenieure sind auch für das Abwickeln von produkttechnischen Tätigkeiten in Verbindung mit Erneuerung, Einkauf, Design, Fehlerbeseitigung bei Maschinenanlagen und Installation zuständig. Zudem auch für das Verfassen, Durchsetzen und Umsetzen von Prüfungsrichtlinien in Beziehung zur Compliance bei automatischen Fertigungsgeräten und von verwandten Software- und Prozessvalidierungen. Aber auch die Erarbeitung von Compliance Plänen durch Analysierung, Erforschung, Anwenden und Auswählen von Compliance Engineering Konzepten, Kriterien, Ansätzen und Methoden. Das Modifizieren und Anpassen von Engineering Optionen, das Bewerten und Erarbeiten neuer Methoden und das Qualifizieren von Lieferanten gehört ebenfalls zu den umfangreichen Aufgaben von Prüfingenieuren.